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Geschrieben von: LN Beitrag Dienstag, den 10. Februar 2009 um 00:00 Uhr

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lmg_180Lübeck - Der Hafen leidet unter der globalen Wirtschaftskrise. Das ist bekannt. Jetzt wird es auch sichtbar. Schiffe liegen teilweise seit Wochen an den Kais – ohne Hoffnung auf neue Ladung.Im Dezember entschied Jan Peter Boehe, die „Rosita“ aus dem Verkehr zu ziehen. Das Küstenmotorschiff des Lübecker

Reeders liegt seitdem am Kai der LMG. Ladung aufzunehmen, lohne sich derzeit einfach nicht, erklärt Boehe – die Frachtraten seien zu gering. Der Reeder: „Das ist
schon unheimlich. So viele Schiffe wie derzeit lagen nicht einmal bei der Schifffahrtskrise in den 80er Jahren auf.“

16 Containerschiffe lagen gestern im Hamburger Hafen fest, weil sie keine Ladung hatten. Vier waren es laut Hafenkapitän in Lübeck – neben der „Rosita“ die „Anke Ehler“, die „Katharina Siemer“ und die „Atair J“. Im Seehafen Kiel liegt die „Mermaid II“ einer lettischen Reederei. Sprecher Ulf Jahnke: „Das Schiff wartet auf eine Anschlusscharter.“ In Rostock sind zehn sogenannte Auflieger für die nächsten Wochen angekündigt.

Obwohl sie Liegegebühren bezahlen müssen, rechnet sich die vorübergehende Stilllegung der Schiffe für die Eigner. Sie sparen die Heuer für die Mannschaft und den Kraftstoff für die Maschine. Die Liegegebühren betragen in Lübeck je nach Schiffsgröße zwischen 1000 und 7000 Euro im Monat.

Die großen Fähren, die von Travemünde aus den regulären Linienverkehr über die Ostsee bedienen, fahren allesamt. „Aber sie sind nicht voll“, berichtet Rolf Klein, Sprecher der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG). Vor allem der Einbruch bei den Neufahrzeugen macht den Logistikbetrieben zu schaffen. Im vergangenen Jahr wurden 22 Prozent weniger Kfz umgeschlagen als 2007. Rückgänge gab es auch bei Papier und bei Trailern. Auch Reeder Holger Lehmann merkt die Krise: „Die Linien sind deutlich schlechter ausgelastet.“ Lehmann schätzt, dass weltweit mindestens 1000 Schiffe nutzlos in den Häfen dümpeln. „Wir beobachten mit Schrecken, wie weltweit die Transportwirtschaft zusammenbricht“, so Lehmann. In diesem Jahr rechnet der Reeder für den Lübecker Hafen mit zehn bis 20 Prozent weniger Umschlag.

Neben den Reedern spüren auch die Hafenarbeiter die Flaute in der Transportwirtschaft. „Die Arbeit ist weniger geworden, wir merken das deutlich“, sagt Stefan Höppner, Geschäftsführer des Hafenbetriebsvereins (HBV). Von 268 Beschäftigten werden derzeit zwischen 160 und 190 benötigt. Der Rest baut freie Tage ab und nimmt Urlaub. Höppner: „Andere Arbeitnehmer werden weiterqualifiziert.“ Vor einem Jahr, als es im Hafen noch brummte, musste der HBV sogar Aushilfskräfte einstellen.

„Der Hafen ist ein Frühindikator für wirtschaftliche Entwicklungen“, erklärt Gerhard Mette von der Gewerkschaft Ver.di. Seit Mitte 2008 werde die Lage immer dramatischer. Lübeck habe dabei noch Glück, so Mette: „In Hamburg und Bremerhaven wird viel lauter geklagt.“

Von Kai Dordowsky
10/02/09
Foto: Zwischen Eric-Warburg-Brücke und Altstadt haben mehrere Schiffe festgemacht. Zwei für länger – weil Ladung fehlt. Foto: ULF-K. NEELSEN

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