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Geschrieben von: LN Beitrag Mittwoch, den 20. Mai 2009 um 00:00 Uhr

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10.oacific_venus_japanStart in die Kreuzfahrtsaison: Kiel hängt Lübeck ab. Nach zwei miserablen Saisons erholt sich der Markt für Kreuzfahrer in Lübeck wieder. Aber kein Vergleich mit Kiel: Dort kommen in dieser Woche 9000 Passagiere.Um 8 Uhr lief gestern die

„Pacific Venus“ in Travemünde ein – mit 400 Passagieren an Bord. Das 183 Meter lange Schiff eröffnete die Kreuzfahrt-Saison in Lübeck und Travemünde. Gestern Abend machte dann noch der russische Windjammer „Mir“ am Ostpreußenkai fest. 26 Anläufe zählt die Hansestadt in diesem Jahr – eine deutliche Steigerung nach zwei Katastrophenjahren mit elf und 15 Anläufen. Aber der Blick nach Kiel zeigt: An der Förde spielt die Bundesliga im Kreuzfahrtmarkt, an der Trave allenfalls die Regionalliga.

Der Andrang der Traumschiffe an der Kieler Förde erfordert in dieser Woche alle Organisationskünste der Reedereien, Makler und des Seehafens Kiel. Zwölf der edlen Riesen machen an den Terminals fest, darunter die fast 300 Meter lange „MSC Orchestra“. Bis September werden im Hafen 117 Kreuzfahrtschiffe erwartet – mit zusammen 200 000 bis 250 000 Passagieren.

pacificvenusRichtig eng wurde es gestern an Norwegenterminal, Schwedenkai und Ostseekai: Zusammen mit dem Tui-Dampfer „Mein Schiff“ machten auch „Princess Daphne“ und „Delphin Voyager“ fest. Weil zeitgleich die mächtigen Fähren von Color-Line (Kiel–Oslo) und Stena-Line (Kiel–Göteborg)in direkter Nachbarschaft anlegten, bot sich den vielen Schiffsguckern in der Binnenförde ein außergewöhnliches Panorama bei herrlichem  Sonnenschein. Gestern Abend lief zudem noch das Superschiff „MSC Orchestra“ ein.

„In dieser Woche begrüßen wir die vier größten Kreuzfahrtschiffe, die jemals den Kieler Hafen angelaufen haben“, sagte Hafen-Geschäftsführer Dirk Claus. Mit dem neuen Ostseekai verfüge Kiel über eines der leistungsfähigsten Kreuzfahrtterminals in ganz Nordeuropa. Mit Unterstützungdes Landes hat Kiel in den vergangenen fünf Jahren 60 Millionen Euro in den Ausbau der Terminals investiert.

Summen, von denen Lübeck nur träumen kann. Für 800 000 Euro wurde das Empfangsgebäude am Ostpreußenkai gebaut. Ein neues Terminal, an dem auch Schiffe über 200 Metern Länge festmachen können, würde mindestens 15 Millionen Euro kosten.

Die Hansestadt hat dafür kein Geld, und – was noch schlimmer ist – findet keinen Platz für ein Kreuzfahrtterminal. Gespräche mit der Marina Baltica über den Standort Fischereihafen/Siechenbucht liegen auf Eis. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) hofft weiter auf eine Lösung. Hauptgeschäftsführer Prof. Bernd Rohwer: „Lübeck braucht einen starken Kreuzfahrttourismus und muss den Anspruch haben, den Wettstreit mit Kiel aufzunehmen.“ Tourismuschefin Andrea Gastager spricht von einem „höchst attraktiven Markt, der aber im Moment nicht die Hauptrolle spielt“. Immerhin geben Kreuzfahrt-Passagiere rund 100 Euro pro Tag in den Hafenstädten aus.

Es gibt aber auch Zweifel an Kreuzfahrt-Investitionen. SPD-Vormann Peter Reinhardt: „Das ist nicht unser Kerngeschäft. Wir können ja nicht einmal die Anleger für die Priwallfähren bezahlen.“

Von Joachim Welding und Kai Dordowsky
20/05/09
Foto:Einsam, aber majestätisch: Die Passagiere der „Pacific Venus“ nutzten den Aufenthalt zum Landausflug. Die meisten fuhren nach
Lübeck und Hamburg, ein Drittel blieb in Travemünde. Foto: WOLFGANG MAXWITAT

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