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Geschrieben von: LN Beitrag Donnerstag, den 17. Dezember 2009 um 00:00 Uhr

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schrumpfen_lnGutachten: Ikea kann kommen, das „House of living“ von Villeroy & Boch kann kommen, der Baumarkt kann kommen – aber das skandinavische Center soll anders werden: Das sagt das neue Gutachten zur Ikea-Ansiedlung in Dänischburg, das das Hamburger Büro Lademann & Partner erstellt hat.

Es ist 100 Seiten dick, untersucht das Großprojekt von Ikea, berücksichtigt aber auch die geplante Citti-Erweiterung und die vorgesehene Ansiedlung von Möbel Lutz in Genin. Das Gutachten empfiehlt, dass die Verkaufsfläche in dem geplanten skandinavischen Center um ein Viertel (5000 Quadratmeter) schrumpft. Damit würde sich die Verkaufsfläche von 20 000 Quadratmetern auf 15 000 Quadratmeter reduzieren.
Die Größe des geplanten Einkaufscenters könnte allerdings auch beibehalten werden – aber nur, wenn dort etwas anderes verkauft wird. Denn kritisch sehen die Gutachter nur bestimmte Sortimente. Diese würden negative Auswirkungen auf die Geschäfte im Umland und in der Innenstadt haben – und gingen über den bloßen Wettbewerb hinaus. Die Gutachter raten, im skandinavischen Center weniger Bekleidung zu verkaufen, weniger Sportsachen und Campingbedarf, weniger Schreibwaren, weniger Bücher und Zeitschriften, weniger Elektroartikel, weniger Kühlschränke, Waschmaschinen und weniger Lebensmittel. Bei Babysachen, Spielwaren, Wohnaccessoires, Möbeln, Teppichen, Lampen, Hausrat sehen sie keine Probleme. Das Gutachten rechnet mit einem Umsatz von 195 Millionen Euro im Jahr für die gesamte Ansiedlung mit 60 000 Quadratmetern Verkaufsfläche. Zum Vergleich: In der Altstadt werden auf 120 000 Quadratmetern jährlich 380 Millionen Euro umgesetzt – etwa doppelt so viel.
Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) ist zufrieden mit der Expertise: „Sie ist fundiert, solide gemacht und hat ein klares Ergebnis.“ Heute gibt es ein Treffen mit Ikea, in dem die Einzelheiten besprochen werden. Saxe hofft auf eine Einigung. Denn: „Die Größenordnung ist unbedenklich – nur einige Sortimente müssen umgewandelt werden.“ Auch in der Politik sind die ersten Reaktionen positiv. Peter Reinhardt, SPD-Fraktionschef: „Ich kann gut damit leben.“ Die Ikea-Ansiedlung habe ja auch einen positiven Einfluss auf die Innenstadt. Geht man von drei Millionen Besuchern jährlich aus, und nur zehn Prozent machten einen Ausflug in die Altstadt, „dann sind das schon 300 000 zusätzliche Tagesgäste“, so Reinhardt. Zustimmung gibt es von der Union. CDU-Wirtschaftsexperte Klaus Puschaddel: „Das Gutachten zeigt, dass sowohl die geplante Citti-Erweiterung als auch die Möbel-Lutz-Ansiedlung und Ikea möglich sind.“ Er freut sich, dass die Expertise Spielraum lässt. „Wir hoffen, dass Ikea darauf eingeht.“
Johannes Ferber, stellvertretender Geschäftsführer der Ikea Verwaltungs GmbH, will sich noch nicht zum Gutachten äußern, sagt aber: „Ikea in Schweden hat der Investition in Dänischburg zugestimmt – unter der Voraussetzung, dass unser Konzept verwirklicht wird.“ Auch der Kaufvertrag mit Villeroy & Boch über das 400 000 Quadratmeter große Grundstück sei unterzeichnet worden. Ebenfalls mit der Maßgabe, dass das Baurecht auf dem Areal geändert wird, so dass Ikea dort sein Großprojekt realisieren kann. Geplant ist ein Ikea-Einrichtungshaus mit 30 000 Quadratmetern Verkaufsfläche, ein Baumarkt mit 10 000 Quadratmetern und das skandinavische Center mit 20 000 Quadratmetern, davon entfallen 6000 Quadratmeter auf das „House of living“.
Ikea will in Dänischburg 120 Millionen investieren und 400 Arbeitsplätze schaffen. Der schwedische Möbelriese will im Sommer 2012 eröffnen. Nördlich der Trave wird das Vorhaben euphorisch begrüßt, in der Altstadt haben die Kaufleute Bedenken wegen des geplanten Centers.


Von Josephine von Zastrow
ln-online/lokales vom 17.12.2009 11:00
Lübeck - Das Gutachten zur Ikea-Ansiedlung liegt jetzt vor. Die Experten raten dazu, das skandinavische Center um 5000 Quadratmeter zu verringern – oder das Sortiment zu ändern.

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