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Geschrieben von: Peter Schürmann Sonntag, den 10. Januar 2010 um 17:07 Uhr

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SchwachPerfekt 

lufthansa_technik_hamburg_-_airbus_a340Nehmen wir einmal an, sie wollen aus Altersgründen ihre Firma verkaufen, oder besser noch ihr Auto. Sie werben daraufhin in der Presse und beteuern gleichzeitig, dass die Firma allerdings nie Gewinne abwerfen wird und ihr Auto wird es mit Sicherheit auch nicht mehr durch den TÜV bringen. Vielleicht haben Sie ja recht mit ihren Behauptungen, aber wundern sie sich bitte nicht, wenn die Interessenten (z.B. Infratil) ausbleiben oder den Preis und die Bedingungen vorschreiben.

Ich glaube so würde sich privat kein Mensch verhalten.  Wie ernst kann ich also die Äusserungen der Flughafengegner (Politiker und Bürger) wirklich nehmen?

All ihre Bedenken und Forderungen nach mehr Bildung, Kitas, Solarpark, Theater usw. sind unbedingt berechtigt, aber sie müssen auch finanziert werden und die Früchte ernten dann im allgemeinen andere Regionen in Deutschland oder der Welt, weil es in Lübeck keine adequaten Arbeitsplätze für besser ausgebildete junge Menschen gibt. Das ist bereits heute trauriger Alltag, ( siehe Ranking) Alle Familien, die noch Kinder haben, werden mit Sicherheit ein Lied davon singen können. Ein Sohn in Stuttgart, eine Tochter in Kiel und wenn sie Glück haben findet der andere Sohn in Hamburg, also bleibt er in unserer Region- die Wertschöpfung fliesst aber nicht in unsere Stadt, eine Anstellung. Viele würden gern in Lübeck bleiben, aber sie finden leider keine angemessene Stellung, und so arbeiten sie z.B. bei Airbus in Hamburg und verlassen oft ihre Stadt, wenn sie dann ihren Ehepartner gefunden haben.

Und was hat das bitte mit dem Flughafen zu tun?

Im allgemeinen spielt der Flughafen nicht diese zentrale Rolle. In Lübeck ist aber vieles grundsätzlich anders zu bewerten. Beinahe 50 Jahre waren etwa 40 km der Stadtgrenze das Ende der Welt. Lübeck, und ich meine damit die Region Lübeck - also die Umlandgemeinden eingeschlossen,waren nicht nur von ihrem natürlichen Hinterland abgeschnitten, sondern wurden von der Landesregierung in Kiel auch als Konkurrenten immer benachteiligt und Lübeck heute sogar ausgegrenzt. Wer dem nicht zustimmen kann, soll sich bitte nur bei googlemap die grossen Verkehrsstrassen in Kiel ansehen, dann weiss man was ich meine, und sieht auch gleich wie Autobahnen und Bundestrassen aussehen sollten. Auf der anderen Seite hat sich Hamburg zu einer der stärksten Wirtschaftsregionen Deutschlands entwickelt und damit die Umlandgemeinden, die eigentlich von der Lage her auf Lübeck konzentriert waren, an sich gebunden und die können es sich heute im Hamburger Speckgürtel natürlich erlauben Lübeck auszugrenzen.
Dann kam die Wende und neue Hoffnung, die aber sehr bald auch wieder in eine Enttäuschung überging, denn alle Investitionen gingen in den Osten und Lübeck verlor z.B. über 70% der Fährpassagiere in Travemünde an Warnemünde.Viele Lübecker Bürger zogen an den Ostrand von Lübeck, weil Lübeck kein entsprechend günstiges Bauland ausweisen konnte. Dabei ist vom Lübecker Stadtgebiet nur etwa 20% bebaut, 0,98% beträgt davon die Altstadt.
Trotz all dieser ungünstigen Faktoren, die ein regieren wirklich unglaublich schwer machten und oft leider nur ein reagieren zuliessen, entwickelte sich Lübeck seit etwa 2000 wesenlich günstiger als alle Pessimisten und Schwarzseher vorausgesagt hatten. Sogar die Einwohnerzahl sank nicht unter 200.000, wie oft prophezeit wurde. Auch ist die Altstadt nicht tot, wie man mir noch um die Jahrtausendwende immer wieder mit ernsten Gesicht weismachen wollte, im Gegenteil sie ist ein Schmuckstück geworden in einer Region mit etwa 450.000 Einwohner im Umkreis von etwa 25 km. Es wird dabei leider immer vergessen,dass Lübeck im Umkreis von nur etwa 80 km etwa 4.5 Millionen Einwohner hat, also ein gosses Potenzial an möglichen Kunden, und jetzt spielt die Zeit für Lübeck.

