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Geschrieben von: LN Beitrag Donnerstag, den 01. Oktober 2009 um 02:04 Uhr

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KV-Terminal: Naturschützer fühlen sich übergangen. Die Pläne zum Hafenausbau stoßen bei Naturverbänden auf Skepsis. Sie fordern ein Ende der "Salamitaktik". Durchstich am Priwall, riesige Abstellflächen auf der Teerhofinsel oder ein empfindlicher Eingriff in das Dummersdorfer Ufer, eine millionenschwere Erweiterung des KV-Terminals am Skandinavienkai:

Die Hansestadt braucht Platz für ihren expandierenden Hafen. Die Vorhaben kollidieren mit dem Schutz hochwertiger Biotope. Die Naturschutzverbände LNV (Landesnaturschutzverband), BUND (Bund für Umwelt und Naturschutz Deutschland) sowie der Landschaftspflegeverein Dummersdorfer Ufer fordern jetzt klare Aussagen, wo genau der Hafen wachsen soll. "Wir wollen die wirtschaftliche Entwicklung nicht blockieren", sagt Reinhard Degener vom BUND, "aber eine Salamitaktik wie am Flughafen Blankensee wollen wir nicht erleben." Die einzelnen Projekte müssten in eine Gesamtplanung eingebettet sein, die auch die Grenzen des Wachstums definiert, und Schutzgebiete langfristig festschreibt. "In diese Gesamtplanung müssen die Naturschutzverbände eingebunden werden", fordert Landschaftspflegerin Norma Kujath.
Von der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) fühlen sich die Naturschützer nicht hinreichend ernst genommen.Beispiel KV-Terminal: Das 2003 in Betrieb genommene Terminal für den kombinierten Verkehr (Schiffsladungen werden per Kran aufs Schiff verladen) soll für etwa 20 Millionen Euro auf die doppelte Kapazität ausgebaut werden. Dazu sind Eingriffe auf 9,5 Hektar nötig. Unter anderem müssen eine Million Kubikmeter Erde bewegtund eine Feuchtniederung plattgemacht werden. Darin enthalten ein - allerdings zugewucherter - Teich für die Bauchige Windelschnecke. Das winzige Tierchen sorgte 2002 für eine heftige Auseinandersetzung zwischen Umweltschützern und LHG. Man einigte sich schließlich außergerichtlich.
"Wir haben damals eine Vereinbarung unterzeichnet, um einen dauerhaften Naturschutz sicherzustellen", erklärt Rolf Jünemann vom Landesnaturschutzverband, "wir haben mit zwei Jahrzehnten gerechnet." Nach gerademal sechs Jahren solle die Natur wieder weichen. Jünemann: "Hier wird auf Gutsherrenart auf Gelände zugegriffen."Die von der LHG angekündigte enge Abstimmung mit den Naturschützern sehen die Verbände als nicht eingelöst an. So wolle die Hafen-Gesellschaft im Juni die Planung einreichen, im Dezember die Genehmigung erhalten und im Jahr 2010 mit der erweiterten Anlage in Betrieb gehen. Degener: "Völlig illusorisch."Die Naturschutzverbände erwarten, dass wenigstens für eine Vegetationsperiode der Biotop- und Artenbestand systematisch erfasst wird. 150 streng geschützte Arten würden in diesem Gebiet leben - unter anderem Neuntöter, Braunkelchen, Teichmolch, Zauneidechse und Moorfrosch.
Neben den gesetzlich ohnehin vorgeschriebenenUmweltprüfungen fordern die Verbände Aussagen, wie die LHG den Abraum von einer Million Kubikmetern Erde entsorgen will. Jünemann: "Zum Vergleich: Beim Bau der Autobahn 20 sind drei Millionen Kubikmeter Erde angefallen."Pläne der Stadt, in den kommenden Jahren die Teerhofinsel zu überplanen, und Denkanstöße von Politikern, alternativ in das Naturschutzgebiet Dummersdorfer Ufer einzudringen, werden von den Umweltverbänden kategorisch abgelehnt. Solche Pläne würden gegen EU-Recht verstoßen, so Volkher Looft, Vorsitzender des Landesnaturschutzverbands.

ln-online/lokales vom 12.03.2008

Foto: Rolf Jünemann, Norma Kujath und Reinhard Degener (v. l.) studieren die Pläne der Hafengesellschaft. Im Hintergrund das KV-Terminal mit den markanten blauen Kränen.

Foto:
LUTZ ROESSL

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