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Geschrieben von: stern-online Sonntag, den 06. Dezember 2009 um 00:00 Uhr

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07.nordpol_01Die Klimadebatte ist nicht nur hochemotional. Sie wird auch ideologisch geführt. Zur Not wird manipuliert. Dabei sind die Gründe der Erderwärmung strittig. Es ist Zeit, den Klima-Alarmismus zu beenden. Ausgerechnet zum Klimagipfel in Kopenhagen verstrickt sich die Klimaforscherszene in einen spektakulären

Datenfälschungsskandal. Der wichtigste Klimaforscher der Welt, Phil Jones - Schlüsselfigur des Weltklimarates IPCC - muss seine Ämter ruhen lassen, weil schwere Manipulationsvorwürfe im Raum stehen.
Offenbar haben Jones und einige seiner prominenter Kollegen wichtige Daten zur Erderwärmung gefälscht, Prognosen dramatisiert, Kollegen zur Löschung entlarvender E-Mails aufgefordert und beraten, wie man kritische Beiträge aus Fachzeitschriften heraushalten könne.
Unter Klimaforschern werden nämlich nicht nur die Verläufe der letzten Erwärmungsphasen, sondern auch deren Ursache immer strittiger diskutiert. Dabei scheint das Kohlendioxid als ein Auslöser weniger bedeutsam als bislang angenommen. Wissenschaftler fordern daher eine "Ent-Ideologisierung der Debatte".
Der deutsche Meteorologe Hans von Storch, Leiter des Helmholtz-Instituts für Küstenforschung sieht in dem Manipulationsskandal sogar den Beleg für ein "Klimakartell der Alarmisten". Damit müsse nun Schluss sein.
Interesse an Panikmache

Die Stimmung in der Szene kippt. So hat das Wissenschaftsmagazin "Science" gerade eine Studie veröffentlicht, wonach Vulkanismus und vor allem Sonnenaktivitäten wesentlich wichtiger für die Entwicklung des Klimas seien als menschliche Eingriffe in die Natur. Die MIT-Universität in Boston weist darauf hin, dass Klimawandel, wie wir ihn derzeit erleben, der erdgeschichtliche Normalfall sei. In den Geröllhalden der schmelzenden Alpen-Gletscher finden sich Zeugnisse früherer Vegetationen und Zivilisationen, weil es in den Alpen der vergangenen 10.000 Jahren bereits acht solcher warmen Rückzugsphasen gab - wie aber, wenn doch das Kohlendioxid der Neuzeit an allem schuld ist? Wie kommt es, dass die Zahl der bei Naturkatastrophen umgekommenen Menschen seit 100 Jahren rückläufig ist, wir aber doch alle den Eindruck gewinnen, es sei genau umgekehrt?

Offensichtlich gibt es nicht nur von einer Gruppe Klimaforschern rund um Phil Jones Interesse an Panikmache. Der IPCC-Chef Rajendra Pachauri verteidigt die methodischen Ungereimtheiten seines überdramatischen Uno-Klimaberichts sogar offen damit, es gehe vor allem darum "zu schockieren". Wer Relativierung zulässt, der verrät offenbar die gute Sache der grünen Apokalypse - und die wirtschaftlichen Interessen der Kernkraftlobby und des ökologisch-industriellen Komplexes gleich mit. Vor allem aber alle, die billige PR brauchen wie Politiker und Hollywoodstars, denn grüne Mäntelchen leuchten mit Apokalypse-Design am herrlichsten.
Erwärmung gab es früher auch schon

War nicht irgendwo ein Wintersturm? Regen in Djakarta? Hitze in Australien? Na bitte, alles Vorboten. Unsere apokalyptischen Reiter trappeln mit jedem warmen Wintertag bereits durch die Wettervorhersage der "Tagesschau". Was sie nie verraten: Dass man bereits im Mittelalter auf Grönland Getreide ernten konnte und auf den britischen Inseln wegen einer jahrhundertelangen Warmzeit die Malaria wütete.

Die ansteigenden Temperaturkurven der Neuzeit beginnen - ein praktischer statistischer Trick für Alarmisten - just am Ende der letzten "kleinen Eiszeit" vom 15. bis ins 19. Jahrhundert. Damals waren zwei Drittel des Nordmeeres von Packeis bedeckt, der Fischfang kam zeitweise zum Erliegen, Missernten mit
Hungersnöten suchten immer wieder das europäische Festland heim. Wenn die Deutschen erführen, dass die natürliche Erwärmung der Neuzeit geradezu eine Voraussetzung für ihren Wohlstand ist, sie würden weiter Autos erfinden, bauen, verkaufen, fahren, glücklich sein und reich bleiben. Wie furchtbar!

Von Wolfram Weimer
Stern online vom 06.12.09

Foto zeigt den Nordpol,  zum vergrössern anklicken

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