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Geschrieben von: LN Beitrag Freitag, den 07. August 2009 um 00:00 Uhr

18plastikdeckelMit einem Plastikdeckel erobert Lübecker Firma den Weltmarkt - Neue Jobs und Aufträge in Millionenhöhe: Die Lübecker „G-mate“ AG, führender Hersteller von Lackiergeräten, festigt ihre Stellung auf dem Weltmarkt. Es ist ein klares Bekenntnis zum Standort Lübeck und eine zukunftsweisende Zusammenarbeit

von Firmen: Innerhalb eines Jahres entwickelte G-mate im Gewerbegebiet Roggenhorst ein hochmodernes Lackierpistolen- Bechersystem und lies es sich weltweit patentieren. Heute beginnt bei der Roder Kunststofftechnik GmbH in Roggenhorst die Produktion. Die Montageautomaten für die Fertigung des neuen Produktes baute die Lübecker Firma „IDE Automaten“, die ebenfalls in Roggenhorst ihren Sitz hat; und die Kartons, in denen die Becher auf Weltreise gehen, werden von dem Lübecker Unternehmen „Smurfit Kappa“ hergestellt. „Wir werden auch Lübecker Speditionen für den Transport einsetzen“, sagten die G-mate- Geschäftsführer Björn Buchholz und Michael Pfingstgräf. Buchholz bekannte, dass man in der Firmenpolitik den „hanseatischen Gedanken“ pflege. Wenn möglich, solle das Geld und die Arbeit in der Stadt bleiben.
Es ist ein ziemlich unscheinbarer Plastikdeckel, mit dem G-mate jetzt einen bahnbrechenden Erfolg hat. Lackierpistolen werden weltweit in Industrie- und Handwerk eingesetzt. Bisher war es üblich, die Farben in einem Plastikbecher anzumischen um sie dann in ein auf der Lackierpistole verschraubtes Aluminiumgefäß zu
schütten. Als neue Alternativen wurden Plastikgefäße entwickelt, die Mischbehälter und Lackierpistolen-Gefäß in einem sind. Doch es gab immer wieder Probleme mit Unterdruck in den Gefäßen aufgrund mangelnder Luftzufuhr: Und Unterdruck verhindert den gleichmäßigen Farbstrahl. G-mate entwickelte einen Deckel (G-Mix-Cup) mit einem „Labyrinthventil“ , dass eine Luftzufuhr in den Farbbecher garantiert, ohne dass die Farbe unkontrolliert ausläuft. Dass künftig nur noch ein Gefäß ohne technische Probleme eingesetzt werden kann, hat erhebliche positive Folgen. Beim Reinigen des Mischbechers und des Lackierpistolenbechers mit einem Verdünner wurden bislang zwei Liter Erdöl verbraucht. Bei der Produktion des neuen Ein-Weg-Bechers werden nur noch 20 Gramm Erdöl benötigt. Die Ersparnisse gehen in die Millionen, denn weltweit werden die Becher 30 Millionen Mal im Jahr verkauft.
Diplom-Ingenieur Michael Pfingstgräf: „Unser G-Mix-Cup ist ein Lackierverarbeitungssystem, das den Lackierern die Möglichkeit bietet, den Mischbecher, in dem die Farbe angerührt wird, auch gleichzeitig als Fließbecher zu verwenden, der auf die Lackierpistole aufgesteckt wird.“ Das umständliche manuelle Öffnen und Schließen des Luftventils entfalle ebenso wie die umweltbelastende Reinigung. G-mate musste nach der Patentierung der Erfindung nicht lange auf Kunden warten. Zehn Millionen Deckel mit dem „Labyrinth“-Ventil wurden bereits verkauft, mit ihrer Produktion wird heute Vormittag bei Roder offiziell begonnen. Die Aufträge haben ein Volumen von 2,5 Millionen Euro. Und weitere Kunden stehen schon Schlange. „50 Unternehmen wollen am 16. September auf der Messe Automechanika in Frankfurt mit uns Gespräche führen“, freut sich der Diplom-Kaufmann Björn Buchholz. Und Michael Pfingstgräf unterstreicht: „Die Resonanz auf das neue Produkt ist durchweg positiv. Die erste Schiffsladung verlässt in Kürze den Hamburger Hafen Richtung Australien.“ Die Lübecker Erfindung hat neue Arbeitsplätze zur Folge. Bei G-mate wird die Zahl der Jobs in Lübeck bis Ende 2009 um zehn bis 15 steigen. Derzeit hat das Unternehmen in Lübeck sechs Arbeitsplätze und in den USA drei. Die Mitarbeiterzahl bei Roder steigt im selben Zeitraum nach Aussage der Geschäftsführer Andrea Schnell und Thomas Mein um etwa fünf auf dann 35. G-mate investierte 650 000 Euro in die Entwicklung, Roder 350 000 Euro in Anlagen.

ln-online/lokales vom 27.08.2008 00:00
Foto: Björn Buchholz (links) und Michael Pfingstgräf stellten gestern bei der Roder Kunststofftechnik
GmbH in Roggenhorst das neue Lackierpistolen-Bechersystem vor. Foto: Neelsen

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