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Geschrieben von: LN Beitrag Mittwoch, den 30. September 2009 um 15:28 Uhr

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hafencityr_02_180Hafencity: Morgen wird entschieden, Es ist ein Mega- Projekt: Die Bebauung der nördlichen Wallhalbinsel. Morgen fällt die Entscheidung über den Verkauf. Schrangen, Priwall: Worüber die Bürgerschaft noch abstimmt. Ein großer Tag für Lübeck: Morgen

entscheidet die Bürgerschaft über den Verkauf der nördlichen Wallhalbinsel. Dort wollen isländische Investoren für 150 bis 160 Millionen Euro einen neuen Stadtteil entstehen lassen. Für 19,2 Millionen Euro will die Stadt die Landzunge vor der Altstadt nun an DCP (Development, Construction, Properties) veräußern. Das geht aus einem nicht-öffentlichen Papier der Verwaltung hervor. Unterm Strich verbleiben Nettoeinnahmen von 7,7 Millionen Euro bei der Stadt. Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel (CDU) freut sich: "Der neue Stadtteil wird die Attraktivität der nördlichen Wallhalbinsel steigern - ein Quantensprung für die Stadt."

Die Isländer übernehmen laut Vertrag die Kosten für den Abriss der Hafenschuppen, den Bau der Plätze, Terrassen, Gärten und für die sogenannte innere Erschließung. Die Stadt zahlt hingegen den Kreisverkehr zwischen Drehbrücke und dem Eingang zur nördlichen Wallhalbinsel, den Bau zweier Fußgängerbrücken - einmal zur Altstadt und zur Roddenkoppel. Außerdem trägt Lübeck das Altlastenrisiko, das mit 1,5 Millionen Euro angegeben wird.

Die Isländer haben sich in dem Interessenbekundungsverfahren durchgesetzt, das das Koordinierungsbüro Wirtschaft (KWL) vor einem Jahr ausgeschrieben hat. Elf Investoren hatten sich beworben - vier kamen in die letzte Runde. Neben den Isländern die Hamburger Garbe Group, das Konsortium SBRE/triple iii mit Sitz in London und May + Co. aus Itzehoe. Sowohl das städtebauliche Konzept als auch die Finanzierung wurde von der Immobilienrunde unter die Lupe genommen. Das Gremium besteht aus KWL, Fachleuten der Verwaltung, Bausenator, Wirtschaftssenator und Bürgermeister. Über die "finanzielle Leistungsfähigkeit" zweier Bewerber der letzten Runde gab es allerdings Zweifel. Deshalb ging es dem Vernehmen nach dann nur noch um die Entscheidung zwischen der Garbe Group und den Isländern. Die Hamburger wollten eine sogenannte Anhandgabe der Wallhalbinsel, was bedeutet, das sie dort zwar planen können, aber letztlich nicht bauen müssen. "Unter Abwägung aller Chancen und Risiken" kam die Immobilienrunde zum Ergebnis, "dass das Angebot der Isländer auch materiell am besten zu bewerten ist". Zwar haben andere bis zu 900 000 Euro mehr geboten, aber die "Bonitätsbedingungen sprechen deutlich für die Isländer", heißt es in dem Papier.

Die beiden großen Fraktionen CDU und SPD werden den Vertrag morgen in nicht-öffentlicher Sitzung voraussichtlich zustimmen. Die Grünen hingegen sehen das Mega-Projekt sehr kritisch. Die Landtagsabgeordnete, die Lübeckerin Angelika Birk, befürchtet, dass "die Investoren die Altstadt hinter einer gesichtslosen Hafencity verschwinden lassen". Die Bürgerbeteiligung finde erst nach dem hinter verschlossenen Türen eingefädelten Vertrag statt. Birk spricht von einem "schwarzen Donnerstag für Lübeck". Die Grünen haben heute Abend im Audienzsaal des Rathauses eine Diskussion zur nördlichen Wallhalbinsel mit Bausenator Franz-Peter Boden (SPD) und KWL-Chef Dirk Gerdes organisiert. Start ist 20 Uhr.

Von Josephine von Zastrow, LN
vom 30.01.08
Foto:
LN

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