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Geschrieben von: LN Beitrag Freitag, den 06. November 2009 um 00:00 Uhr

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2_frkrikvig_4_420_lnAbschied von der „Fridthjof“. Die „Fridthjof“ steht zum Verkauf. Die Eigner wollen das Schiff aus gesundheitlichen Gründen abgeben. Dafür gewinnt der Museumshafen drei Oldtimer aus Bremerhaven dazu. An dem großen Segelschiff im

Museumshafen hängt ein großes Schild: „Zu verkaufen“. Der Oldtimer, der an der Untertrave angeboten wird, ist einer der besonderen Art: die „Fridthjof“, ein 32,5 Meter langes Segelschiff. Sie war nun seit fast 30 Jahren im Besitz der Eheleute Ilse und Horst Greiser.
Bis zu 30 Charterfahrten im Jahr unternahm das Paar mit seinem Segler auf der Ostsee. „Ein Segelschiff zu besitzen, war der große Traum meines Mannes, er ist als Bootsmann lange auf See gewesen“, erzählt die 86-jährige Ilse Greiser.
Nun müssen die beiden Lübecker ihre Galeasse schweren Herzens verkaufen – aufgrund der gesundheitlichen Verfassung ihres 71 Jahre alten Skippers Horst Greiser. „Wir mussten uns erst mit dem Gedanken vertraut machen, das Schiff überhaupt abzugeben“, sagt die Eignerin.
1981 erwarben die Greisers das Schiff in Norwegen. Horst Greiser machte sein Kapitänspatent, seine Frau leitete die Kombüse und war für das leibliche Wohl der Gäste zuständig.
Für den Traum des eigenen Segelschiffs hat das Ehepaar seine Motorjacht „Adler“ verkauft und in den folgenden 30 Jahren viel Liebe und Herzblut in die „Fridthjof“ investiert. Die Galeasse wurde 1881 in Norwegen für die Eisfahrt gebaut, überstand zwei Weltkriege unbeschadet und war bis 1981 in der norwegischen Küstenfahrt eingesetzt – bis die Greisers sie nach Lübeck brachten.
Das Schiff ist von dem Paar in aufwendigen Restaurierungsarbeiten entkernt und nach altem Vorbild zu einem seetüchtigen Segelschiff umgebaut worden. Nun steht der Traditionssegler zum Verkauf.
350 000 Euro sind die Verhandlungsbasis für den 128 Jahre alten, liebevoll restaurierten Oldtimer. Die „Fridthjof“ wird europaweit angeboten. Bis zum Ende des Jahres soll das Schiff verkauft sein, wünscht sich Ilse Greiser. „Gekauft wird sie wohl von einem Liebhaber, für solche Oldtimer muss man eine besondere Begeisterung haben“, stellt sie fest.
Einige Interessenten gibt es schon, und bald stehen erste Besichtigungen und Probefahrten an. „Mir wäre es sogar lieb, wenn die ,Fridthjof‘ nicht in Lübeck bliebe, sondern ganz weit weg kommt. Dann müsste ich sie nicht immer sehen“, fügt sie etwas traurig hinzu.
Das Bild, das der Hafen an der Altstadt bietet, wird sich noch in diesem Jahr wandeln, bestätigt Holger Walter, Vorsitzender des Vereins Museumshafen Lübeck. Mit der Überführung der „Birgitte“ in die Niederlande sowie dem anstehenden Verkauf der „Fridthjof“ lägen dann zwei große Segler nicht mehr im Lübecker Hafen.
Doch es sind nicht nur Verluste für den Museumshafen zu verzeichnen. Vereinschef Holger Walter berichtet auch von Neuzugängen. So konnten dieses Jahr drei Schiffe für den Verein gewonnen werden: Die „Vestby“, ein Frachtsegler aus dem Jahr 1920, die „Stine“, ein Treibnetzfischer von 1910, und ab Ende des Jahres wird die „Hansinse“, ein Haikutter von 1890, an der Untertrave liegen.
Alle drei Schiffe waren bisher in Bremerhaven beheimatet. „Die Skipper wollten das Segelrevier wechseln und haben sich deshalb für Lübeck und die Ostsee entschieden“, berichtet Walter. Der Vorteil des Lübecker Museumshafens liege zum einen in seiner direkten Nähe zur Altstadt, zum anderen an dem attraktiven Segelrevier Ostsee. „Aus diesen Gründen entscheiden sich viele Skipper dafür, mit ihren Schiffen nach Lübeck zu wechseln“, erklärt er. „Und der Verein freut sich natürlich über jedes Schiff.“


Von Katharina Roese
ln-online/lokales vom 06.11.2009 00:00
Traditionssegler zu verkaufen: Die „Fridthjof“ lag fast 30 Jahre im Museumshafen. Foto: WOLFGANG MAXWITAT

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