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Geschrieben von: LN Beitrag Samstag, den 17. Januar 2009 um 00:00 Uhr

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64.infratil-aucklandHatten die ewigen Schwarzseher also doch recht. Der neuseeländische Flughafenbetreiber Infratil will raus aus seiner Beteiligung. Erstmals hat das Unternehmen diese Absicht formuliert – in einem Gespräch mit der Lübecker Verwaltungsspitze.Vermutet wird dieser Schritt schon länger. Immer wieder flammten Gerüchte auf, dass die Neuseeländer mit ihrer norddeutschen Beteiligung unzufrieden sind. Der deutsche Airport-Geschäftsführer ging wegen offenkundig unüberbrückbarer Differenzen. Im Herbst stellte Infratil einen Zeitungsartikel auf seine Website, in dem vom Ende des Billigflugs die Rede war. Im November wurde die Ausstiegsoption, die bis Ende Januar 2009 galt, um ein Jahr verlängert. Das wurde als Vertrauensbeweis gewertet. Angesichts der neuen Lage wirkt es im Nachhinein wie ein bloßer Zeitgewinn.

Der Zeitpunkt des angekündigten Ausstiegs überrascht. In wenigen Wochen soll die Genehmigung für den Ausbau des Airports vorliegen. Die Erweiterung gilt als entscheidender Hebel, um Blankensee endlich in die Erfolgsspur zu führen. Mit den Naturschutzverbänden wurde vor einem Jahr ein Friedenspakt geschlossen – ein vielbeachtetes Arrangement mit dem gewichtigsten Gegner des Flughafens. Der Hauptnutzer, die irische Billig-Airline Ryanair, hält Blankensee die Stange. Am Dienstag werden neue Routen bekanntgegeben. Das sieht so schlecht eigentlich nicht aus. Im Lübecker Rathaus vermutet man deshalb, dass die Finanzkrise die Neuseeländer zum Ausstieg aus dem verlustreichen Flughafen-Engagement zwingt.
Für die Hansestadt ist diese Entwicklung fatal. Wenn Infratil geht, nimmt das Unternehmen 23 Millionen Euro mit. Als Lübeck vor drei Jahren mit Infratil die „himmlische Hochzeit“ schloss, hat sich der Bräutigam gehörig abgesichert. Beim Ausstieg trägt die Stadt das ganze wirtschaftliche Risiko – rückwirkend bis zur Eheschließung. Im Nachhinein ein katastrophaler Vertrag, aber sonst wäre die Vermählung geplatzt.

Langfristig kann Lübeck den Flughafen nicht allein betreiben. Weder hat die Stadt Geld für teure Investitionen, noch ist sie in der Lage, laufend Millionenverluste zu stemmen. Findet sich bis zum Abschied von Infratil kein neuer Galan, sollte die Hansestadt sich ins Unvermeidliche fügen und den Linienverkehr auf dem Airport einstellen. Billigflug beschert zwar illustre Reiseziele, aber eben keinen verlässlichen wirtschaftlichen Erfolg.

Von Kai Dordowsky
LN vom 17/01/09

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