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Geschrieben von: LN Beitrag Montag, den 25. Mai 2009 um 00:00 Uhr

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skluft200610_01Spediteure und Reeder fordern mehr Platz für Lübecks Hafen. Mit brisanten Forderungen wartet die Hafenwirtschaft auf – der Skandikai soll Richtung Kücknitz erweitert und das Priwall-Projekt  abgespeckt werden.Reeder und Spediteure mahnen Kurskorrekturen bei der städtischen Hafenpolitik an. Der Skandinavienkai müsse Richtung Kücknitz

weiterentwickelt werden, erklärte Michael Gröning, Vorsitzender der Lübecker Spediteure, auf einer CDU-Veranstaltung zur Zukunft des Hafens. Volker Polac, Vorsitzender der Lübecker Schiffsmakler und Vertreter der Reederei Stena Line in Lübeck, warnte davor, das Dummersdorfer Ufer zur „heiligen Kuh“ zu erklären.

Eine brisante Forderung, denn das Dummersdorfer Ufer ist Naturschutzgebiet. Die Politik müsse den Mut aufbringen, frühere Festlegungen im Interesse der Wirtschaft und der Allgemeinheit zu korrigieren, so Polac. „Die meisten Lübecker kennen das Gebiet überhaupt nicht“, erklärte der Schiffsmakler. Die alternativen Überlegungen, die Teerhofsinsel auszubauen, könne die Stadt sich schenken. Die Teerhofsinsel
liege viel zu weit stadteinwärts, so die Hafenexperten. „Wenn Lübeck sich nicht konkurrenzfähig hält, wandert die Ladung nach Rostock“, warnte Spediteur Gröning.

Große Sorgen bereitet Reedern die geplante Bebauung des Priwalls durch das Waterfront-Projekt. Dabei vor allem das Hotel an der Südspitze des Passathafens. Das verhindere einen späteren Ausbau der Travemünder Enge. „Pro Woche fahren 300 Schiffe durch die Enge, wir haben bereits Wartezeiten von bis zu 40 Minuten“, sagte Polac: „Wenn das teure Hotel mit den Füßen im Wasser gebaut wird, ist die Messe gesungen.“ Der Vorsitzende der Spediteure Gröning: „Wenn man den Hafen so behindert, gehen die Fährlinien nach und nach weg.“

Den Wunsch der Reeder, die Lübecker Kaianlagen von der Innenstadt verstärkt Richtung Ostsee zu verlagern, unterstrich gestern auch der Lehmann-Hafenbetriebsleiter Rasmus Vöge: „Alles strebt zur See.“

Trotz der aktuellen Wirtschaftskrise rechnet die Hafenwirtschaft damit, dass der Lübecker Hafen langfristig auf einen Jahresumschlag von über 40 Millionen Tonnen kommt. Für dieses Jahr erwarten sie 24 Millionen Tonnen – ein Rückgang um knapp 30 Prozent. „Der Russlandverkehr ist völlig eingebrochen“, berichtete Reeder und Hafenbetreiber Holger Lehmann, „bei uns stehen 400 Lkw auf dem Hof.“

„Wir müssen uns als Hafenbetreiber weiterentwickeln, irgendwann ist die Krise vorbei“, sagte Lehmann gestern während einer Gesprächsrunde mit dem Hauptgeschäftsführer der Industrie- und Handelskammer zu Lübeck, Bernd Rohwer. Der „Lehmannkai 3“ sei zwar wegen der Wirtschaftskrise zunächst „auf Eis gelegt worden“, das Planfeststellungsverfahren werde aber weiter vorangetrieben. Der private Hafenbetreiber geht davon aus, dass es erst 2012 eine echte Verbesserung der Lage der Hafenwirtschaft geben wird, zeigte sich aber dennoch
zuversichtlich: „Wir kommen durch die Krise.“ Im Liniendienst der Reederei Finnlines vom Lehmann-Kai nach St. Petersburg fahren derzeit pro Woche nur zwei Schiffe. Vor einem Jahr waren es noch vier.

Innerhalb eines halben Jahres sanken die Frachtraten um mehr als 50 Prozent. „An unseren Kaianlagen könnten auf dieser Route täglich sechs
Schiffe abgefertigt werden“, sagte Lehmann-Prokurist Benno Dietz.

IHK-Chef Bernd Rohwer ist davon überzeugt, dass der Transportmarkt im Ostseeraum bald wieder an Dynamik gewinnt. Die Verkehrswege müssten
deshalb jetzt ausgebaut werden, um für die kommenden Wachstumsraten gewappnet zu sein.

Von Kai Dordowsky und Torsten Teichmann
LN, 25/05/09

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