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Geschrieben von: LN Beitrag Dienstag, den 10. November 2009 um 00:00 Uhr

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holstentorpark_lnLümmelbänke und Naturbühne. Schönheitskur für einen der prominentesten Plätze der Stadt: Der Park vor der Holstentorhalle ist schlicht, aber schön – und wartet mit Besonderheiten auf.So hat man das Holstentor lange nicht mehr gesehen. Wenn man in dem neuen Park steht, fällt besonders auf, wie schief das Wahrzeichen dieser Stadt ist.
holstentorpark_ln_02Das 5300 Quadratmeter große Areal vor der Holstentorhalle soll ein Ort zum Verweilen für Einheimische und Touristen sein – mit Blick auf die Altstadt samt Holstentor, Salzspeicher, St. Marien und St. Petri. Und außerdem dient er als Durchgang zur Obertrave-Brücke und zur dortigen Flaniermeile.
Bestückt ist die schlichte Rasenfläche mit Sitzwürfeln oder „Lümmelbänken", wie Bausenator Franz-Peter Boden (SPD) sie nennt. Wer mit seinem schweren Rucksack vom Bahnhof in Richtung Innenstadt marschiert, kann sich dort hinfläzen und den schönen Ausblick genießen. Außerdem ist ein Mini-Amphitheater auf dem Areal entstanden. Dort können die Musikstudenten draußen proben oder auch ein kleines Konzert geben – auf einer Naturbühne sozusagen mit einmaliger Altstadtkulisse. Die jungen Musiker haben in der Holstentorhalle seit 2007 neue Proberäume.

Zur Straße hin sind in dem Park sechs Zierkirschen gepflanzt, die das Areal etwas zur Straße hin abschirmen. Eigentlich sollten sie einmal von unten angeleuchtet werden – das Licht wurde aber aus Kostengründen eingespart. Von der Holstentorhalle aus verlaufen zwei Diagonalen in Richtung Welcome Center und in Richtung Holstentor.
Als „das passende Ambiente für die Holstentorhalle" bezeichnet Bausenator Boden den neu gestalteten Park. Gute 380 000 Euro hat die Frischzellenkur gekostet. 348 000 Euro hat die Possehl-Stiftung davon übernommen, 35 000 Euro die Hansestadt. Stiftungs-Chefin Renate Menken ist froh, dass der Platz ein neues Gesicht bekommen hat, „denn ich habe hier schon einige Scheußlichkeiten" miterlebt.
Damit spielt sie auf die bewegte Vergangenheit des prominenten Platzes an. 1962 wurde an dieser Stelle ein schickes Parkhotel eingeweiht – mit Restaurant und Terrasse. Doch 20 Jahre später ist von der Pracht nicht mehr viel übrig. Als „Schandfleck" wird der Ort bezeichnet, denn das Areal verwahrlost. Das Kaufhaus Horten ist mittlerweile Eigentümer, doch das geplante Einkaufsparadies entsteht dort nie. Ende der 80er Jahre will die CDU einen Schlussstrich ziehen – und fordert, dass die Stadt das Areal kauft, um es selbst zu nutzen. Immerhin rollen 1989 die Bagger an und reißen das Parkhotel mit dem Charme der frühen 60er Jahre ab.
Aber das war es dann erst einmal wieder. Es wird eifrig geplant – ein Einkaufscenter mit satte 18 000 Quadratmetern Verkaufsfläche soll dort entstehen. Auch die Musik- und Kongresshalle sollte dort einmal platziert werden wie auch ein Teil des geplanten Hansemuseums. Doch alle Pläne zerschlagen sich. Dadurch, dass die Holstentorhalle vor zwei Jahren für die Musikhochschule umgebaut wurde, hat jetzt auch der Vorplatz eine Schönheitskur erhalten – und bleibt unbebaut.

Von Josephine von Zastrow
LN-online/lokales vom 10.11.2009 00:00
Ein Mini-Amphitheater im Vordergrund, das Holstentor und St.Marien als Kulisse – so präsentiert sich der neue Park vor der Holstentorhalle. Foto: MAXWITAT
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