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Geschrieben von: LN Beitrag Samstag, den 18. April 2009 um 00:00 Uhr

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27.ryanairEinwohner von Lüdersdorf und die Gemeinde kämpfen weiter gegen den geplanten Ausbau des Flughafens Lübeck-Blankensee. Die Nachbarkommune Groß Grönau klagt bereits.Nach dem Planfeststellungsbeschluss zum Ausbau des Lübecker Flughafens fürchten Bürger in der Gemeinde Lüdersdorf um ihre Nachtruhe. Bürgermeister Erhard Huzel (CDU) betonte am Donnerstagabend während einer dreistündigen Einwohnerversammlung, von einem Nachtflugverbot, wie es die Gemeinde gefordert hatte, könne im Beschluss keine Rede sein. „Es ist eine Nachtflugerlaubnis mit ein paar punktuellen Ausnahmen“, kritisiert der Bürgermeister der Mecklenburger Gemeinde, über die die Einflugschneise für Lübeck-Blankensee verläuft. Im Beschluss sei die Rede davon, dass während der Nachtzeit nur „lärmarme Flugzeuge“ starten und landen dürfen, doch:

 

„Wer überprüft das?“ Huzel kritisiert: „An vielen Stellen hat man den Eindruck, es wäre besser, Pflanze oder Tier zu sein als ein Mensch. Sie erscheinen fast schutzwürdiger als wir.“ Auf die Forderung, Flugrichtungen zu prüfen, die nicht über Wohnhäuser in Lüdersdorf und Wahrsow führen, sei entgegnet worden, das sei nicht Gegenstand des Planfeststellungsverfahrens. Besonders schutzwürdige Einrichtungen wie der Kindergarten und das Altenpflegeheim in Wahrsow seien nicht als Hinderungsgründe anerkannt worden. In drei Schritten soll der Flughafen für 58 Millionen Euro ausgebaut werden mit dem Ziel, spätestens ab 2020 bis zu 3,25 Millionen Passagiere pro Jahr abzufertigen. In 2008 waren es 520 000.

Rechtsanwalt Joachim Dörfler kritisierte während der Einwohnerversammlung in Wahrsow, für Lübeck-Blankensee gebe es den angegebenen Bedarf  in Wahrheit nicht. Volkswirtschaftlich sei der Ausbau der helle Wahnsinn, denn: „Dieser Flughafen wird nie Erträge bringen.“ Die Finanzierung sei völlig ungeklärt, der Planfeststellungsbeschluss deshalb nicht berechtigt. Dörflers Eindruck: „Infratil war gar kein Investor. Sie ziehen Geld raus.“ Die Zeitung „New Zealand Herald“ berichtete unlängst, das neuseeländische Unternehmen wolle sich von seinen Anteilen am Lübecker Flughafen trennen, um einen Teil seines Schuldenbergs abzutragen.

Über den Planfeststellungsbeschluss der Kieler Landesregierung sagte Rechtsanwalt Dörfler am Donnerstagabend: „Es ist teilweise menschenverachtend, was da drinsteht.“ Aber auch die Natur würde durch einen Ausbau deutlich mehr geschädigt als nötig. Dörfler kritisiert:„Der Vorhabenträger hat die Gutachter genommen, die gut für den Flughafen sind. Deshalb heißen die Gutachten ja auch Gutachten: Weil sie gut sind.“

Der Rechtsanwalt vertritt Groß Grönau beim juristischen Kampf gegen den Ausbau. „Wir haben gestern Klage eingereicht“, teilte Dörfler in Wahrsow mit. Der Rechtsanwalt erläuterte: „Das ausschlaggebende Argument ist für mich im Moment die ungelöste Abwasserfrage.“ Die Erfolgsaussichten seien sehr groß. Davon würde auch Lüdersdorf profitieren. Es sei zudem sinnvoll, die „Schutzgemeinschaft gegen Fluglärm“ und besonders stark betroffene Bürger bei Klagen zu unterstützen, denn: „Von vielen Schrotkugeln muss nur eine treffen. Dann ist der Bock erledigt.“ Wenn an einem entscheidenden Punkt angesetzt werde, könne das gesamte Vorhaben ausgehebelt werden. Der Erfolg eines Klägers
gelte dann für alle.
Bürgermeister Huzel betonte am Donnerstagabend, die Gemeinde solle sich so einbringen, dass sie am meisten erreichen kann. „Wenn Geld in die Hand genommen wird, dann soll es gut eingesetzt sein“, erläuterte Huzel. Es sei eventuell sinnvoller, die Klage eines Bürgers zu unterstützen als selbst zu klagen. Der Vorsitzende der Wählergemeinschaft „Bürger für Lüdersdorf“, Bernhard Strutz, sagte: „Es ist auch
eine gewisse Spendenbereitschaft von Lüdersdorfer Bürgern da.“ Es sei angeraten, dass die Gemeinde eine private Klage unterstütze. Huzel antwortete: „Wenn ein solcher Antrag kommt, setze ich ihn gerne auf die Tagesordnung.“ Er würde es befürworten. Huzel sagt: „Die Bürger haben in dieser Angelegenheit größere Möglichkeiten als die Kommune.“ Es sei wichtig, „möglichst stark an einem Strang zu ziehen“. Wie Lüdersdorf vorgehe, stehe noch nicht endgültig fest. Die Gemeindevertretung werde am 28. April darüber beraten. Huzel betont: „Wir wollen nichts unversucht lassen.“

Von Jürgen Lenz
18/04/09

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