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Geschrieben von: FR-online Samstag, den 07. November 2009 um 14:03 Uhr

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buffin_islandFoto: Ansgar Walk zeigt die Baffininsel  aus 11.500 Metern Höhe. Arktis. Am Nordpol wuchsen einst Palmen.

Utrecht. In der Arktis wuchsen einst sogar Palmen. Zu diesem Ergebnis kommt eine Untersuchung von Wissenschaftlern der Universität Utrecht. Forschungsleiter Appy Sluijs und seine Kollegen fanden in Ablagerungen am Meeresboden des Arktischen Ozeans Reste von Palmenpollen. Das berichteten sie online vorab im Magazin "Nature Geoscience". Im Nordpolargebiet herrschte demnach vor rund 53,5 Millionen Jahren nahezu Tropenklima mit Temperaturen von bis zu 27 Grad. Durch eine Rekonstruktion der Klimaverhältnisse kamen die Forscher zu dem Schluss, dass Palmen in der Arktis  durchaus weit verbreitet waren. Selbst die Wintertemperaturen hätten damals im Nordpolargebiet durchschnittlich über acht Grad Celsius gelegen. Wissenschaftler gehen seit langem davon aus, dass es im Eozän - der Zeit vor 56 Millionen bis 36 Millionen Jahren - eine erhebliche globale Klimaerwärmung gab. Dabei soll es im sogenannten Eozän- Temperaturmaximum 2 vor etwa 53,5 Millionen Jahren besonders heiß geworden sein.

Die internationale Nordpolexpedition ACEX (Arctic Coring Expedition/Arktische Bohrexpedition) hatte im September 2004 Erkenntnisse präsentiert, wonach vor mehr als 55 Millionen Jahren ein Hitzeschock in der Nordpolarregion ein Massensterben von Meeresbewohnern auslöste. Danach schwammen subtropische Meeresalgen im rund 20 Grad Celsius warmen Nordmeer.

Arktis reagiert drastisch auf kurzfristige Klimaschwankungen
Wissenschaftlern aus Bremerhaven ist es erstmals gelungen, für einen Teil der Arktis die Meereisbedeckung der vergangenen 30 000 Jahre zu rekonstruieren. "Dabei hat sich gezeigt, dass die Arktis selbst auf kurzfristige Klimaschwankungen drastisch reagiert", sagte die Geowissenschaftlerin Juliane Müller.
Die Polarforscher vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) in Bremerhaven hatten gemeinsam mit Wissenschaftlern der Universität Plymouth Sedimente vom Boden der Framstraße zwischen Ostgrönland und Spitzbergen untersucht. Dabei entdeckten sie, dass die Eisbedeckung der Meerenge extremen Schwankungen unterworfen war.
Seit rund 5000 Jahren ist die Framstraße den Erkenntnissen der Wissenschaftler zufolge während der Sommermonate eisfrei und im Winter eisbedeckt. Vor rund 20 000 Jahren sei die Region dagegen komplett und für lange Zeit mit einer dicken Meereisschicht bedeckt gewesen, erläuterte Müller.

Nach Überzeugung der Wissenschaftler kann sich das Eisbild in der Framstraße jedoch schnell ändern. Vor etwa 15 000 Jahren sei die Gegend während eines sehr warmen, aber relativ kurzen Zeitraums für rund 200 Jahre völlig eisfrei gewesen, sagte Müller.
Bei ihrer Analyse eines aus der Framstraße gezogenen Sedimentkerns konzentrierten sich die Geowissenschaftler auf die Suche nach sogenannten Biomarkern. Dabei handelt es sich um molekulare Reste von Algen, die entweder nur im offenen Wasser oder im Meereis vorkommen. Die Ergebnisse der Untersuchungen wurden am Sonntag erstmals in der Online-Ausgabe der Fachzeitschrift "Nature Geoscience" veröffentlicht.
Seit der drastischen Meereisschmelze in den Sommermonaten der vergangenen Jahre ist die Eisgeschichte der Arktis in den Blickpunkt der Wissenschaft gerückt. Die Erkenntnisse über das vom Menschen noch unbeeinflusste Klimageschehen sollen zum Verständnis des Klimawandels beitragen.

Die Framstraße ist laut AWI für die Forscher aus einem weiteren Grund besonders interessant. Die Meerenge ist die einzige Tiefenwasserverbindung zwischen dem Arktischen Ozean und dem Atlantik und gilt als eine der Antriebsquellen für die globalen, das Klima prägenden Meeresströmungen.

(dpa) FR-online.de

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