In Anlehnung an die grosse Schwester Hamburg und der sich entwickelnen HanseBeltRegion durch den Bau der Beltbrücke wird Lübeck aber eine andere Entwicklung nehmen müssen, und dazu gehört in diesem speziellen Fall eben der Flughafen Blankensee, als zweiter Flughafen in der Metropolregion Hamburg und einziger "internationaler" in Schleswig-Holstein. Da kommen wir gleich an den Punkt, indem die Flughafengegner recht haben, der Flughafen kann nicht von dem jahrelang benachteiligten Lübeck allein finanziert werden, das ist die Aufgabe der Landesregierung, denn er erfüllt ja wirklich eine Infrastruktur für das Land.

Ohne wenn und aber wurde ja auch der Kieler Flughafen jahrelang subventioniert und sogar von der Lufthansa angeflogen, wir wissen alle warum, und es war mit Sicherheit nicht nur der Bedarf der Region Kiel und des Umlandes zu decken. Es war bereits eine Planung von 150 Millionen für die Untertunnelung der Bundestrasse 503  (alles vierspurig wie es sich ja auch gehört!!) und damit der möglichen Verlängerungen der Start- und Landebahn vorgesehen. Die Lufthansa Technik hatte laut nachgedacht, einen Teil ihrer Technik von Hamburg nach Kiel auszulagern, obwohl es zur der Zeit die allerschlechtesten Bedingungen waren, siehe beiliegende Karte...Deshalb blieb es aber auch wahrscheinlich beim nachdenken, allerdings versäumten es die Lübecker im Gegenzug nicht nur darauf hinzuweisen, das an ihrem Flughafen genügend Platz vorhanden sei, sondern sie stellten alles, bis auf Rest des heutigen Flughafens, unter Naturschutz.

Hier fängt ganz klar die Scheinheiligkeit der Flughafengegner an. Sie geben vor, mit ihrer Blockadepolitik an die Zukunft ihrer Kinder zu denken. Wenn es doch nur der Flughafen wäre, könnte man vielleicht noch die Angelegenheit irgendwo nachempfinden, da aber grundsätzlich beinahe alles Neue vehement abgelehnt wird, was die jungen Leute, und auch viele alte Leute,  lieben, stelle ich den guten Willen wirklich in Frage.

Sieht so wirklich die Zukunft Lübecks aus??

Polizeisportshows sind zu teuer,
aaaaPowerbootrennen ist zu laut,
aaaaaaaHansezoo brauchen wir nicht,
aaaaaaaaaaFlughafen ist ein Millionengrab,
aaaaaaaaaaaaaLüdersdorfer pochen auf Nachtruhe,
aaaaaaaaaaaaaaaaGrönau klagt gegen den Lübecker Flughafen,
aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaNaturschutzbeirat spricht sich für Schließung des Tierparks aus,
aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaAbbau der Lichtmasten an der B 75 in Siems
aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaLübecker "Botschaft" muss schließen
aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaBebauung der Travemünder Eselswiese ist gestoppt
aaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaaGerangel um Aufsichtsratsposten in Travemünde - ..... hier werde ich aufhören, sonst wird es unfair!

