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Geschrieben von: LN Beitrag Donnerstag, den 28. Mai 2009 um 00:00 Uhr

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17.flughafenschliessungFlughafen mit Millionenverlust – Der Flughafen Blankensee bleibt auch unter dem neuseeländischen Mehrheitseigner Infratil ein Zuschussgeschäft. Der im Bundesanzeiger veröffentlichte Jahresabschluss für 2006/2007 weist einen Fehlbetrag von 4,7 Millionen Euro aus. Die Schutzgemeinschaft gegen Fluglärm spricht von einem Fiasko„Die Umsatzerlöse von 3,7 Millionen Euro reichen wiederum nicht aus, um die laufenden Kosten zu decken“, heißt es im Jahresabschluss. Die Ertragslage werde im wesentlichen durch Personalkosten und Abschreibungen belastet. Die langfristigen Verbindlichkeiten summieren sich auf 15,9 Millionen Euro.Ende Januar 2008 war die Flughafen-Gesellschaft kurzfristig sogar überschuldet. In einem den LN vorliegenden Schreiben äußert sich das städtische Beteiligungscontrolling überrascht.

 

Die Stadt, die noch mit zehn Prozent am Airport beteiligt ist, hat die negative Entwicklung mit „großem Erstaunen“ zur Kenntnis genommen.Infratil hat allerdings umgehend reagiert und den Flughafen vor einer möglichen Insolvenz bewahrt. Dazu haben die Neuseeländer eine
qualifizierte Rangrücktrittserklärung abgegeben. Das heißt, alle anderen Schuldner haben vorrangigen Zugriff auf das Vermögen des Airports. Dadurch wird das Unternehmen umgehend wieder liquide. Er habe nicht den Eindruck, „dass es eine dauerhafte Schieflage des Flughafens gibt“, erklärt Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). „Der Flughafen ist nie insolvent gewesen“, erklärt Geschäftsführer Johannes Scharnberg auf Anfrage. Zu Details will Infratil keine Stellung nehmen.Bereits unter rein städtischer Regie häufte der Airport mit zunehmender Passagierzahl immer höhere Verluste auf. 1995 waren es knapp 628 000 Euro zu Lasten der Stadtkasse, im Jahr 2004 bereits 3,5 Millionen Euro. Seit 1. Januar 2005 steht der neuseeländische Investor Infratil für die Defizite gerade. Allerdings mit Ausstiegsklausel: Sollte der Ausbau des Airports nicht stattfinden oder die Passagierzahl bis Jahresende unter 1,2 Millionen Euro bleiben, können die Neuseeländer vom Kauf zurücktreten. Die Stadt müsste dann für die aufgelaufenen Verluste geradestehen. Dass das Defizit unter privater Regie sogar noch weiter gewachsen ist, begründen Fachleute
mit zusätzlichen Kosten durch höhere Auflagen im Sicherheitsbereich.Unter allen Experten gilt als unbestritten, dass Blankensee wesentlich mehr Fluggäste braucht, um Geld zu verdienen. „Es gibt keinen
Zweifel, dass der Flughafen in Zukunft profitabel betrieben werden kann“, sagt Geschäftsführer Scharnberg. „Es besteht keine Gefahr, dass Infratil aussteigt“, versichert Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel (CDU). Sobald die Ausbaugenehmigung vorliege, werde Infratil in Blankensee richtig Geld verdienen, erklärt Halbedel.
So rosig sieht die Schutzgemeinschaft gegen Fluglärm die Sache nicht. Der zweite Vorsitzende Matthias Klinger fragt, auf welcher Grundlage eine überschuldete Flughafen GmbH den Ausbau betreiben will, „der unter anderem zur Finanzierung von Schallschutzmaßnahmen bei lärmgeschädigten Anwohnern verpflichtet“. Klinger wirft den Verantwortlichen in Politik und Verwaltung vor, „die wirtschaftliche Katastrophe am Flughafen wissentlich und willentlich herbeigeführt zu haben“.

Von Kai Dordowsky
LN vom 28.05.2008

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