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Geschrieben von: LN Beitrag Donnerstag, den 27. August 2009 um 00:00 Uhr

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res_1813Lübeck schickt Stein-Gutachter nach China! Aufregung um die Neugestaltung der Lübecker Innenstadt: Die Achse Schrangen–Klingenberg soll mit chinesischem Granit neu gepflastert werden. Die Hansestadt hat deshalb im Juli

 

einen Gutachter in die Provinz Shandong (Ostchina) geschickt, der sich die Steinbrüche angesehen hat.
Er sollte überprüfen, ob Lieferumfang und Qualität des benötigten Materials gewährleistet sind. Das geht aus einem internen Papier der Verwaltung hervor. Die Kosten der Chinareise hat die Hansestadt bezahlt.

Im Finanz- und Personalausschuss hat die Gutachterreise in den fernen Osten zu einer hitzigen Debatte geführt. „Das ist für einen Laien schwer nachvollziehbar“, sagt Henning Stabe, Finanzexperte der CDU. Der Chef der FDP-Fraktion, Thomas Schalies, äußert „Unverständnis“ über die Reise. „Es bleibt ein schaler Nachgeschmack.“ Die Grünen beäugen die Reise ebenfalls kritisch. Die finanzpolitische Sprecherin Adelheid Näpflein sagt: „So eine Reise ist ja auch mit Kosten verbunden.“ Immerhin sei bei der Chinatour auch festgestellt worden, dass es in den Steinbrüchen keine Kinderarbeit gebe.

Hintergrund der Gutachtertour ist die Frischzellenkur der Lübecker Altstadt. Die Achse Schrangen–Klingenberg wird für insgesamt 11,2 Millionen Euro umgestaltet. Leicht rötlicher Granit soll dort als neues Pflaster verlegt werden. Die Stadt hat im Februar einen Auftrag für rund eine Million ausgeschrieben, sechs Angebote gingen ein. Eine Berliner Firma war am günstigsten und hat den Zuschlag bekommen. Der Chef der Firma hat den Gutachter nach China auf eigene Kosten begleitet.

Für Stabe ein völlig indiskutables Vorgehen: „Eigentlich muss die beauftragte Firma das Gutachten beibringen. Sie muss nachweisen, dass sie in der Lage ist, das Material in der vorgeschriebenen Güte und Zeit liefern zu können – und nicht umgekehrt.“ CDU-Bauexperte Christopher Lötsch stimmt zu: „Ich finde das etwas übertrieben.“

Die Bauverwaltung spricht hingegen von einem „üblichen Vorgehen“. Bausenator Franz-Peter Boden (SPD): „Bei der Größenordnung der Bestellung und der Fläche ist es notwendig, einen neutralen Fachmann zu haben, der sich vor Ort umsieht.“ Es sei wichtig, zu überprüfen, ob das eingereichte Angebot auch „machbar“ sei. „Die Kosten liegen im Verhältnis zum Lieferumfang im Promille-Bereich“, so Boden.

SPD-Bauexperte Harald Quirder verteidigt die Chinatour. „Es muss sichergestellt werden, dass das Material geliefert werden kann.“ Sven Schindler (SPD), Vorsitzender des Bauausschusses, meint: „Das ist in Ordnung. Immerhin ist das der Belag für die Hauptfußgängerzone der Innenstadt für die nächsten 40 bis 50 Jahre.“

Von Josephine von Zastrow
LN vom 27/08/09
Fotos Lübecker Nachrichten

Leserbriefe:

Arbeit schaffen und sichern schrieb am 27.08.2009 07:26:
Ich habe einige Dokumentationen in den Medien sehen können, bei denen nachweislich Kinder unter hier nicht vorstellbaren Umständen Granit in Form brachten. Diese Machenschaften müssen verhindert werden. Ich finde diese Reise sinvoll. Allerdings wird sich die Delegation auch andere Baustoffe zeigen lassen, denke ich.
Warum nicht Baustoffe hier beziehen? Dann ist es eben wieder guter alter Ton

iltis schrieb am 27.08.2009 09:43:
Daß hier kein Aufschrei durch die Leser geht, wundert mich.
WER braucht chinesischen Granit??? Ich NICHT und auch sonst niemand in dieser Stadt, außer die, denen wir eine überflüssige Reise spendieren und die üblichen Verdächtigen - Profilneurotiker, die sich mal wieder ein Denkmal setzen müssen.

Krakelius Kreckekeck schrieb am 27.08.2009 10:25:
Stadtverwaldung - Stadtverdickicht - die Stadtverwaltung international -

Die Bürger für Lübeck BfL und ihr Mitglied Scholz, der wohl 6 Monate jährlich in China verweilt, ist gebeten dort einmal vorbeizuschauen. Vielleicht kennt er ja den Unternehmer und hilft uns.

Hein Pflaster schrieb am 27.08.2009 11:14:
So langsam reicht es. Der Gutachter,die Reise,Unterkunft und Essen. Das alles kostet ein heiden Geld. Die Gelder vom Staatsind vom Steuerzahlergehören wohl in die Industrie rund um Lübeck. Gut das es nicht Ulla gewesen ist. Dienstwagen nach China wäre wohl üblich gewesen.Ist ja auch nur im Promille-Bereich.
Herrn Boden muß ja dies nicht aus seinenem Portemane bezahlen.

Giovanni da Vinci schrieb am 27.08.2009 11:40:
Steinig oder steinreich, Lübeck -
Der Bausenator schaufelt und plastert was das Zeug hält. Die porösen chinesischen Granitmassen ziehen förmlich den Schmutz an und werden nun 40 jahrelang gereinigt. Neue Arbeitsplätze...War der Gutachter vereidigt oder eurozertifiziert oder Jedermann als Steinlobbyist, auf der Achse Berlin-Lübeck-China?

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