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Geschrieben von: LN-Interview Dienstag, den 29. September 2009 um 14:04 Uhr

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hafencityr_06_180LN-Kommentar zur Wallhalbinsel-Bebauung: Frischer Wind aus Norden, zu groß, zu hoch, zu viel. Das sind die Argumente, die Kritiker baulichen Großprojekten in der Hansestadt meistens entgegen schleudern. Manchmal haben sie damit

schlicht Recht, manchmal ist es nur ein Reflex allem Neuen gegenüber.

Und die nördliche Wallhalbinsel? Nun, sie hat auch jetzt ihren Charme, wie sie dort liegt, mit den alten Schuppen, in denen vor nicht allzu langer Zeit noch Hafenarbeiter geschuftet haben. Heute sind die Schuppen nicht mehr belebt - mehr Abstellfläche als Lager geworden. Die freien Flächen auf dem Areal sind zu Parkplätzen geworden - mittendrin stehen die Media Docks. Einst Zukunftsprojekt der Hansestadt - heute eher repräsentativer Bau als lebendiger Mittelpunkt. Einzig an der Spitze der Wallhalbinsel hat sich im Sommer ein Strandsalon zu einem Treff der Lübecker Szene in der Stadt entwickelt. Dort zeigt sich im Kleinen, was Lübeck neben alter Hanse auch sein kann - jung und lässig.

Genau dort knüpfen die architektonischen Visionen aus Dänemark für die nördliche Wallhalbinsel an. Sie wollen auf dem Areal die altehrwürdige Hansestadt mit ihrer schmucken Altstadt nicht kopieren, sie wollen ihr dort aber auch keine modernen Glaspaläste entgegensetzen - sie wollen die junge Seite der Stadt auf der Wallhalbinsel in Architektur gießen. Eine große Aufgabe haben sich die dänischen Architekten gestellt. Das Gute: Sie bringen dafür frischen Wind aus dem Norden mit.

Und sie haben anscheinend auch einen finanzstarken Investor aus Island an ihrer Seite, der sich nicht nach einem Jahr Bauzeit wieder aus Lübeck verabschiedet und ein halb abgerissenes Gelände zurücklässt. Da sind sich die Lübecker Stadtoberen jedenfalls sicher.

Hoffentlich behalten sie Recht. Denn was die Isländer und Dänen auf der nördlichen Wallhalbinsel vorhaben, ist mehr als ein nur paar Häuser bauen. Lübeck bekommt durch die Nordmänner einen neuen Stadtteil, eine neue Facette, einen neuen Blick auf die schöne Altstadt - und wenn es wirklich gut läuft, zieht im Schlepptau all dessen auch etwas frischer Wind durch die hanseatischen Gassen. Den benötigt Lübeck dringend. Damit es soweit kommt, brauchen die isländischen Investoren Geduld - und die dänischen Architekten Ausdauer. Denn alle Gremien in der alten Hansestadt von ihren Entwürfen zu überzeugen, dürfte ein langer Weg sein. Man kann nur hoffen, dass die Visionen am Ende nicht völlig verstümmelt werden.

Von Josephine von Zastrow,
LN vom 12.12.07
Foto: Lübecker Nachrichte

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