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Geschrieben von: LN Beitrag Mittwoch, den 11. November 2009 um 00:00 Uhr

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00.millionenverlust_ln– Die Weltwirtschaftskrise schlägt sich jetzt auch in der Bilanz der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) nieder. Das mehrheitlich der Stadt gehörende Unternehmen (1050 Mitarbeiter) rutscht tief in die roten Zahlen. Geschäftsführer Heinrich Beckmann: „Wir haben eine problematische Entwicklung.“Zahlen nennt er nicht.

Eine den LN vorliegende Hochrechnung von September geht unter der Überschrift „dramatische wirtschaftliche Entwicklung der LHG GmbH“ von einem Minus von knapp 5,5 Millionen Euro in diesem Jahr aus.
Zum Vergleich: 2005 und 2006 machte die LHG-Mutter noch Gewinne von über vier Millionen Euro. Der gesamte Konzern (inklusive Tochtergesellschaften) kam sogar über sechs Millionen Euro. Heute wird der Geschäftsführer dem Aufsichtsrat in einer Sondersitzung die neuesten Daten nennen. Gerüchten zufolge könnte es noch schlimmer kommen. Der CDU-Kreisvorsitzende und frühere LHG-Aufsichtsrat Frank Sauter warnte bereits öffentlich vor einem Ergebnis-Einbruch von rund zehn Millionen Euro.
Als Grund für die „problematische Entwicklung“ gibt die LHG-Chefetage die Wirtschaftskrise an. Seit einem Jahr bricht der Umschlag massiv ein. Fertigte die LHG (ohne die privaten Hafenbetreiber) 2007 noch über 29 Millionen Tonnen an den Kaikanten ab, rechnet Beckmann in diesem Jahr mit 23 bis 24 Millionen Tonnen. Gegenüber dem zweiten Halbjahr 2008 sei eine leichte Steigerung zu registrieren. Beckmann: „Die Talsohle ist durchschritten. Die Frage ist, in welchem Winkel verläuft der Anstieg.“ Für nächstes Jahr erwartet der Geschäftsführer nur leichte Verbesserungen.
Die schwere See bekamen bislang vor allem die Beschäftigten des Hafenbetriebsvereins (HBV) zu spüren, bei dem sich die LHG die Mitarbeiter ausleiht. HBV-Geschäftsführer Stefan Höppner reagierte zunächst mit Kurzarbeit, die inzwischen aber beendet ist. „Wir haben 45 befristete Verträge auslaufen lassen“, so Höppner. Im Klartext: 45 Hafenarbeiter wurden nach Hause geschickt. Um betriebsbedingte Kündigungen zu vermeiden, hat der HBV außerdem 22 Beschäftigte in Qualifizierungsmaßnahmen gesteckt. Der HBV beschäftigt aktuell 230 Arbeiter. Bei der LHG, die zu knapp 75 Prozent der Hansestadt und zu 25,1 Prozent dem britischen Finanzinvestor Rreef gehört, schlägt sich das in den Büchern nieder – die fremden Personalkosten sinken in diesem Jahr um mehr als vier Millionen Euro.
Bei den Aufwendungen für die LHG-Stammbelegschaft ist die Geschäftsführung noch nicht zufrieden. „Nennenswerte Beiträge sind bis heute nicht erreicht“, erklärt Beckmann. Laut Hochrechnung aus dem September-Papier sollen die Personalkosten in diesem Jahr sogar noch leicht steigen. Für die Gewerkschaft Ver.di ist das unverständlich. Zwar habe es 2008 einen Tarifabschluss gegeben, „der für einen leichten Anstieg sorgt“, sagt Gewerkschaftssekretär Gerhard Mette. Aber um die Krise abzufedern, seien die Überstunden zurückgefahren und Freizeitausgleich statt Bezahlung für Mehrarbeit vereinbart worden. Mette: „Ich bin verwundert über die Höhe des Defizits.“
Lübecks angeschlagene Unternehmen – Stadtwerke, Flughafen und Stadtreinigung – sind in diesem Jahr allesamt bei der Stadt vorstellig geworden, um sich millionenschwer helfen zu lassen. LHG-Geschäftsführer Beckmann: „Das ist das Letzte, was ich tue. Unsere Gesellschaft muss alleine klarkommen – und die Geschäftsführung muss dafür sorgen.“

Von Kai Dordowsky
ln-online/lokales vom 11.11.2009 10:56
Foto: Die Krise ist auch im Lübecker Hafen angekommen. Foto: Wolfgang Maxwitat


Kommentar: Schwere See

Jetzt also auch das Flaggschiff. Nach Stadtwerken, Flughafen und Stadtreinigung ist auch die Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) in schwere See geraten und schreibt in diesem Jahr ziemlich rote Zahlen. Grund sind die Weltwirtschaftskrise und der dramatische Rückgang an Ladung. Und da die Hafen-Gesellschaft noch nie ein super profitables Unternehmen war, schlagen sich die Umsatzrückgänge sofort in der Bilanz nieder.
Kein Grund zur Panik, beruhigen umgehend die Fachleute. Der Abwärtstrend beim Umschlag sei gestoppt, und in anderen Häfen gehe es noch viel schlimmer zu. Außerdem will die LHG-Chefetage nicht zur Stadt rennen und Geld einwerben – im Gegensatz zu den Kollegen von Stadtwerken, Flughafen und Stadtreinigung. Mal sehen, wie lange die LHG das löbliche Vorhaben durchhält.
Zeigen muss sich jetzt, ob der private Anteilseigner Rreef (25,1 Prozent) hält, was versprochen wurde. Bislang hat Lübeck eher schlechte Erfahrungen mit Partnern wie Infratil und Nehlsen gemacht. Wenn es eng wurde, waren sie weg.
Von Kai Dordowsky

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