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Geschrieben von: FR-online Samstag, den 07. November 2009 um 13:49 Uhr

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buffin_island_norteast_coasFoto: Ansgar Walk zeigt die Ostküste der Baffininsel nördlich der Siedlung Clyde River aus 1000 Metern Höhe: Gletscherzunge.

Der moderne Mensch lebt im Holozän - so nennen Wissenschaftler die derzeitige warme Klimaphase zwischen den Eiszeiten. Der Wechsel zwischen den Phasen hat in der Erdgeschichte schon zu gravierenden Klimaveränderungen geführt. Die letzte Warmzeit (Eem-Interglazial) liegt weit vor menschlicher Geschichtsschreibung und ist rund 125.000 Jahre her.
Im Gegensatz zum Menschen, hat die Erde selbst schon häufiger eisfreie Polkappen erlebt. Dennoch haben jüngste Forschungen an Bohrkernen aus dem Bodensatz eines arktischen Sees belegt: die letzten Jahrzehnte zeigen eine einzigartige Entwicklung innerhalb der letzten 200.000 Jahre.
Quelle: FR-online.de



Einzigartige Warmzeit dank Mensch.Baffin Island.Die steigenden Temperaturen der vergangenen Jahrzehnte sind einzigartig in der jüngeren Erdgeschichte. Dieses Ergebnis haben jetzt Forscher der Queen's Universität im kanadischen Kingston vorgestellt.

"Unsere Ergebnisse zeigen, dass die letzten mehreren Jahrzehnte ökologisch einzigartig in 200.000 Jahren gewesen sind," sagt Neal Michelutti, Forscher am Paläoökologischen Umweltbewertungs- und Forschungslaboratorium (PERLE) der Queen's. Mit Biologie-Professor John Smol, der Umweltänderung erforscht, und Studenten erforscht das Team gemeinsam mit der Universität der Colorado 55 arktische Bohrkerne.
Die Bohrkerne enthalten Sedimentproben aus einem See auf Baffin Island in Kanada. Im Lauf der Jahrtausende bildeten abgestorbene und auf den Seegrund gesunkene Pflanzen, Tiere und chemische Verbindungen zahllose Schichten.
Auf diese Weise hat die Natur die Klimageschichte über zwei Eiszeiten und drei Wärmeperioden aufgeschrieben. Die Forscher konnten einen Blick zurück werfen, der noch rund 80.000 Jahre weiter reichte, als die Erkenntnisse, die zuletzt Bohrkerne aus Grönland lieferten.
"Diese historische Aufzeichnung zeigt, dass wir die Ökosysteme, von denen wir abhängen, dramatisch beeinflussen", mahnt der Umweltbiologe John Smol. Die stärkste Erwärmung hat es demnach zwischen 1915 und 1940 sowie zwischen 1965 und 2000 gegeben.
Die organischen Rückstände geben Aufschluss über das jüngere Klimageschehen. "Seebodensatz sind natürliche Recorder des Klimas und der Umweltänderungen, weil sie geochemische und physische Bedingungen der Vergangenheit archivieren und wichtige biologische Hinweise bewahren", erklärt Teammitglied Cheryl Wilson.
Beispielsweise lebten mehrere Mückenarten, die bei niedrigen Temperaturen gedeihen, über Jahrtausende in dem untersuchten Gebiet. Erst ab dem Jahr 1950 gingen ihre Populationen zurück, und inzwischen sind zwei Arten ganz verschwunden, wie die Forscher im Fachblatt "PNAS" berichten.
Dagegen breitet sich in dem See nun eine Kieselalge rasant aus, die früher nur sporadisch auftrat. "Unsere Ergebnisse zeigen, dass der menschliche Fußabdruck langdauernde natürliche Prozesse selbst in entlegenen arktischen Regionen überlagert", sagt Smol. "Die Situation ist weit schlimmer, als wir dachten, und das ist erst der Anfang.

" (kho)
Quelle: FR-online.de

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