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Geschrieben von: LN Beitrag Dienstag, den 26. Januar 2010 um 00:00 Uhr

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17.ikea_stadt_verteidigtDas Umland protestiert, und auch Lübecks City-Handel hält die Ansiedlung in Dänischburg für überdimensioniert. Die Verwaltung hingegen glaubt daran, dass alle von Ikea und dem Einkaufscenter profitieren. Leere Läden und Umsatzeinbußen. Das befürchten die Lübecker Innenstadt-Händler – und sind wie das Umland stinksauer. Das Lübeck-Management sieht die Ansiedlung des skandinavischen Centers schon lange kritisch, das Ikea in Dänischburg zusätzlich zum Einrichtungshaus plant. Aber auch die Interessensgemeinschaft der Hüxstraße ist alarmiert. Sprecher Olaf Adler: „Das Vorhaben ist definitiv zu groß – für die Altstadt und das Umland." Er glaubt auch nicht daran, dass die Ikea-Kunden nach ihren Besorgungen in Dänischburg zum Bummeln in die Altstadt kommen. „Das Verhalten ist anders", so Adler.
2012 sollen neben dem Einrichtungshaus Ikea (25 500 Quadratmeter) und dem „House of Living" von Villeroy & Boch (6000 Quadratmeter) ein Baumarkt (10 000 Quadratmeter) und das strittige skandinavische Einkaufscenter (18 000 bis 20 000 Quadratmetern) eröffnen. Dieses Großprojekt in Dänischburg wird aber auch im lübschen Handel nicht einheitlich bewertet.
So steht die Kaufmannschaft zu Lübeck hinter der Ikea-Ansiedlung – „ohne Wenn und Aber", wie Geschäftsführer Nicolaus Lange stets betont. Und nördlich der Trave warten die Lübecker auf die 120-Millionen-Euro-Investition und 400 neue Arbeitsplätze.
Die Hansestadt sieht den Protest aus dem Umland und aus der Lübecker City denn auch gelassen. Bürgermeister Bernd Saxe (SPD): „Diese Ansiedlung ist eine, die nach meiner festen Überzeugung vorteilhaft für die gesamte Region ist." Denn sie binde Kaufkraft an die Region, die bislang abgeflossen sei. Saxe hält nicht viel von der Kritik: „Es liegt ein Gutachten vor, das zum Ergebnis kommt, die Ansiedlung sei im Grundsatz verträglich." Seiner Ansicht nach führe es nicht weiter, nun „das Gutachten zu kritisieren, wenn das Ergebnis nicht gefällt". Außerdem werde die Region beteiligt, und man halte sich strikt an das Verfahren im Regionalen Einzelhandelsforum.
Wirtschaftsförderer Dirk Gerdes verteidigt zudem das Gutachten. „Wir haben die Verträglichkeitsgrenzen sogar freiwillig niedriger angesetzt", erklärt er. Die Norm bei solchen Ansiedlungen sei, dass Umsatzeinbußen bis zu zehn Prozent als verträglich gelten, man sei hier aber von 8,5 Prozent ausgegangen. Außerdem werde die Kritik beispielsweise aus Stockelsdorf in das Gutachten aufgenommen, so Gerdes. Er geht aber davon aus, dass dies keine erhebliche Änderung des Gutachtens bringen wird. „Denn die Auswirkungen Stockelsdorfs als Shopping-Location halten sich in Grenzen."
Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel (CDU) bewertet den Protest aus dem Umland als „falsche Ansicht" der Sache. „Ikea und das skandinavische Center sind eine neue Attraktion in einer Gegend, in der sonst ganz wenig bis gar nichts ist", macht sich Halbedel für das Projekt stark. Menschen, die sonst nicht in die Region kämen, reisten an „und machen auch einen Stopp in den anderen Orten".
SPD-Fraktionschef Peter Reinhardt rät zwar zu den „Absprachen mit den Umlandgemeinden", sieht jetzt aber die IHK in der Pflicht. „Es ist auch ihre Sache, das zu organisieren." Lars Schöning von der Unternehmensförderung der IHK verspricht: „Die Hinweise der Neustädter Gewerbetreibenden werden in das weitere Verfahren eingespielt – und die erwarteten Auswirkungen auch auf Neustadt finden selbstverständlich Berücksichtigung."
Von Josephine von Zastrow
Ln-online/lokales vom 26.01.2010 00:00:08
Lübecker Innenstadt-Händler befürchten Umsatzeinbußen. Foto: dpa
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