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Geschrieben von: LN Beitrag Mittwoch, den 30. September 2009 um 15:14 Uhr

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hafencityr_07_180Lübecks Hafencity: Architekten laufen Sturm gegen Siegerentwurf. Die nördliche Wallhalbinsel ist heiß umkämpft. Für ihren Entwurf einer Bebauung im Zickzack haben Isländer den Zuschlag erhalten. Völlig zu Unrecht, meinen Architekten, die unterlegen waren.

Was ist die richtige Architektur für die nördliche Wallhalbinsel? Die, die gewonnen haben, wollen dem Areal im Nordwesten der Lübecker Altstadt ein Zickzack-Muster verpassen. Angelehnt ist das Motiv an die alten Wallanlagen mit den Bastionen. "Vollkommen unüberlegt und kindisch", verurteilt FH-Professor Ulrich Nieschalk das Vorhaben, diese "militärische Architektur" für ein Wohnquartier verwenden zu wollen. Auch wenn dadurch viele Plätze, kleine Höfe und viel Grün entstehen. Denn die dänisch-isländischen Kooperation will dort einen Stadtteil mit "24 Stunden Leben" schaffen.

Mit dieser Architektur werde ihnen das nicht gelingen - finden unisono drei beim Wettbewerb unterlegene Teams. Diese Gebäude fände man überall auf der Welt, sagen sie. Die Lübecker Architekten Thomas Tillmann und Matthias Homann haben deshalb in ihrem Entwurf das Motiv der Hafenschuppen aufgenommen und wollen die neuen Häuser ähnlich wie die Media Docks gestalten - mit hölzernen Schiebewänden an den Fassaden. Tillmann: "Eine wasserbezogene Architektur."

Auch der Berliner Architekt Stephan Höhne orientiert sich an der vorhandenen Architektur. Er unterteilt das Gelände in die Seite zur Altstadt und zur Roddenkoppel. Dort würde er Townhouses setzen, die den Stadthäusern Lübecks ähneln. Auf der Schokoladenseite würde er sich Gebäude im Stile der Hafenschuppen vorstellen. Höhne will auf der Landzunge keinen Stadtteil, sondern "ein innerstädtisches Wohnquartier" errichten. Auch Hans Stimmann will dort "keine Stadterweiterung". Sein Partnerbüro aus Berlin schlägt ebenfalls eine Aufteilung der Wallhalbinsel vor - allerdings im Querschnitt. Er setzt eine Ruhezone, Stadthäuser und viergeschossigen Wohnungsbau.

Stimmann bezeichnet den Zuschlag für den Entwurf des nordischen Teams als "ökonomischen und architektonischen Fehlschlag". Außerdem kritisiert er das Verfahren als nicht transparent. Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel kontert: "Herr Stimmann hat als Bausenator Mitte der 80er Jahre in einer nächtlichen Entscheidung die Wallhalbinsel einem schwedischen Investor zugeschlagen - mit einer Architektur, die glücklicherweise nicht realisiert wurde."

Entschieden hat die Immobiliengruppe über die Bewerbungen. Das Gremium besteht aus KWL-Chef Dirk Gerdes, Bürgermeister Bernd Saxe (SPD), Senatoren und Fachleuten der Verwaltung. "Ich traue den Experten aus der Stadt durchaus zu, eine fachliche Entscheidung zu treffen", so SPD-Mann Sven Schindler. Gerdes kommentiert die Kritik der Architekten so: "Das ist der Frust der unterlegenen Bewerber."

Von Josephine v. Zastrow,
LN vom 25.01.0

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