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Geschrieben von: LN Beitrag Mittwoch, den 22. April 2009 um 00:00 Uhr

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23.ryanairGroß Grönau warnt vor Millionengrab. Nicht finanzierbar, nicht zumutbar, rechtlich nicht haltbar: Groß Grönau hat Klage gegen den Ausbau des Flughafens eingelegt. Ein Experte sagt: Der Airport ist ein Millionengrab.Die etwas mehr als 200-seitige Ausbaugenehmigung, die das Land Ende Februar erließ,kontert die Gemeinde Groß Grönau mit einer 191-seitigen Klageschrift. Am 15. April wurden Klage und Antrag auf einstweiligen Rechtsschutz beim Oberverwaltungsgericht (OVG) Schleswig eingereicht. Groß Grönaus Bürgermeister Hans-Georg Weißkichel (CDU) gab sich gestern auf einer Pressekonferenz siegesgewiss. Er forderte die Lübecker Kommunalpolitiker auf, das millionenschwere Vorhaben aufzugeben.Mit diversen Argumenten will die 3600-Einwohner-Gemeinde den Airport-Ausbau stoppen.

 

Das Projekt verstoße gegen europäisches Naturschutzrecht, greife in die gemeindliche Hoheit ein, diene nicht der Allgemeinheit, sondern ausschließlich dem Billigflieger Ryanair, sei nicht finanzierbar und missachte geltendes Recht. Rechtsanwalt Joachim Dörfler, der Groß Grönau seit zehn Jahren im Flughafen-Streit vertritt: „Wir schießen mit so viel Schrot, es braucht nur eine Kugel zu treffen.“
Große Hoffnungen setzt die Gemeinde darauf, dass das OVG die Ausbaupläne mangels ausreichender Finanzierung stoppt. Bei so massiven Eingriffen in die Nachbargemeinde müsse die Finanzierung stehen, erklärte Anwalt Dörfler. Ein von Groß Grönau engagierter Hamburger Wirtschaftsprüfer hat die Bilanzen des Flughafens geprüft. Seine Erkenntnis: Der Flughafen ist längst pleite, wird nur noch durch ein Gesellschafterdarlehen und eine Rangrücktrittserklärung von Infratil (alle Gläubiger bekommen ihr Geld vor Infratil) am Leben gehalten. Sobald der neuseeländische Betreiber sich zurückzieht, sitze die Hansestadt auf 30 bis 35 Millionen Euro Schulden, hat Wirtschaftsprüfer Hans-Jürgen Drebber hochgerechnet.
Doch es kommt noch schlimmer. Die geplanten Investitionen würden sich bis 2020 auf 75 Millionen Euro hochschrauben. Rechnet man die Entschädigungszahlungen für Enteignungen und Schallschutz hinzu, lande man bei 130 Millionen Euro. Gleichzeitig werde der Flughafen nicht einmal bei 3,5 Millionen Passagieren Geld verdienen, so Drebber. Erlösen von 39,7 Millionen Euro (11,96 Euro pro Passagier plus Erträge aus dem Beigeschäft) stünden Ausgaben von 45,9 Millionen Euro (Personalkosten, Abschreibungen, Zinsen, sonstige Kosten) gegenüber. Macht unter dem Strich einen Verlust von 6,2 Millionen Euro. Drebber: „Dieser Flughafen kommt nie zu einem positiven Ergebnis.“

Große Hoffnungen setzt die Gemeinde zudem auf einen Planungsfehler, der dem Flughafen unterlaufen sein soll. Rechtsanwalt Dörfler: „Der Flughafen will sein Abwasser auf Groß Grönauer Hoheitsgebiet entsorgen. Dafür hätte die Hansestadt einen öffentlich-rechtlichen Vertrag mit der Gemeinde schließen müssen.“ Das sei unterblieben.

Bürgermeister Weißkichel schilderte, wie der Airport-Ausbau in das Gemeindeleben eingreife. Die Waldschule müsse wohl verlegt werden. 27 Grundstücke und Häuser unterliegen „einer Art Enteignung“. Und der von der Gemeinde geplante Golfplatz kollidiere mit den vom Flughafen geplanten Abwasser-Einrichtungen. Weißkichel: „Mit dem Flughafen in der jetzigen Form können wir leben, aber nicht mit dem, was geplant ist.“Er appellierte an die Lübecker Kommunalpolitiker, „jetzt aus dem Millionengrab auszusteigen und keine neuen Verträge mit der irischen
Fluggesellschaft Ryanair abzuschließen.“

Von Kai Dordowsky
LN vom 22/04/09

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