Diese Website empfehlen:

letzte Kommentare

RSS

Wer ist Online?

Wir haben 73 Gäste online
The next version of Ubuntu is coming soon
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner

Aktuelles - HanseBeltRegion und die FehmarnBeltbrücke

Geschrieben von: LN Beitrag Montag, den 26. Oktober 2009 um 00:00 Uhr

Benutzerbewertung: / 2
SchwachPerfekt 

ratekauprotest_420Protest gegen Bahnpläne
Ratekau - Streit um die feste Belt-Querung: Die Einwohner von Ratekau wollen sich gegen die Trassenvarianten der künftigen Bahnverbindung wehren.

Es war nicht anders zu erwarten: Das leidige Thema „Hinterlandanbindung“ im Zuge der festen Fehmarnbelt-Querung gerät immer mehr zum Streitpunkt. Und zwar nicht nur zwischen den betroffenen Gemeinde und der Deutschen Bahn, sondern auch unter den Nachbarn selbst. In Ratekau gehen die Politiker jetzt in die Offensive: „Die bisherigen Trassenvarianten entsprechen nicht unseren Forderungen“, brachte es jetzt Bürgermeister Thomas Keller auf den Punkt. Und der Dorfvorsteher von Luschendorf, Henning Müller, ergänzt: „Wir sind nicht bereit, uns nach dem St. Florians-Prinzip abspeisen zu lassen. Wir werden uns wehren.“
Es ist inzwischen hinlänglich bekannt, dass die von manchen angepriesene schöne neue Welt im Randbereich der riesigen Beltbrücke durchaus auch Schattenseiten haben wird: Von bis zu 220 Zügen innerhalb von 24 Stunden ist die Rede.

Dies würde nicht nur eine heute noch unvorstellbare Lärmbelästigung bedeuten, sondern auch ein Chaos auf den Straßen: Rechnerisch müssten alle sechs Minuten die Schranken der Bahnübergänge zwischen Lübeck und Puttgarden geschlossen werden.
Wie berichtet, forderten die Anliegergemeinden seit Monaten die Vorlage alternativer Trassenführungen. Diese hat die Bahn jetzt vorgelegt – doch zufriedener ist dadurch kaum jemand geworden.

 

Zwar haben die Planer die Vorstellungen der Bädergemeinden als Option aufgenommen, die Gleise auf die Westseite der Autobahn 1 zu verlegen. Damit hätten zwar Timmendorfer Strand und Scharbeutz etwas mehr Ruhe vor dem Zuglärm – doch in Ratekau und besonders in Luschendorf bräche die akustische Hölle los.
Besonders entsetzt reagierte Bürgermeister Keller auf die Alternative, gleich hinter Bad Schwartau den Puttgarden-Verkehr auf die Strecke Lübeck-Kiel zu verschwenken und dann quer durch das Ratekauer Gewerbegebiet, am Dorfmuseum vorbei und durch das Techauer Moor auf die vorherige Trasse zurückzuführen: „Aufgrund der Geländehöhen wird Luschendorf auf seiner gesamten Längenausdehnung beschallt“, klagt der Verwaltungschef, „das kann ja wohl ernsthaft überhaupt nicht angehen.“
Dorfvorsteher Henning Müller macht aus seinem Zorn keinen Hehl: „Wir waren bisher noch sehr ruhig. Aber es darf nicht sein, dass wir hier vor den – durchaus berechtigten – Wünschen der Timmendorfer Nachbarn einfach kapitulieren. Man kann doch nicht Dörfern einfach den Lebensnerv abschneiden, damit andernorts der Tourismus weiter floriert. Luschendorf wird Remmidemmi machen, auch wenn wir nur 424 Einwohner sind.“
Am Sonnabend, 7. November, will die Dorfschaft ganz real aufzeigen, was es bedeutet, die Bahntrasse auf die Westseite der Autobahn zu verlegen. „Wir werden in der Zeit zwischen 12 und 14 Uhr ein Gleis nachbauen und einen Bahnübergang simulieren“, kündigt Müller an, „mit Andreaskreuz und einem Flatterband als Schranke, die sich alle sechs Minuten schließt.“
Sie wollen keine ahnungslosen Autofahrer ärgern, versichert Müller, sondern Aufmerksamkeit erregen. „Wir verteilen Handzettel, auf denen wir über die Probleme aufklären. Die Verhandlungen mit den Behörden über eine Genehmigung für die Aktion laufen. Wir setzen dort auf Entgegenkommen.“ Bürgermeister Keller geht davon aus, dass die schienenmäßige Anbindung einer künftigen Beltbrücke mit einiger Wahrscheinlichkeit weitgehend auf der bestehenden Trasse erfolgen wird: „Die Bahn schreibt im Internet selbst unter anderem, ein vollständiger Neubau wäre wesentlich aufwändiger als der Ausbau der Bestandstrasse, würde zu einer Zersiedelung der Landschaft führen und den Grundsätzen der Raumordnung widersprechen.“

Von Eckhard Meier
ln-online/lokales vom 26.10.2009 00:00
Foto: Gar nicht glücklich sind Luschendorfs Dorfvorsteher Henning Müller (links) und Ratekaus Bürgermeister Thomas Keller über die derzeitigen Trassenalternativen. Schon jetzt liegen viele Häuser direkt an der Strecke. Foto: ECKHARD MEIER

Banner