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Geschrieben von: HL-live Donnerstag, den 15. Oktober 2009 um 00:00 Uhr

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16.flintenbreite141009Lübecks Wohnsiedlung Flintenbreite ist dank seines umwelt- und kostenbewusstem Wohnkonzeptes auch über Deutschlands Grenzen hinaus bekannt. Das Energie und Wasser sparende Konzept war bereits Vorbild für Projekte in Holland und China."Mit dem integrierten Energie-, Abwasser- und Abfallsystem

ist die Siedlung Flintenbreite aus ökologischer Sicht ein Vorreiter," sagt Marc Dreyer, Leiter der Projektentwicklung der Friedrich Schütt + Sohn Baugesellschaft mbH & Co. KG in Lübeck. "Die Nachfrage nach umweltbewusstem- und familienfreundlichem Wohnen wird größer. Gerade junge Familien fühlen sich von diesem Konzept sehr angesprochen," berichtet Dreyer.
Das integrierte Abwassersystem spart dank des siedlungseigenen Energiekreislaufes Wasser und Energie ein und senkt somit die Betriebskosten für die Anwohner. Das Abwasser wird in Schwarzwasser aus der Toilette und Grauwasser, das aus Küche und Bad kommt, getrennt abgeleitet. Dem Grauwasser werden Feststoffe, Fette und Öle entzogen. Im Schilfbecken übernehmen Mikroorganismen dann die endgültige Klärung. Später wird das gereinigte Wasser dem natürlichen Kreislauf wieder zugeführt.
Zur optimalen Trennung und Verwertung des Schwarzwassers sind in den Häusern Vakuumtoiletten eingebaut. Sie benötigen anstelle der üblichen sechs bis sieben Liter weniger als einen Liter Wasser pro Spülvorgang. Das Schwarzwasser aller Häuser fließt in eine zentrale Vakuumanlage mit permanentem Unterdruck. Damit Keime sicher abgetötet werden, wird das Wasser zusammen mit Bioabfällen aus den Haushalten in einem Hygienisierbehälter aufgeheizt und zu Biogas umgewandelt. Aus dem Biogas wird Energie im siedlungseigenen Blockheizkraftwerk gewonnen. Regenwasser versickert direkt auf dem Gelände.
"Das Gelände benötigt keine Kanalisation. Bei Bedarf kann die Siedlung aber an die öffentliche Kanalisation angeschlossen werden," erklärt Professor Dr. Ralf Otterpohl, Geschäftsführer der OtterWasser GmbH in Lübeck, der das Abwassersystem entwickelte. Mit dem eigenen Blockheizkraftwerk lassen sich bis zu 60 Prozent des Jahresstrombedarfs des Wohngebietes selbst erzeugen. "Die Betriebskosten der Ökosiedlung liegen rund 30 Prozent niedriger als in vergleichbaren Wohngebieten. Andere Städte kopieren dieses System gern. In Holland und China wurden nach Besichtigung der Flintenbreite derartige Konzepte bereits realisiert. Hamburg plant eine weiterentwickelte Variante für 2.000 Einwohner," berichtet Otterpohl.

HL-Live ,die schnelle Zeitung für Lübeck
vom 15.10.09
Das Baugebiet Flintenbreite ist Vorbild für andere Projekte weltweit. Grafik: Schütt

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