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Geschrieben von: LN Beitrag Mittwoch, den 21. Januar 2009 um 00:00 Uhr

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21.ryanairLüdersdorfer Verein sammelt Geld für eine Klage gegen den Lübecker Flughafen. Lüdersdorf – Bernhard Strutz ist dabei, die Kriegskasse zu füllen. 65 000 Euro könnten reichen, glaubt der Vorsitzende des Vereins „Für  Lüdersdorf“, um gegen den Ausbau des Flughafens Lübeck-Blankensee juristisch zu Felde zu ziehen. Etwa drei dutzend Zuhörer lauschten in der Mehrzweckhalle Wahrsow andächtig. Einige unterschrieben gleich an Ort und Stelle die Beitrittserklärung zu einer Solidargemeinschaft, für die sie 150 Euro in zwei Jahren zahlen wollen. Denn das ist die Rechnung von Strutz: „Wir brauchen etwa 100 Lüdersdorfer und 350 Groß Grönauer, um das Geld aufzubringen.“ Wenn von denen jeder zweimal 75 Euro zahlt, dann sind das unterm Strich 65 000 Euro.

Beglichen werden sollen damit Gerichts- und Anwaltskosten. Denn der Chef des Vereins „Für Lüdersdorf“ hat sich den Kampf gegen Fluglärm auf die Fahnen geschrieben und will es nicht nur bei Worten belassen. Anfang Februar wird der Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau des Airports erwartet. „Ist der erst einmal rechtskräftig, dann können wir für alle Ewigkeit nichts mehr daran ändern“, argumentierte Strutz.
Das Leben in Lüdersdorf und besonders im Ortsteil Wahrsow, das genau in der Einflugschneise liegt, würde zum Horror, so die Prophezeihung. „Mit dem Passagieraufkommen von 520 000 Fluggästen im vergangenen Jahr könnten wir ja noch leben – aber dabei bleibt es nach den Plänen ja nicht. Auf 3,25 Millionen Menschen am Himmel über Lüdersdorf würde der Ausbau letztendlich hinauslaufen. Wegen des dann entsprechend dimensionierten Vorfelds könnten mehrere große Maschinen gleichzeitig abgefertigt werden. Vor allem erstritten werden soll aber ein Nachtflugverbot für Blankensee. Denn im Fünf-Minuten-Takt einschwebende oder startende Maschinen seien einfach ein Schlafkiller.
Auf eigene Faust freilich können die Lüdersdorfer nichts unternehmen. Sie brauchen Groß Grönau und das Dach der dortigen „Schutzgemeinschaft gegen Fluglärm Lübeck und Umgebung“ (SGF). „Wir haben im Planfeststellungsverfahren umfangreiche Einwendungen erhoben und uns auch am Erörterungstermin beteiligt“, berichtet SGF-Chef Gerhard Haase. Die Schutzgemeinschaft verfüge über eine Anerkennung nach dem
Umweltrechtsbehelfsgesetz, die es ihr ermögliche, gegen den Planfeststellungsbeschluss Klage zu erheben. „Das müsste dann innerhalb von vier Wochen nach der Auslegung passieren“, verwies Strutz auf Fristen. „Deshalb können wir nicht abwarten, bis wir den Beschluss gelesen haben und müssen jetzt anfangen, das Geld einzusammeln.“
Diese 150 Euro seien allemal eine gute Investition in die Zukunft, findet SPD-Gemeindevertreter Klaus-Peter Schulz. Jeder, der Arbeit habe, könne sich diese Summe, aufgeteilt auf zwei Jahre, ganz sicher auch leisten. Selbst wenn sich am Ende doch alles als vergebene Liebesmüh’ herausstellen sollte, werde Schulz dem Geld keine Träne nachweinen: „Dann können wir uns wenigstens sagen, dass wir alles versucht haben.“ Wird letztlich aber doch nicht geklagt, bekommen die Einzahler das Geld zurück.
Noch mehrfach will Strutz nun die Werbetrommel rühren, am kommenden Montag lädt er um 19.30 Uhr in die Aula der Herrnburger Grundschule ein. Wobei er dann sicher nicht müde wird, abermals zu betonen, der Rückzug des neuseeländischen Investors Infratil aus Blankensee sei zwar ein großer Erfolg, doch Lübeck mit seinen Ausbauplänen für den Flughafen damit noch nicht gestoppt.

Er lässt keinen Zweifel daran, dass es ihm am allerliebsten wäre, die Hansestadt baute den Airport zum Gewerbegebiet um. Dann kämen Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) und Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel (CDU) auch nicht in die Verlegenheit „weitere Steuergelder mit dem Flughafen zu verschleudern.“ Bekanntlich muss Lübeck den Neuseeländern 23 Millionen Euro zahlen.

LN-online/lokales vom 21.01.2009

Fot: Bernhard Strutz, Vorsitzender des Vereins „Für Lüdersdorf“, und sein Stellvertreter Helgo Parton (v.l.) bereiten mit Geldsammlungen eine Klage gegen den in Kürze erwarteten Planfeststellungsbeschluss zum Flughafen Lübeck-Blankensee vor. Foto: BERNDT

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