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Geschrieben von: magazin-deutschkand Samstag, den 07. November 2009 um 12:34 Uhr

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Jede zweite in Deutschland produzierte Solarzelle kommt heute aus dem Bundesland Sachsen-Anhalt. Aber die Region ist nicht der einzige Standort für Umwelttechnologie im Osten Deutschlands: Auch die Windenergie hat beste Voraussetzungen

Von Bernward Janzing

Hier steht ein Fabrikgebäude neben dem anderen, schlichte, quaderförmige Hallen, unspektakuläre Architektur – die es aber in sich hat: Thalheim, ein Stadtteil von Bitterfeld-Wolfen in Sachsen-Anhalt ist zu einem Zentrum der deutschen Solarindustrie geworden. Hier dreht sich fast alles um die Q-Cells AG, den weltweit größten Hersteller von Solarzellen. Das Unternehmen hat eine atemberaubende Entwicklung hinter sich: Im Jahr 1999 erst wurde es gegründet, Ende 2007 hatte es bereits mehr als 1700 Mitarbeiter. Und die Firma wächst weiterhin rasant. Entlang einer Straße die man sinnigerweise Sonnenallee genannt hat, liegen weitere Solarfirmen, die zumeist Töchter von Q-Cells sind. Da gibt es die EverQ GmbH, die Siliziumzellen mit einer neuen Technik fertigt: Die sogenannten Wafer, die Plättchen aus denen die Zellen werden, sägt man hier nicht aus dem massiven Block, sondern zieht sie aus der Schmelze. EverQ wurde Anfang 2005 erst gegründet, und hat bereits mehr als 1000 Mitarbeiter. Bald sollen es 1500 sein.

Die Calyxo GmbH ist zu 95 Prozent eine Q-Cells-Tochter, und sitzt auch in Thalheim. Sie fertigt Dünnschicht-Solarmodule. Des Weiteren trifft man auf die Solibro GmbH, die zu 67,5 Prozent Q-Cells gehört und Solarzellen aus Kupfer, Indium, Gallium und Selen fertigt, sogenannte CIGS-Zellen. Ebenfalls in der Sonnenallee zu Hause ist die CSG Solar AG, immerhin auch zu 21,7 Prozent im Eigentum von Q-Cells. Auch sie ist mit gut vier Jahren noch sehr jung.

Die Zahl der Mitarbeiter in der Solarbranche Thalheims liegt bereits bei 4000, und sie soll weiter rapide wachsen: „Bis 2012 sollen über 10.000 Menschen in der Solarindustrie der Region tätig sein“, heißt es beim Land Sachsen-Anhalt. Längst entwickle sich die Solarbranche „zu einem der zentralen Industriezweige, von dem die Volkswirtschaft nachhaltig profitieren wird“, sagt Reiner Haseloff, Wirtschaftsminister in Magdeburg. Schließlich komme heute jede zweite in Deutschland produzierte Solarzelle aus Sachsen-Anhalt.

Das hat vor allem mit zwei Dingen zu tun. Zum einen hat Bitterfeld-Wolfen als alter Chemiestandort große Gewerbeflächen verfügbar. Zum zweiten bekommen Firmen, die sich hier ansiedeln, auch Zuschüsse von der Europäischen Union. In den Jahren 2007 bis 2013 stellt Brüssel im Rahmen des Europäischen Strukturfonds 3,39 Milliarden Euro für Sachsen-Anhalt bereit. Eine Förderung von bis zu 50 Prozent der Anfangsinvestitionen ist da für die Betriebe durchaus drin.

Weitere Solarstandorte im deutschen Osten sind Freiberg in Sachsen, wo allein die Deutsche Solar des SolarWorld-Konzerns 750 Mitarbeiter beschäftigt. Und in Thüringen ist Erfurt mit der Firma Ersol das Zentrum der Solarindustrie. Als „Spitzencluster“ der Solarenergie kooperieren inzwischen 27 Solarfirmen und 12 Forschungseinrichtungen aus Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen. Allein im Jahr 2007 wurden 18 Prozent aller weltweit produzierten Solarzellen in der Region Mitteldeutschland gefertigt. Das Bundesforschungsministerium stellt diesem „Solarvalley Mitteldeutschland“ nun 200 Millionen Euro an zusätzlichen Fördermitteln bereit.

Doch nicht nur die Solarindustrie prägt die ostdeutschen Bundesländer. Auch die Windkraft ist dort sehr präsent - sowohl was die Nutzung betrifft als auch hinsichtlich der Fertigung. Brandenburg steht bei der Nutzung mit gut 3500 Megawatt Windkraft hinter Niedersachsen auf Platz zwei aller Bundesländer. Den höchsten Anteil seines Strombedarfs deckt von allen Bundesländern Sachsen-Anhalt mit Windkraft: beachtliche 42 Prozent. Auch zahlreiche Windkraft-Unternehmen haben sich inzwischen im deutschen Osten angesiedelt. In Rostock an der Ostseeküste zum Beispiel hat der Windkraftanlagenbauer Nordex seine Fertigung. Auch dort setzt man auf weiteres Wachstum: Die jährlichen Fertigungskapazitäten sollen von aktuell 850 Megawatt auf 2000 Megawatt im Jahr 2010 steigen.

Große wirtschaftliche Chancen für die Region bietet zudem die Ostsee als Standort für Offshore-Windkraftanlagen. Beim Bundesamt für Seeschifffahrt und Hydrographie (BSH) laufen derzeit die Genehmigungsverfahren für sechs Offshore-Windparks. Mehrere sind bereits genehmigt. Der erste Park soll in einem flacheren Seegebiet mit Wassertiefen von 20 bis 40 Metern mitten in der südlichen Ostsee gebaut werden. An diesem Standort, 30 Kilometer nördlich der Insel Rügen, sollen 80 Windenergieanlagen aufgebaut werden. Der zweite genehmigte Park außerhalb der 12-Seemeilen-Grenze, etwa 35 Kilometer nordöstlich von Rügen, trägt den Namen „Arkona Becken Südost“ und soll 80 Anlagen umfassen. Und nicht weit davon entfernt bekam als dritter Standort der Park „Ventotec Ost 2“ grünes Licht, mit ebenfalls 80 Maschinen. Für dieses Projekt wurde erstmals ein schwimmfähiges Offshore-Fundament genehmigt.

04.11.08

Quelle: magazin-deutschland.de

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