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Geschrieben von: LN Beitrag Freitag, den 06. Februar 2009 um 00:00 Uhr

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02.nordkircheLandeskirchen fusionieren: Lübeck geht leer aus. Ratzeburg - Der Weg für eine Nordkirche bis 2012 ist so gut wie frei. Die drei evangelischen Landeskirchen in Norddeutschland  unterzeichneten am Donnerstagabend nach langen Verhandlungen ihren Fusionsvertrag. In den nächsten drei Jahren wollen die

Nordelbische, Mecklenburgische und Pommersche Kirche zu einer gemeinsamen Nordkirche mit rund 2,4 Millionen Mitgliedern verschmelzen. Lübeck geht dabei allerdings leer aus. Die Kirchenverwaltung soll in Kiel bleiben. Der Dienstsitz des Landesbischofs wird Schwerin.

Wie die Nordelbische Kirche am Freitagmorgen mitteilte, unterzeichneten die Kirchenleitungen im Ratzeburger Dom den Fusionsvertrag. In den bislang noch strittigen Fragen wurde eine Einigung erzielt: So soll Schwerin Sitz des gemeinsamen Landesbischofs werden. In einem nächsten Schritt wird der Vertrag den Kirchenparlamenten der drei Landeskirchen zur Ratifizierung vorgelegt. Sie werden Ende März zeitgleich tagen, für die Zustimmung zur Fusion ist jeweils eine Zweidrittel-Mehrheit notwendig.

„Mit diesem Vertrag gründen wir zunächst einen Verband, der eine Verfassung erarbeiten und beschließen wird“, sagte nach der Vertragsunterzeichnung der mecklenburgische Landesbischof Andreas von Maltzahn, der auch Vorsitzender der Steuerungsgruppe der drei Kirchenleitungen ist. „Mit großen Hoffnungen sind unsere Kirchen aufeinander zugegangen“, sagte er. Zugleich räumte von Maltzahn ein: „Es ist ein schwieriger Weg, aus unterschiedlich geprägten Kirchen eine neue Einheit zu bilden und dabei gewachsenen Identitäten Rechnung zu tragen.“

In den noch offenen Fragen zum Tarifrecht, der Besoldung von Pastoren und dem Standort des Landeskirchenamtes und des Landesbischofs fanden die Kirchenleitungen einen Kompromiss. Schwerin wird demnach der Dienstsitz des gemeinsamen Landesbischofs. Der Bischof oder die Bischöfin soll aber erst im Jahr 2012 bestimmt werden. Die Nordelbische Kirche verzichtet bis zu diesem Zeitpunkt darauf, einen eigenen Landesbischof zu wählen. Die Wahl war zunächst für kommenden Juni vorgesehen.

Die Bezahlung der Pastoren und Kirchenbeamten wird einheitlich geregelt. So soll das Besoldungs- und Versorgungsniveau in Mecklenburg und Pommern in den Jahren 2013 bis 2020 ausgehend von mindestens 90 Prozent der bisherigen nordelbischen Besoldung auf dasselbe Niveau steigen, hieß es.

Auch beim Tarifrecht gab es eine Einigung: Im Bereich der Nordelbischen Kirche wird das Arbeitsrecht weiterhin auf dem Weg einer Tarifpartnerschaft geregelt, während in den Kirchenkreisen Mecklenburg und Pommern die bisherigen arbeitsrechtlichen Kommissionen weiter bestehen können. Dazu würden eine gemeinsame Kirchenleitung und eine verfassunggebende Synode gebildet. Diese soll am Reformationstag 2010 zu ihrer konstituierenden Sitzung zusammenkommen. Zum 1. Januar 2012 soll die Nordkirche dann gegründet werden. Sie wird den Namen Evangelisch-Lutherische Kirche in Norddeutschland tragen.

dpa/ln am 06/02/09

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