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Geschrieben von: LN Beitrag Freitag, den 29. Januar 2010 um 00:00 Uhr

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10.flughafen_istÜberraschung in der Bürgerschaft: Der Flughafen Lübeck bekommt Geld für den Betrieb bis Ende Oktober – mindestens 350 000 Euro pro Quartal.. Das hat das Stadtparlament einstimmig entschieden. Rot-Rot-Grün hatte den Antrag kurz vor der Sitzung entsprechend geändert – und damit eine hitzige Debatte vermieden. Das bürgerliche Lager aus FDP, CDU und Bürgern für Lübeck (BfL) hatte seinerseits den Antrag über vier Millionen Euro für den Airport-Ausbau auf Februar vertagt – weil er keine Mehrheit hatte. „Wir haben uns von den Argumenten von Wirtschaftssenator Wolfgang Halbedel und Betriebsrätin Doris Böhmke überzeugen lassen", erklärt Aufsichtsratsmitglied und Airport-Kritiker Hans-Jürgen Schubert (Grüne) den Sinneswandel des linken Lagers. Halbedel hatte am 12. Januar zu einem Hintergrundgespräch geladen. Da das Bürgerbegehren voraussichtlich am 25. April stattfindet und damit während des laufenden Sommerflugplans, soll dieser zumindest zu Ende geführt werden, hatte Halbedel den Fraktionschefs versucht klarzumachen.
Dennoch bleibt Schubert kritisch: „Wir wollen die Gesamtkosten wissen, denn das kann sehr teuer werden." Die irische Fluglinie Ryanair würde erhebliche Forderungen stellen, wenn sie ein Drehkreuz in Lübeck einrichten sollte. „Sie verlangt fünf Euro pro Passagier, 300 000 Euro für jede neue Fluglinie, eine halbe Million für das Einrichten eines Drehkreuzes und je eine Million Euro Beihilfe vom Sozialministerium für die Ausbildung der Crew", zitiert Schubert einen LN-Artikel 10.flughafen_istvom November 2003.
„Aktuell gibt es solche Forderungen nicht", erklärt hingegen Bürgermeister Bernd Saxe (SPD) nach der Debatte. Erleichterung bei Halbedel über den Beschluss: „Das ist ein vernünftiger Schritt." Die Beschäftigten hätten jetzt Sicherheit. Außerdem hofft er, dass sich die Debatte nun versachlicht. Positive Reaktion von Böhmke, die den Airport kommissarisch leitet: „Das gibt Sicherheit für die Passagiere. Wir hoffen, dass sie uns die Treue halten."
Für CDU-Fraktionschef Andreas Zander zeigt sich, „dass das erfolgreiche Bürgerbegehren erste Auswirkungen" hat. FDP, CDU und BfL haben mehr als 56 000 Unterschriften für den Erhalt des Flughafens gesammelt, nachdem Rot-Rot-Grün Ende November dem Airport den Geldhahn zugedreht hatte. Zander sieht den Beschluss als „gute Grundlage" für weitere Gespräche. Aber man habe gemerkt, wie „Schubert sich fast körperlich gewehrt hat, den Antrag zu begründen". BfL-Chef Raimund Mildner ist zuversichtlich: „Die Nachricht lautet: Von Lübeck kann weiter ohne Risiko gebucht werden." FDP-Vormann Thomas Schalies betont: „Ohne den Protest der Befürworter hätte es den Sinneswandel bei Rot-Rot-Grün nicht gegeben."
Da widerspricht SPD-Fraktionschef Peter Reinhardt. Die Fortführung des Flughafens bis zum Ende des Sommerflugplans sei für die SPD eine Selbstverständlichkeit. „Eine Abwicklung geht ohnehin nicht ad hoc." Die SPD wolle mit dem Beschluss nach außen ein Zeichen setzen, „dass wir nicht die Verhinderer sind", so Reinhardt.

Von Josephine von Zastrow und Kai Dordowsky
Ln-online/lokales vom 29.01.2010 00:00
Foto:Die Flughafen-Mitarbeiter werden Dauergäste auf der Tribüne der Bürgerschaft. Wie schon im Herbst verfolgten sie auch gestern die Diskussion. Im Februar steht der Airport wieder zur Debatte. Foto: TIM JELONNEK

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