Diese Website empfehlen:

letzte Kommentare

RSS

Geschrieben von: LN Beitrag Freitag, den 18. Dezember 2009 um 00:00 Uhr

Benutzerbewertung: / 2
SchwachPerfekt 

jetztkanneslosgehen_lnIkea begrüßt das Gutachten- Ikea kommt. Das ist das Ergebnis des Treffens gestern im Rathaus. Die Gutachter wollen, dass der schwedische Möbelgigant sein Vorhaben in Dänischburg um 5000 Quadratmeter verkleinert – oder das Sortiment ändert. Das ist für Johannes Ferber, stellvertretender

Geschäftsführer der Verwaltungs GmbH, akzeptabel. „Die Expertise zeigt, dass unser Projekt mit 60 000 Quadratmetern Verkaufsfläche verträglich ist“, begrüßt Ferber das neue Lademann-Gutachten. Ikea plant neben dem Einrichtungshaus einen Baumarkt, das „House of living“ von Villeroy&Boch und ein skandinavisches Center. „Wir sind guten Mutes, dass das weitere Verfahren eingeleitet werden kann.“
Dass Ikea im geplanten Einkaufscenter 5000 Quadratmeter Sortiment verändern soll, „tut an der einen Stelle mehr weh, an der anderen weniger“, sagt Ferber. Unter anderem soll der Möbelriese dort auf 1200 Quadratmeter Kleidung und 1600 Quadratmeter Lebensmittel verzichten. Die machen laut Ferber auch die Wirtschaftlichkeit des Projektes aus. „Darüber werden wir verhandeln müssen.“ Die Gespräche würden im Januar geführt werden, im Februar soll dann der Bebauungsplan in die Gremien gehen. Ikea hat bereits 150 000 Euro in die erforderlichen Gutachten (Verkehr, Umwelt, Altlasten) investiert. „Sie liegen zum Teil schon vor, die anderen sind beauftragt“, so Ferber. Er hofft auf Baurecht im Herbst auf dem 400 000 Quadratmeter großen Villeroy&Boch-Areal im Stadtteil Dänischburg. „Das war ein sehr gutes Gespräch“, bestätigt Dirk Gerdes, Chef der Wirtschaftsförderung. Er sei sehr optimistisch, dass es zu einer Einigung mit Ikea kommt. Bausenator Franz-Peter Boden (SPD) ist positiv gestimmt: „Wir werden das gemeinsam schultern.“
Begrüßt wird das Gutachten vom Vorsitzenden des Bauausschusses Sven Schindler (SPD): „Es zeigt, dass der Altstadthandel ebenfalls berücksichtigt wird und beide Seiten voneinander profitieren.“ In der Expertise heißt es: „Das Vorhaben verfügt über ein klares touristisches Profil, von dessen Sogkraft sowohl die Hansestadt als auch das Umland profitieren können.“
Das sieht der Einzelhandel in der Altstadt anders. Karstadt-Chef Andreas Joslyn, Vorstandsmitglied des Lübeck- Managements (LM), hält die Sortimentumwandlung „für ein Ammenmärchen“ und die Reduzierung der Fläche für „absolut nicht ausreichend“. Joslyn: „45 000 Quadratmeter Verkaufsfläche sind die absolute Obergrenze.“ Das LM überlege ein „Gegengutachten von einem neutralen Experten“ erstellen zu lassen. Hans Frick, Präsident des Einzelhandels Nord-Ost, zielt in dieselbe Richtung: „Uns wundert, dass das Gutachten von Lademann vor zwei Jahren noch ganz anders aussah.“ Er sieht in der Sortimentsveränderung „lediglich ein kleines Bonbon“.
Vollkommen anders sieht die Kaufmannschaft die Sache. „Wir sind für Ikea – ohne Wenn und Aber“, erklärt Geschäftsführer Nicolaus Lange. Er könne nicht nachvollziehen, dass „ein Schutzwall um die Altstadt gelegt werden soll“. Seine Aufforderung: „Die Innenstadt sollte selbstbewusster werden.“ Auch nördlich der Trave steht man zu Ikea. Georg Sewe, Chef des Gemeinnützigen Vereins in Kücknitz, fürchtet, „dass alles so lange zerredet wird, bis die Investoren abspringen“. Das ist bei Ikea bislang noch nicht der Fall.
Ferber erneuert sein Angebot an die Einzelhändler: Er stehe Gesprächen offen gegenüber, sei bereit für gemeinsame Werbeaktionen, stelle Flächen zur Verfügung. „Seltsamerweise hat sich bei uns noch niemand gemeldet.“

Von Josephine von Zastrow
ln-online/lokales vom 18.12.2009 10:54
Lübeck - Der schwedische Möbelgigant akzeptiert die Expertise. Damit ist der Weg frei für das Millionen-Projekt. Der Einzelhandel findet das Vorhaben zu groß und will ein Gegengutachten.

Banner