Ja, was brauchen wir da noch in unsere Kinder zu investieren?? Das sollten dann am besten auch gleich die Gemeinden machen, die dann für die Arbeitsplätze sorgen. Ich kann wirklich alle Politiker in Lübeck sehr gut verstehen, dass sie in Wirklichkeit mit den Aufgaben, die Lübeck nun einmal als Oberzentrum zu leisten hat, allein gelassen und damit überfordet sind. Solche Schlagzeilen (siehe oben) aber nach aussen zu tragen, wie es heute im Internet ja von vielen gerade auch Auswärtigen gelesen wird, zieht natürlich keine Investoren und Neubürger in die Hansestadt, und einen Flughafen verkaufen zu wollen, und ihn gleichzeitig aber eine Zukunft abzusprechen, zeigt nicht gerade ein kaufmännisches Geschick, nochzu man dabei ganz elegant die Millionen verschweigt, die durch dieses Auftreten nach Aussen, und durch die jahrelange Blockadepolitk, dem Steuerzahler entstanden sind und noch entstehen werden.

Bis zum heutigen Tag hat der Lübecker Flughafen noch keine vernünftige Ausbaufinanzierung erhalten, umso mehr Bewunderung muss man allen Mitarbeitern und ganz besonderes Lob an unseren Bürgermeister Bernd Saxe aussprechen, was dort trotzdem mit den zur Verfügung stehenden  Mitteln geleistet wurde, in diesem Jahr beinahe 700.000 Passagiere.
Es muss ausserdem für den Bürgermeister einer Stadt einfach erlaubt sein, man erwartet ja auch mit Recht einiges von ihm, sich für eine Sache einzusetzen und auch einmal Ideen und Visionen auszusprechen, ohne gleich als grössenwahnsinnig abgestempelt zu werden. Ich erwähne in diesem Fall auch nur ganz kurz die "Wüstenei",Wer sich die Karte ansieht, und die beiden Verkehrsachsen A20 und A1 verfolgt, weiss was der Bürgermeister ausdrücken will. Wenn wirklich alle Gegner um das Wohl unserer Kinder besorgt wären, dann würde deren Politik etwas anders aussehen müssen, denn es ist eben nicht nur damit getan Kitas, Schulen, Theater usw. einrichten zu wollen, sondern wir müssen einfach erkennen und begreifen, das das gesamte Leben ein Kompromiss ist und diese genannten Einrichtungen nur entstehen können, wenn auch die wirtschaftliche Entwicklung Schritt hält, oder überhaupt da ist, und dafür ist eben unser Flughafen ein besonders wichtiger Mosaikstein, ohne den es mit Sicherheit nicht diesen Aufschwung in der Region gegeben hätte.

Hier wünsche ich mir ganz besonders für unsere Jugend eine Änderung zunächst in der Aussendarstellung (siehe Schlagzeilen) und dann mehr Toleranz zwischen den Politikern und Bürgern. Vor allem aber immer daran zu denken, dass wir alle die Verpflichtung haben uns gemeinsam für die wirtschaftliche Entwicklung und im Gleichschritt für den Erhalt und den Schutz der Natur einzusetzen, und nicht wie es heute modern geworden ist, "eine entweder -oder" Position einzunehmen, sich in Schützengräben zu verkriechen und damit die gesamte Entwicklung einer Region zu verhindern. Das Lübeck sich trotzdem so gut behauptet hat, liegt nicht nur an ihrem Bürgermeister, sondern an ihrem grossen Potenzial und ihrer aussergewöhnlichen Naturumgebung. Zum Potenzial zähle ich unsere historische Vergangenheit mit der Altstadt, unsere Nähe zu der traumhaften und modernen Schwesterstadt Hamburg und die Entwicklungsperspektiven in der zukünftigen HanseBeltRegion.

Lübeck hat Zukunft und unser Flughafen auch!

Wir müssen es nur wollen, und da sind 56.076 Unterschriften nicht einfach weg zu diskutieren. In diesem Sinne wünsche ich ganz besonders den Flughafenangestellten, aber auch uns allen in der Region, das der Flughafen nicht nur weiter dahinvegetiert, sondern mit vernünftigen Besitzverhältnissen auf die Beine gestellt, und mit ausreichenden Mittel zum Ausbau ausgestattet wird.

Peter Schürmann

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