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Geschrieben von: LN Beitrag Mittwoch, den 30. Dezember 2009 um 00:00 Uhr

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14.stefandraeger_amziel_ln250 Millionen für Siemens-Anteile - Das Lübecker Drägerwerk hält wieder alle Anteile an der Medizintechnik. Siemens hat seine Beteiligung verkauft. Stefan Dräger ist am Ziel: Der Vorstandschef ist jetzt alleiniger Herr im Hause Dräger. Der Münchener Siemens-Konzern hat seine 25-prozentige Beteiligung an der Medizintechnik verkauft. Dräger zahlt dafür 250 Millionen Euro.

 


Dem Deal hätten gestern der Vorstand der Siemens AG sowie die Gremien des Drägerwerks zugestimmt, teilte der weltweit tätige Hersteller von Medizin- und Sicherheitstechnik mit weltweit rund 11 000 Mitarbeitern gestern Abend mit. Ursprünglich hatte Dräger für den Rückkauf 300 Millionen Euro veranschlagt. „Die Übernahme der Anteile zu einem angemessenen Kaufpreis stärkt schon 2010 die Ertragskraft des Gesamtunternehmens, verringert die Komplexität, und es ermöglicht uns, die Verbundvorteile eines integrierten Technologiekonzern zu nutzen“, sagte Stefan Dräger. Die Siemens-Anteile standen Drägers Konzept entgegen, die Sparten Medizintechnik und Sicherheitstechnik wieder eng unter der Marke Dräger zusammenzuführen.
Trotz der kurzfristigen Aufwendungen für den Deal sieht Dräger langfristig neben den strategischen auch finanzielle Vorteile. Mit der Übernahme entfalle künftig eine Beteiligung von Siemens am Gewinn des Unternehmensbereichs Medizintechnik. Er hatte im Jahr 2008 13,3 Millionen Euro betragen.
Außerdem entstünden durch eine Bündelung der Einkaufsvolumina, geringere Verwaltungskosten und Steuervorteile Einsparungen von jährlich insgesamt rund 10 bis 15 Millionen Euro. Sämtliche Vorteile einer gemeinsamen, durchgängig funktionalen Struktur könnten nach einem Rückkauf vollständig genutzt werden, so der 46-jährige Vorstandschef.
Mit dem Ausstieg von Siemens wird das von dem damaligen Vorstandschef Theo Dräger eingefädelte Joint Venture endgültig ad acta gelegt. 2002 hatten sich die Münchener mit 35 Prozent an der Medizintechnik beteiligt. Anfang 2007 reduzierte Siemens seinen Anteil auf 25 Prozent und betrachtete das Dräger-Engagement nur noch als Finanzbeteiligung. Allerdings: Mit einer Schachtelbeteiligung von 25 Prozent konnte Siemens im Falle eines Falles eine Sperrminorität geltend machen. Damit ist jetzt Schluss: Wo jetzt Dräger draufsteht, hat auch nur ausschließlich Dräger das Sagen – und damit der Vorstandschef und Kontrolleur aller Familien-Stammaktien Stefan Dräger.
Den Coup kann sich der Vorstandschef, der bereits seit Anfang 2008 über den Rückkauf des Anteils verhandelt hatte, auf seine eigene Fahne schreiben. Wird auch sein breit angelegtes Programm zur Effizienzsteigerung und Kostenersparnis ein Erfolg, dürften kritische Stimmen, die an seiner Führungsqualität gezweifelt hatten, endgültig verstummen.
Der Kaufpreis von 250 Millionen Euro setzt sich zusammen aus einer Barkomponente von 175 Millionen Euro, einem Verkäuferdarlehen von 68,5 Millionen Euro und einer an die Aktienkursentwicklung gekoppelte Zahlung. Sie wird nach fünf Jahren fällig und dürfte etwa 50 Millionen Euro betragen. Die geplanten Investitionen tangiert der Rückkauf laut Dräger nicht.

Von Gerhard Krüger
ln-online/lokales vom 30.12.2009 11:41

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