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Geschrieben von: magazin-deutschkand Samstag, den 07. November 2009 um 12:26 Uhr

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Was stoppt den Klimawandel? Wie sieht die Energie der Zukunft aus? Wie bekommen alle Zugang zu ausreichend Wasser? Wichtige Fragen, die eng mit Klima- und Umweltschutz verbunden sind

Von Martin Orth

Harte Arbeit: In vielen Regionen ist sauberes Trinkwasser keine Selbstverständlichkeit

Lessons from Germany“ titelte „Time“ im Frühjahr 2008. Und im Text gab das renommierte US-Magazin detailliert Antworten auf die Frage: „Was können Amerikaner von Europas bevölkerungsreichstem Land lernen?“ Wie Deutschland Energie spart, den Kohlendioxid-Ausstoß senkt und Strom aus erneuerbaren Energiequellen gewinnt. „Zwischen 1990 und 2005 hat Deutschland seine Treibhausgas-Emissionen um 18 Prozent gesenkt“, schreibt das Magazin, „während die Emissionen in den USA in demselben Zeitraum um 16 Prozent anstiegen.“ „Time“ zeichnet das Bild eines neuen Deutschland, in dem Windparks, Bio­gas-Anlagen und Solardächer wie selbstverständlich zum Landschaftsbild gehören. Die Bundesregierung habe, so lautet die Quintessenz, frühzeitig die Weichen für einen Wandel gestellt: Sie hat eine Öko-Steuer eingeführt, um den Ölverbrauch zu senken. Sie hat ein Recycling-System aufgebaut, um Ressourcen zu schonen und Rohstoffe wiederzuverwerten. Und vor allem hat sie das Erneuerbare-Energien-Gesetz (EEG) auf den Weg gebracht.

Tatsächlich ist das im Jahr 2000 in Kraft getretene EEG das Herzstück der deutschen Energie- und Klimapolitik. Es ermutigt Bürger, Unternehmen und Kommunen Strom aus erneuerbaren Quellen selbst zu produzieren und gegen Vergütung ins Netz einzuspeisen. Damit macht so mancher Produzent ein gutes Geschäft. Und der Anteil erneuerbarer Energien am Stromverbrauch konnte in wenigen Jahren auf 14 Prozent gesteigert werden. Das Ziel ist ein Anteil von 25 bis 30 Prozent im Jahr 2020. 47 Staaten haben das Erneuerbare-Energien-Gesetz nach deutschem Vorbild bisher in seinen Grundzügen übernommen. Denn von dem Marktanreizprogramm profitiert nicht nur das Klima, sondern auch die Wirtschaft. Aus Deutschland stammen jede dritte Solarzelle und fast jedes zweite Windrad. Die deutsche „Greentech“-Branche ist Technologieführer und hat nach einer aktuellen Studie das Potenzial, den erfolgreichen deutschen Maschinen- und Automobilbau im Jahr 2020 als beschäftigungsstärkste Industriezweige abzulösen. „Umweltschutz und Arbeitsplätze sind kein Widerspruch. Im Gegenteil: Beide bedingen sich im globalen Maßstab“, sagt Bundesumweltminister Sigmar Gabriel. Schon ist von der „dritten industriellen Revolution“ die Rede.

So utopisch die Vorstellung klingen mag – sie ist es nicht: Denn der Schutz von Umwelt und Klima zählt zu den größten globalen Herausforderungen des 21. Jahrhunderts und erfordert enorme Anstrengungen. Wie kann der Klimawandel gestoppt werden? Woher kommt die Energie der Zukunft? Wie kann die wachsende Weltbevölkerung ausreichend und gerecht mit Wasser und Lebensmitteln versorgt werden? Das sind die drängendsten Fragen der Zeit. Umweltschutz ist daher auch zu einem wichtigen Teil der deutschen Außenpolitik geworden. Unter „Außenpolitik für Umweltschutz“ verstehen die Diplomaten den Dreiklang von „Lebensvorsorge, Konfliktverhütung und aktiver Sicherheitspolitik“. Denn Umweltfragen – wie zum Beispiel die ungerechte Verteilung von Wasser – können auch zu erheblichen sozialen und politischen Spannungen führen. Das Auswärtige Amt engagiert sich daher auf vielen Ebenen für den internationalen Umweltschutz: Sei es bei der Verhandlung internationaler Umweltschutz-Abkommen oder bei der Organisation von Konferenzen. Erst im April waren 150 Teilnehmer aus Wirtschaft und Politik der fünf zentralasiatischen Staaten im Auswärtigen Amt in Berlin Gäste der Konferenz „Wasser verbindet“. Während der Tagung wurde die „Wasserinitiative Zentralasien“ initiiert, die eine Vielzahl von Kooperationen und Unterstützungsmaßnahmen beinhaltet, um den negativen Folgen des Wassermangels in der Region entgegenzuwirken.

Im Zentrum der Umweltthemen steht die Energie- und Klimapolitik. Ein Feld, in dem Deutschland eine Vorreiterrolle übernimmt und in dem es ehrgeizige Reduktionsziele im Kampf gegen den Klimawandel realisieren will. Der Verpflichtung einer Verminderung der Treibhausgas-Emissionen um 21 Prozent bis 2012 aus dem Kyoto-Protokoll ist Deutschland schon sehr nahe. Auch beim globalen Klimaschutzindex 2008, der die Klimaschutzleistungen von 56 Staaten bewertet, schneidet Deutschland mit Platz zwei nach Schweden sehr gut ab. Deutschland setzt bei seinen Anstrengungen auf eine Doppelstrategie zur Steigerung der Energie- und Ressourceneffizienz sowie zum Ausbau erneuerbarer Energien und nachwachsender Rohstoffe. Auch bei der Europäischen Union geht Deutschland voran. Das EU-Ziel, den Ausstoß von Treibhausgasen bis 2020 um 20 Prozent gegenüber 1990 zu verringern, den Anteil erneuerbarer Energien am Energiemix auf 20 Prozent zu ­steigern und den Energieverbrauch um 20 Prozent zu senken, will Deutschland teilweise übertreffen, sofern sich andere Länder anschließen. Auf Deutschlands Initiative hin verständigten sich die Staats- und Regierungschefs der acht führenden Industrienationen (G8) auf die ­Halbierung der CO2-Emissionen bis 2050. So soll der Anstieg der globalen Durchschnittstemperatur auf zwei Grad begrenzt werden.

Auch an den Vorbereitungen für die Klimakonferenz in Kopenhagen 2009 arbeitet Deutschland intensiv mit. Dort geht es darum, ein neues und umfassendes Klimaschutzregime abzuschließen, damit verhindert wird, dass nach dem Ende des Kyoto-Protokolls 2012 eine Lücke beim internationalen Klimaschutz entsteht. Ganz oben auf der Agenda steht dabei die Integration wirtschaftlich fortgeschrittener Schwellenländer wie China, Indien, Südafrika, Brasilien und Mexiko. Denn ohne die Partnerländer ist die globale Herausforderung Klimaschutz nicht zu meistern.


Mehr über Deutschlands Wege zu einer nachhaltigen Klima- und Energiepolitik unter www.tatsachen-ueber-deutschland.de

07.04.09

Quelle: magazin-deutschland.de

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