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Geschrieben von: LN Beitrag Freitag, den 06. November 2009 um 00:00 Uhr

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10.hlbrueggenBrüggen: Die Stadt will den Konstinkai an die Firma Brüggen verkaufen. Der Müslifabrikant plant dort eine neue Halle. Die darf aber nicht die Sicht auf die Altstadt nehmen.Der Konstinkai vor der Altstadt soll zur Lebensmittelfabrik werden. Die Traditionsfirma Brüggen möchte das Areal kaufen und dort eine

neue Produktionshalle errichten. Die Stadt will das 15 510 Quadratmeter große Gelände an der Trave für 1,53 Millionen Euro an Brüggen veräußern – das sind 99 Euro pro Quadratmeter. Das geht aus einem nicht-öffentlichen Papier hervor, das am Montag im Wirtschaftsausschuss beraten wird. Das Gelände erstreckt sich vom gläsernen ehemaligen Kreuzfahrtterminal bis zur Eric-Warburg-Brücke. Die Kaikanten und ein sechs bis zwölf Meter großer Streifen bleiben im Besitz der Stadt. Somit können dort auch andere Schiffe als die Zulieferer für die Traditionsfirma Brüggen festmachen.
Die Lübecker Hafengesellschaft (LHG) erhält von der Stadt 207 160 Euro, da sie auf den Hafenflächen am Konstinkai bereits investiert hat. Weitere 270 000 Euro plant die Stadt für eine etwaige Sanierung der Kaikanten ein, so dass von dem Handel unterm Strich eine Million Euro für die Stadt übrig bleiben. Durch den Verkauf des Konstinkais verzichtet die Stadt auf Pachteinnahmen von der LHG von 185 000 Euro jährlich.
Brüggen will bis Ende 2011 auf dem Areal eine Produktionshalle mit vier Fertigungslinien einrichten – zwei alte und zwei neue. Es werden 80 bis 90 neue Arbeitsplätze geschaffen. Der Weltmarktführer für Müsli will in Lübeck insgesamt 26 Millionen Euro investieren. Denn neben dem Kauf des Konstinkais möchte Brüggen weitere Flächen mieten – auf dem angrenzenden Areal der LHG nördlich der Eric-Warburg-Brücke. Dabei handelt es sich um 29 400 Quadratmeter zur Lagerung von Verpackungsmaterial und Lebensmittelprodukten. Die Hallen 23, 24 und 26 inklusive der dazugehörigen Freiflächen will Brüggen voraussichtlich für zehn Jahre mieten und später dann kaufen.
Unklar ist noch, was mit der Hafenbahn geschieht. Deren Gleise verlaufen auf dem Areal und müssen weichen, weil sonst die Produktionshalle nicht gebaut werden kann. Es gibt die Möglichkeit, auf die Schienen in diesem Bereich zu verzichten, was die geplante Umgestaltung der Untertrave erleichtern würde, heißt es in dem Papier. Der Konstinkai wäre über die Hafenumschlagsbahn weiter ans Schienennetz angebunden. Der Kaufvertrag mit Brüggen muss von der Bürgerschaft Ende November abgesegnet werden. SPD und CDU haben ihre Zustimmung signalisiert.
Parallel zum Kaufvertrag wurden die ersten Entwürfe der neuen Produktionshalle von Brüggen im Gestaltungsbeirat geprüft. Demnach soll die Halle länger, dafür aber etwas niedriger werden, „so dass sie nicht in der Blickachse auf die Welterbe-Altstadt steht“, erklärt Stadtplaner Herbert Schnabel.
Von einem bestimmten Standort auf der Eric-Warburg-Brücke aus sind jetzt sowohl das Kirchenschiff von St. Jakobi als auch die Spitze vom Burgtor zu sehen. Die dreigeschossige Halle soll statt 120 Meter jetzt 190 Meter lang werden, statt 15 Meter hoch nun nur noch 14 Meter emporragen. Es ist ein Verbindungssteg vom Neubau über die Hafenstraße zum benachbarten Brüggen-Gebäude geplant. Schnabel geht von einer „zurückhaltenden Gestaltung“ der neuen Halle aus.
Von Josephine von Zastrow

ln-online/lokales vom 06.11.2009 00:00
Blick von der Warburg-Brücke auf die Altstadt: Die weiß eingezeichnete Fläche markiert die Maße der neuen Produktionshalle am Konstinkai. Grafik: PETER + JAN GRÖPPER

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