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Geschrieben von: LN Beitrag Donnerstag, den 04. Februar 2010 um 00:00 Uhr

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15.flughafenmotiv- Ausbau und Betrieb des Flughafens unter städtischer Regie würden viel kostspieliger, als das Bürgerbegehren es weismacht: Das behaupten SPD und die „Schutzgemeinschaft gegen den Fluglärm" (SGF).
„Die Berechnungen des Bürgerbegehrens stimmen nicht", sagt SPD-Kreisvorsitzender Peter Thieß. „Unzureichende Informationen haben viele Bürger bewogen, ihre Unterschrift beim Bürgerbegehren zu leisten", so Thieß. „Mit den vier Millionen Euro werden die Bürger hinters Licht geführt", erklärt SGF-Vorsitzender Gerhard Haase.
Das Kieler Innenministerium hat unterdessen das Bürgerbegehren genehmigt – inklusive Kostendeckungsvorschlag. Die Überprüfung der 56 076 Unterschriften ergab bislang knapp 24 000 gültige Voten. Das Innenministerium: „Damit ist das Bürgerbegehren insgesamt zulässig."
Auf den Unterschriftenlisten wird mit vier Millionen Euro für die ersten Ausbauschritte sowie 3,5 Millionen Euro Verlustausgleiche von 2010 bis 2012 kalkuliert. Die SPD kommt dagegen bis April 2011 auf knapp 17 Millionen Euro. „Dramatische Unterschiede bei den Zahlen", sagt Sven Schindler, der die Berechnungen angestellt hat und früher im Aufsichtsrat des Flughafens saß. Die SPD geht von einem Verlust von 3,4 Millionen Euro in nur einem Jahr aus und rechnet acht Millionen Euro für die Entwässerung in den Investitionsplan hinein. Denn die Vereinbarung mit den Naturschutzverbänden von Januar 2008 besage, dass diese Investition unverzüglich umgesetzt werden müsse, sobald die Gerichte grünes Licht für den Ausbau des Airports geben. Schindler: „Spätestens im Winter 2010/2011 ist die Entwässerung fällig." Beim Ausbau von Parkplätzen kommt die Partei ebenfalls zu ganz anderen Zahlen. Die Verwaltung rechnet mit 60 000 Euro für 1900 neue Stellplätze. Architekt Schindler: „Das wären 31,50 Euro pro Parkplatz, das ist nicht zu schaffen." Die SPD rechnet mit 2,8 Millionen Euro Kosten.
Noch höher geht die Schutzgemeinschaft ran. Vorsitzender Haase: „Wir landen bei 40 Millionen statt vier Millionen Euro." Neben Entwässerung, Lärmschutz, Verlustausgleichen und Zinsen würden drei bis vier Millionen fällig, um 28 Grundstücksinhaber in der Nähe des Airports zu entschädigen. Weiterhin rechnet die SGF millionenschwere Kosten für eine Ryanair-Basis hinzu. Haase: „Lübeck braucht einen Hangar und einen Terminal. Mit den jetzigen Zelten geht es nicht."
Die Initiatoren des Bürgerbegehrens verteidigen ihre Berechnung als seriös. „Der Flughafen wird unter städtischer Regie auf Sparflamme fortgeführt", sagt Thomas Schalies (FDP). Die Verluste seien bereits deutlich gesunken. Andreas Zander (CDU) erklärt, dass die acht Millionen Euro für die Entwässerung nicht auf einen Schlag gezahlt werden müssen. Parkplätze für 60 000 Euro seien möglich. Zander: „Wie beim Parkplatz P3 schüttet man einfach Schotter auf."
Das bestätigen Stadt und Flughafen. „Die Parkplätze werden mit einfachsten Mitteln hergerichtet, um Geld zu sparen." Die Entwässerung werde erst nach 2015 erfolgen, wenn die Start- und Landebahn verlängert wird. Auch Lärmschutzmaßnahmen würden erst nach 2015 fällig. „Die Errichtung eines Hangars erfolgt durch die betreffende Fluglinie, der Flughafen stellt nur eine Fläche oder einen bestehenden Hangar zur Verfügung", sagen Stadt und Flughafen.
Ob die für dieses Jahr geplanten mehr als eine Million Passagiere zusammenkommen, erscheint zunehmend fraglich. Derzeit sind Dublin und Frankfurt-Hahn ab Sommerflugplan nicht zu buchen. Das bestätigt Flughafen-Geschäftsführer Michael Lange. Mit Ryanair werde noch verhandelt, so Lange. Die irische Fluggesellschaft will sich innerhalb von zwei Wochen äußern. CDU-Fraktionschef Zander: „Die Buchungsrückgänge durch die öffentliche Debatte machen mir Sorgen." Laut Schutzgemeinschaft sollen Hahn und Dublin „nach derzeitigem Stand" ganz wegfallen, London-Stansted, Barcelona-Girona und Alicante deutlich ausgedünnt werden. Vorsitzender Haase: „Der Sommer wird für den Flughafen eine Katastrophe."
Von Kai Dordowsky
ln-online/lokales vom 04.02.2010 00:00
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