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Geschrieben von: LN Beitrag Dienstag, den 03. November 2009 um 00:00 Uhr

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cittimarkt_03.11.09_lnDer Citti-Park im Gewerbegebiet Herrenholz will massiv expandieren. Für 50 Millionen Euro soll die Verkaufsfläche um 10 000 Quadratmeter erweitert werden. Das Shopping-Center hat dort bereits jetzt eine Verkaufsfläche von rund 24 000 Quadratmetern.Harald Rottes, Chef der Kieler Citti-Park-

Immobilienverwaltung, bestätigte gestern auf LN-Anfrage entsprechende Pläne, die jetzt bei der Stadt eingereicht würden. Nach den Vorstellungen des Citti-Parks soll der derzeitige Haupteingang der Einkaufsmeile „um 30 Meter Richtung Padelügger Weg verlagert werden“. Man wolle, so Rottes, die Fläche zwischen dem derzeitigen Citti-Park und der Autowaschanlage zweistöckig überbauen. „Wir hoffen, dass wir den erweiterten Citti-Park zum Weihnachtsgeschäft 2012 eröffnen können“, sagte Rottes. Als „extrem bedenklich“ bewertet Karstadt-Geschäftsführer Andreas Joslyn die Citti-Pläne.
„Zusammen mit Ikea und XXXLutz entstehen 2012 rund 150 000 Quadratmeter Verkaufsfläche zusätzlich“, so Joslyn, „die Innenstadt hat 115 000 Quadratmeter. Wo soll diese zusätzliche Kaufkraft herkommen?“ Sowohl das Skandinavien-Center von Ikea in Dänischburg als auch der österreichische Möbelriese XXXLutz in Genin würden der Innenstadt mit ihren Sortimenten von Sport über Lebensmittel bis zu Multimedia-Produkten das Leben schwermachen, so Joslyn. So entstehe eine „zweite Innenstadt vor den Toren der Altstadt“, beklagt Gerald Gorny, Manager des Haerder-Centers. Die Citti-Ausbaupläne seien nicht schön, aber die innenstadtrelevanten Sortimente, die in Dänischburg und Genin geplant seien, seien bedrohlich.
„Lieber eine Erweiterung in Buntekuh als noch ein weiterer Standort“, sagt Nicolaus Lange, Geschäftsführer der Lübecker Kaufmannschaft. Herrenholz und Hochschulstadtteil hätten sich als Standorte etabliert. Lange fordert, dass die Citti-Pläne schnell in die Abstimmung mit den Umlandgemeinden eingebracht werden. Das Einzelhandelsentwicklungskonzept steht dem Citti-Projekt nicht im Weg. Die Erweiterung von Standorten ist möglich. Bausenator Franz-Peter Boden (SPD): „Voraussetzung ist, dass der Einzelhandelsbestand in der Altstadt sich verbessert hat – und das hat er.“ Boden beurteilt das Ansinnen von Citti als seriös: „Ob dabei 10 000 Quadratmeter herauskommen, wird man sehen.“ Die Politiker reagieren zurückhaltend.
„Wenn die Altstadt von zwei Seiten unter Feuer genommen wird, muss man sich gut überlegen, wie man damit umgeht“, sagt Sven Schindler (SPD), Vorsitzender des Bauausschusses der Bürgerschaft. „Wir sind freundlich zu Investoren, sehen aber auch die Schutzbedürftigkeit der Innenstadt“, erklärt CDU-Wirtschaftsexperte Klaus Puschaddel, „Auf keinen Fall wollen wir zusätzliches, innenstadtrelevantes Sortiment bei Citti.“ Lübeck hat seine Position als Einkaufsstadt derweil weiter gestärkt. Das geht aus einer neuen Untersuchung der Wirtschaftsförderung hervor, in der Kaufkraft und Umsatzzahlen unter die Lupe genommen wurden.

Von Torsten Teichmann und Kai Dordowsky
ln-online/lokales vom 03.11.2009 00:00

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