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Geschrieben von: LN Beitrag Dienstag, den 02. Juni 2009 um 00:00 Uhr

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62.mildner0608Dr. Raimund Mildner, Fraktionschef der Bürger für Lübeck (BfL) in der Bürgerschaft, hält die Zahl von 1,5 Millionen Fluggästen im Jahr in Lübeck für möglich. Dafür müsste in Blankensee aber eine Ryanair-Basis entstehen. Wir veröffentlichen die Überlegungen von Dr. Mildner im Wortlaut: (")Flughafengegner sehen keine Chancen, Flughafenbefürworter keine Risiken in der Lübecker Flughafenentwicklung; jedenfalls werde solche nicht in der öffentlichen Diskussion genannt - falls sie überhaupt bei aller verbissenen Voreingenommenheit für die jeweils eigene Position bedacht werden. Im Vorwege weiterer Faktentransparenz durch Vorlage von Wirtschaftlichkeitsszenarien mag folgende Sichtweise der Thematik eine sachlichere Diskussion befördern und den Lübecker Bürgern einen anderen Blickwinkel eröffnen: Ja, die Lübecker Flughafenentwicklung ist abhängig von Ryanair

 

. Allerdings muss dies kein Nachteil sein. Ryanair betreibt bereits mehrere Linien im Shuttle-Betrieb (Hin-Rück-Flug ohne Vernetzung zu anderen Fluggesellschaften) zu europäischen Destinationen. Das Shuttle-Konzept von Ryanair hat dabei zur Voraussetzung, dass möglichst immer einer der beiden Flughäfen eine sogenannte Base ist, das heißt Instandhaltungs- und Wartungsarbeiten an den Flugzeugen ermöglicht. Lübeck ist bislang keine Base, kann also fast nur von anderen Base-Flughäfen angeflogen werden; eine klare Restriktion für weiteres Linienwachstum von Ryanair in Lübeck.
Ryanair konnte und wollte aus nachvollziehbaren Gründen eines nicht vorliegenden Planfeststellungsbeschlusses und ungesicherter Betreiberverhältnisse bislang keine Base in Lübeck einrichten. Dies wird nur dann geschehen können, wenn es eine gesicherte Zukunft für den Lübecker Flughafen gibt. Diese wird es aber absehbar nur mit einer Ryanair-Base geben, weil nur dann mehr Linien mit Passagierzahlen für ein Überschreiten der Gewinnschwelle geben wird; ohne Base kein hinreichendes Passagierwachstum.
Man könnte einwenden, dass doch andere Fluggesellschaften neben Ryanair auch Lübeck nutzen können. Dies ist ja auch mit WizzAir der Fall. Allerdings muss man bei Betrachtung des gesamten Flugmarktes wohl konstatieren, dass neben einer dominierenden Fluggesellschaft auf einem Shuttle-Flughafen nur kleinere Nischenanbieter zum Zuge kommen können. Und tatsächlich macht der Anteil von WizzAir in Lübeck unter 5% aus. Bleibt der Urlaubsflugverkehr, der jedoch selbst bei einer Neubelebung kaum "den Kohl fett machen" dürfte.
Ein anderes Argument der Flughafengegner liegt darin, dass mit mehr Passagieren auch die Verluste des Flughafens höher ausfallen. Bei näherer Betrachtungsweis ist allerdings eher eine Vollkostendeckung im operativen Geschäft in Reichweite. Steigende Fluggastzahlen führen zu höheren Abfertigungserlösen, steigern den Überschuss im Flughafen-Shop und lassen auch die Parkgebühren wachsen. Die Zahl von rd 1,5 Mio Fluggästen als Break-even-Punkt für operative Gewinne scheint nicht unrealistisch.
Jedoch müssen auch Zins und Tilgung bestritten werden sowie die von Flughafenbefürwortern natürlich zu Recht genannten regionalwirtschaftlichen Effekte berücksichtigt werden. Welche Höhe diese nun aber annehmen unter angemessener Würdigung von Infrastrukturvorleistungen, Landesfördermitteln oder auch Deckungsbeiträgen durch die regionale Wirtschaft bedarf der geforderten Wirtschaftsszenarien mit belastbaren Zahlengrundlagen.

Ein Randaspekt soll in diesem Zusammenhang auch genannt sein: Selbstverständlich ist Ryanair an einem kostengünstigen Flughafen interessiert. Noch wichtiger ist aber für Low-Cost-Carrier wie Ryanair ein reibungsloser Flughafenbetrieb, weil das Geld bei diesen Gesellschaften in der Luft verdient wird, das heißt möglichst kurze Abfertigungszeiten und hohe Flugfrequenzen erforderlich sind. Dies konnte in Lübeck nunmehr über Jahre sichergestellt werden.

Fazit: Die Investorensuche für den Flughafen Lübeck wird nur dann funktionieren, wenn das Dreieck zur Ryanair-Base geschlossen werden kann. Ohne verbindliche Langfristplanung für eine Base keine ausreichende Wachstumsperspektive und kein Investoreninteresse. Die Triangulation des Teufelskreises Flughafen Lübeck mag durchaus noch gelingen. Trotzdem: Zuerst müssen die Zahlen auf den Tisch und ggf Vorgespräche mit Ryanair und potentiellen Interessenten geführt werden. Erst bei hinreichender Aussicht auf Erfolg sollte ein formelles Ausschreibungsverfahren einsetzen.(")


HL -live online
Autor: BfL/red.   vom 02.06.2009
Dr. Raimund Mildner sieht Chancen für den Flughafen Lübeck. Foto

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