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Geschrieben von: LN Beitrag Donnerstag, den 23. April 2009 um 00:00 Uhr

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66.millionengrabMillionengrab: Rechnet sich Blankensee wirklich nicht? Erstmals hat ein Experte vorgerechnet, dass der Flughafen sich nie rechnen wird. Stimmt nicht, sagt der Airport, nennt aber keine Zahlen.„Es gibt keinen Grund, diesen Flughafen zu betreiben oder ihn zu erweitern.“ Vernichtendes Urteil des Hamburger Wirtschaftsprüfers Hans-Jürgen Drebber, der von der Gemeinde Groß Grönau für die Klage gegen den Flughafen-Ausbau engagiert wurde. Drebber hat ausgerechnet, dass Blankensee selbst mit den für 2020 angestrebten 3,25 Millionen Passagieren noch 6,2 Millionen Euro Defizit einfliegen wird.Der Wirtschaftsprüfer und Schatzmeister der Hamburger CDU hat Daten aus den Planfeststellungsunterlagen, Gutachten und Bilanzen des Flughafens Blankensee zu Grunde gelegt und hochgerechnet.

Für 2020 geht er von Erlösen von 11,96 Euro pro Passagier aus. Macht bei 3,25 Millionen Fluggästen etwas mehr als 38 Millionen Euro  Drebber rechnet Erlöse aus dem Non-Aviation-Geschäft (Parkgebühren, Mieteinnahmen) hinzu und kommt insgesamt auf 39,7 Millionen Euro Einnahmen.
Die Aufwendungen beziffert er mit 23,3 Millionen Euro Personalkosten für 1471 Mitarbeiter, 6,5 Millionen sonstige Kosten, 6,6 Millionen Abschreibungen, 3,4 Millionen Zinsen auf Investitionen sowie sechs Millionen Zinsen für das Gesellschafterdarlehen, das durch die Verlustübernahmen in den kommenden Jahren beträchtlich ansteigen werde. Macht unter dem Strich einen Verlust von 6,1 Millionen Euro im Jahr 2020. Das Minus im Geschäftsjahr 2007/2008 (neuere Zahlen liegen nicht vor) beträgt 6,094 Millionen Euro. In den kommenden zehn Jahren werde es nicht ein Mal einen Überschuss geben, so der Wirtschaftsprüfer.
Von Seiten des Flughafens und der Stadt hieß es stets, ab 1,2 bis 1,5 Millionen Fluggästen würde der Airport Geld verdienen. „Die Zahlen und Annahmen der Flughafen-Gegner aus Groß Grönau weichen erheblich von unseren ab“, erklärte die Führungscrew in Blankensee. Es liege ein robuster Businessplan vor, „der nicht vorsieht, dauerhaft Verluste zu schreiben, sondern schnellstmöglich die Gewinnzone zu erreichen.“ Aus Gründen der Vertraulichkeit würden keine Details veröffentlicht. Auch das städtische Beteiligungscontrolling nennt keine Zahlen. Jörg Kaminski: „Wir erwarten, dass man mit dem Flughafen Geld verdienen kann.“
Mit vagen Hoffnungen haben sich bislang Politiker und Aufsichtsräte abspeisen lassen. Auf konkrete Nachfragen habe es keine detaillierten Antworten gegeben, berichtet der frühere Aufsichtsrat Sven Schindler (SPD). Den SPD-Wirtschaftsexperten Jörg Hundertmark plagen Zweifel, „ob die genannten Zahlen jemals belastbar sind“. Eine Aussage, wann die Fliegerei alle Kosten abdecke, sei nicht erfolgt, erklärt Klaus Petersen (CDU). „Wir kennen nur einfache Hochrechnungen“, sagt Hans-Jürgen Schubert (Grüne). „Die Blauäugigkeit, mit der Lübeck in Entscheidungen hineinläuft, wundert uns sehr“, sagt Raimund Mildner (BfL). Lutz Heilmann (Linke) fordert einen Untersuchungsausschuss, der offenlegt, „wie die Mehrheit im Rathaus beim Flughafen Millionen verbrennt.“
Auch dem Förderverein Check-In ist kein Gutachten bekannt, dass die betriebswirtschaftliche Rentabilität des Airports belegt. Aber Vorsitzender Nicolaus Lange erinnert an die volkswirtschaftlichen Effekte, die sich bei einem Ausbau einstellen würden. Die Industrie- und Handelskammer (IHK) verweist auf die regionalökonomische Studie aus 2007, die von über 3000 neuen Jobs bis 2020 ausgehe. Rüdiger Schacht, bei der IHK für Standortpolitik zuständig: „Im wirtschaftlichen Gesamtkontext sehen wir klare monetäre Vorteile für den Flughafen.“
Von Kai Dordowsky
LN, 23.04.2009 um 15:10.

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