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Geschrieben von: LN Beitrag Donnerstag, den 28. Januar 2010 um 00:00 Uhr

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19.eska_implantsSchock für die 170 Mitarbeiter der Lübecker Eska Implants AG: Die Firma musste gestern Insolvenz anmelden. Der Betrieb geht weiter. Gekriselt hatte es schon länger bei Eska Implants in der Grapengießerstraße. Nach der Pleite bangen die 170 Mitarbeiter des Produzenten von künstlichen Hüft- und Kniegelenken nun um die Zukunft ihrer Jobs. Der vorläufige Insolvenzverwalter, Dr. Klaus Pannen aus Hamburg, versicherte der Belegschaft, dass der Betrieb vorerst ganz normal weiterlaufe. „Ich werde mich jetzt sehr intensiv um einen Investor bemühen", sagte Pannen den LN. Fast alle Mitarbeiter hatten zur Abwendung der Insolvenz im Dezember 2009 auf die Hälfte eines Monatsgehaltes verzichtet. Es half dennoch nichts. Das der Firma gestundete Geld werden sie nicht wiedersehen. Einen Betriebsrat, der die Interessen der Belegschaft wirkungsvoll vertreten könnte, gibt es nicht. Im Mai hatte Eska Implants Kurzarbeit eingeführt. Durch das Insolvenzgeld von der Agentur für Arbeit sind die Gehaltszahlungen drei Monate lang gesichert.
Die Verbindlichkeiten gegenüber den Gläubigern betragen insgesamt 13,5 Millionen Euro, wovon zwölf Millionen Euro auf diverse Banken entfallen. Der Jahresumsatz betrug 2009 rund 14 Millionen Euro.
Alleinaktionär und Unternehmensgründer Hans Grundei hatte seine Wertpapiere, die jetzt nichts mehr wert sind, bereits im letzten Jahr auf Druck der Banken einem Treuhänder übertragen. Fieberhaft war nach einem Investor gesucht worden – ohne Erfolg. Auch private Kapitalanleger, die Genussrechtsscheine (Garantieverzinsung acht Prozent) über drei Millionen Euro gezeichnet hatten, sind ihr Geld los.
Als Grund für die Pleite gibt der Lübecker Rechtsanwalt Dr. Ulrich Brock, Berater des Unternehmens, hohe Verluste beim Markteintritt in den USA und europäischen Ländern an. Insider weisen darüberhinaus auf eklatante Fehler beim Finanzmanagement hin.
Das Kieler Wirtschaftsministerium habe bis zuletzt vergeblich nach Wegen gesucht, den Gang zum Insolvenzrichter abzuwenden, sagte Minister Jost de Jager. Eine Reihe von äußeren, aber auch internen Faktoren habe diesen Weg leider versperrt. De Jager hofft, dass durch einen tragfähigen Neustart möglichst viele Arbeitsplätze erhalten bleiben. „Eska Implants ist ein wichtiges Unternehmen für den Medizintechnikstandort Lübeck. Wir bedauern, dass das schwierige Umfeld den Insolvenzantrag erforderlich macht", sagte IHK-Hauptgeschäftsführer Bernd Rohwer.
Von Gerhard Krüger
ln-online/lokales vom 28.01.2010 10:07
Foto: Dreher Gerhard Angelbeck (59, li.) und Zerspanungsmechaniker Martin Poß (25) hoffen auf den Erhalt der Arbeitsplätze bei Eska Implants. Foto: NEELSEN
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