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Geschrieben von: LN Beitrag Dienstag, den 03. November 2009 um 00:00 Uhr

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handel_trotzt_krieseGutachten: Lübeck hat seine Attraktivität als Einkaufsstadt weiter deutlich steigern und Kaufkraft aus der Region gewinnen können, so die jüngste Untersuchung der Lübecker Wirtschaftsförderung.Seit neun Jahren prüft die Wirtschaftsförderung Lübecks Stellenwert im Einzelhandel. Entscheidende Kriterien

sind die Entwicklung der Umsatzzahlen und der Verkaufsfläche, vor allem aber auch die Kaufkraft der Bevölkerung. Daraus errechnet sich die Höhe der so genannten Zentralitätskennziffer. Und die hat mit 147 nach Aussage von Dirk Gerdes, Geschäftsführer der Wirtschaftsförderung, „ein neues Rekordhoch erreicht“.
Besonders erfreulich sei dabei, dass sich die Lübecker Altstadtinsel mit einem Umsatzvolumen von gut 382 Millionen Euro etabliert habe, gefolgt von dem autobahnnahen Standort Herrenholz, der ein Umsatzvolumen von 328 Millionen Euro habe. Beide Standorte würden gemeinsam 50 Prozent des Lübecker Einzelhandelsumsatzes erwirtschaften.
Basis für die Nachfrageentwicklung im Einzelhandel ist die vor Ort vorhandene und die aus dem Umland und dem Tourismus zufließende Kaufkraft. Während diese in Lübeck im Vergleich zum Bundesdurchschnitt viele Jahre lang langsamer gewachsen ist, gibt es nun eine Trendwende. Aktuell liege die Kaufkraft, so Björn P. Jacobsen, Prokurist der Wirtschaftsförderung , in Lübeck mit 3,62 Milliarden Euro (plus 1,5 Prozent) leicht über dem Bundesdurchschnitt. Obwohl die Umsätze im Lübecker Einzelhandel 2008 aufgrund der Wirtschaftskrise gegenüber den Rekordumsätzen in den beiden Jahren zuvor leicht zurückgegangen seien, „stabilisieren sie sich auf hohen Niveau“. Eindeutig ist, dass das Umland Lübecks Einzelhandel stärkt. „Seit 2004 gibt es exorbitante Zuflüsse von außen“, hebt Jacobsen hervor.
Der Geschäftsführer der Kaufmannschaft zu Lübeck, Nicolaus Lange, bestätigt diese positive Entwicklung: „Lübeck ist ein attraktiver Standort.“ Mit Blick auf die geplante Ikea-Ansiedlungen und künftige Expansionen im Gewerbegebiet Genin und im Herrenholz mahnte er aber, „die Sortimente und Flächen mit den einzelnen Standorten abzustimmen“. Es dürfe kein „unnötiger Verdrängungswettbewerb entstehen“.
Dass Lübeck als Einkaufsstadt an Stärke gewinnt, sieht auch Hans Frick, Präsident des Einzelhandelsverbandes Nord: „Die Mittelstädte holen auf, trotz der Krise.“ Er warnt aber davor, dass die Größe der Verkaufsflächen außer Kontrolle gerät. Es sei „super“, dass sich Ikea in Dänischburg niederlassen wolle. Doch was der schwedische Möbelriese dort auf die Beine stellen will, betrachtet Frick mit Sorge: Dort soll ein großer Einkaufspark „mit Ikea drin“ entstehen. Er befürchtet, dass das zurzeit bestehende „ausgewogene Verhältnis zwischen grüner Wiese und Innenstadt aus den Fugen gerät: „Bei der Verkaufsfläche befinden wir uns in Lübeck an der Obergrenze der Fahnenstange.“

Von Torsten Teichmann
ln-online/lokales vom 03.11.2009 00:00

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