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Geschrieben von: LN Beitrag Mittwoch, den 25. März 2009 um 00:00 Uhr

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promenade_02Die neue Promenade steht auf der Kippe. Die SPD ist unentschlossen: Soll sie für die Schönheitskur der Strandpromenade stimmen oder nicht? Lehnt sie ab, ist das Projekt gestorben. Jetzt machen die Genossen aus dem Seebad Druck. Heute ist der Tag der Entscheidung:

Stimmt die Bürgerschaft für die Runderneuerung der Strandpromenade im lübschen Seebad? 6,2 Millionen Euro soll die Frischzellenkur kosten, davon muss der Kurbetrieb 20 Prozent (1,24 Millionen Euro) zahlen. Den größten Batzen der Investitionskosten übernimmt das Land. Möglich macht es das Konjunkturpaket I, das Geld für die Tourismusförderung bereitstellt.

Doch die SPD tut sich wegen des städtischen Zuschusses schwer mit der Entscheidung. „Wir wären ja verrückt, wenn wir das so beschließen. Das ist ja auch Steuergeld“, protestiert SPD-Fraktionschef Peter Reinhardt. Bei den Genossen gibt es erhebliche Bauchschmerzen mit dem Projekt, das eine Millionen-Investition in einem traditionell von der CDU dominierten Stadtteil wäre. Am Montagabend überwog während der Fraktionssitzung eine ablehnende Haltung, aber es gab keine Abstimmung. Die soll heute vor der Bürgerschaft folgen.

Eine Warnung an die Genossen kommt aus den eigenen Reihen. Thomas Schapke, Chef des Travemünder Ortsvereins der SPD: „Wenn das schief geht, dann fällt Travemünde weiter hinter die anderen Ostseebäder zurück.“ Für den Ort bedeute die neue Promenade auch Hochwasserschutz, außerdem einen barrierefreien Zugang zum Strand – für Kinderwagen und für Behinderte. Auf die Einwände der Travemünder Genossen – 56 an der Zahl – werden in der Fraktion selten gehört, beklagt sich Schapke. „Wir werden uns aber nicht alles gefallen lassen“, kündigt der Ortsvereinschef an.

Auf seiner Seite in Sachen Strandpromenade hat Schapke den Wirtschaftsexperten der SPD, Jörg Hundertmark. Der erklärte im Kurbetriebsausschuss: „Wir wären ja bekloppt, wenn wir da nicht zugreifen würden.“ Der Ausschuss segnete die Schönheitskur der Strandpromenade vor zehn Tagen ab – alle Parteien hoben die Hand dafür. Anders ist allerdings die Haltung einiger Parteispitzen. Während CDU, BfL und FDP für die Schönheitskur plädieren, würden Hildegund Stamm (Lübecker Bunt), Grüne und Linke die Strandpromenaden-Sanierung am liebsten ganz verwerfen.

Deshalb hängt das Schicksal der Strandpromenade jetzt an der SPD. Fraktionschef Peter Reinhardt suchte am Dienstag im Hauptausschuss einen Ausweg aus der Misere seiner Partei: „Gibt es kein alternatives Projekt?“ Wirtschaftsförderer Dario Arndt schüttelt den Kopf: „Die einzige Antwort ist die Strandpromenade.“ Denn sie fällt unter die Förderrichtlinien des Landes für den Tourismus und kann außerdem bis Ende 2010 realisiert werden, weil es bereits Pläne gibt. „Aber die Uferpromenade, diese Betonpiste, wäre ja auch nicht schlecht“, wirft Reinhardt ein.Arndt: „Das geht aus planungsrechtlichen Gründen nicht.“ Reinhardt allerdings befürchtet auch, dass es nicht bei dem kommunalen Anteil von 20 Prozent der Investitionskosten bleibt: „Wir nehmen in Travemünde ja keine Fremdenverkehrsabgabe.“ Intern gehen die Experten der Stadt davon aus, dass das Land deshalb möglicherweise nur 70 bis 75 Prozent der Investitionssumme zahlen wird. Damit müsste der Kurbetrieb bis zu 1,86 Millionen Euro zuzahlen.

Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel (CDU) versucht einen Kompromiss: „Sie können ja beschließen, dass das Projekt nur mit bis zu 20 Prozent bezuschusst wird, damit es kein Fass ohne Boden wird.“ Halbedel warnt die Genossen: „Wenn wir das Geld nicht verbauen, dann wird es in Scharbeutz oder Kellenhusen verbaut.“

Halbedel spricht von einer „Superchance“ für das Seebad und sagt in Richtung SPD: „Lasst die Travemünde-Antipathie doch mal außen vor.“ Der Hauptausschuss hat keine Entscheidung gefällt.

Von Josephine v.Zastrow
LN vom 25/03/09

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