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Geschrieben von: LN Beitrag Samstag, den 19. Dezember 2009 um 00:00 Uhr

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bahn-blackout_lnLübeck/Hamburg – Ein Stromausfall im Stellwerk der Deutschen Bahn in Lübeck hat gestern über Stunden für Chaos im Norden gesorgt. Sämtliche Züge rund um die Hansestadt standen still, auch auf den wichtigen Pendlerstrecken nach Hamburg, Kiel, Rostock und Lüneburg. Tausende Bahnreisende saßen bis zu vier Stunden fest. Einen Ersatzverkehr per Bus gab es nicht:
bahn-blackout_ln„Angesichts glatter Straßen hatten wir keine Chance, Busse zu bekommen", sagt Egbert Meyer-Lovis von der Bahn in Hamburg.
Ursache für den folgenschweren Stromausfall war ein defektes Bauteil in dem Stellwerk: „Ein so genannter Umformer wandelt Wechselstrom in Gleichstrom um und ist offenbar kaputt gegangen", so der Bahn-Sprecher. Entsprechend habe es auch nichts genützt, dass das Notstrom-Aggregat unmittelbar nach dem Blackout angesprungen sei. Die Konsequenz: Der Hauptrechner fiel aus. Sämtliche Signalanlagen zwischen Fehmarn und Büchen schalteten auf „Rot", stoppten Personen- und Güterzüge. Betroffen waren laut Bahn insgesamt 36 Züge auf den Linien nach Kiel, Hamburg, Büchen, Schönberg, Fehmarn und Travemünde. Die Züge blieben auf freier Strecke stehen, mussten im Schritttempo zurück in die Bahnhöfe rollen. „Ohne aktives Stellwerk können wir nicht sehen, wie die Weichen gestellt sind, so dass wir aus Sicherheitsgründen extrem vorsichtig sein müssen", so Meyer-Lovis.
Der Stromausfall ereignete sich gegen 10.30 Uhr. Erst nach zwei Stunden konnten die ersten Züge wieder rollen. Teilweise fielen die Verbindungen (wie auf der Strecke von Lübeck nach Lüneburg) für fast vier Stunden komplett aus. Bis in den späten Nachmittag hinein gab es teils erhebliche Verspätungen von bis zu einer Stunde. Etliche Passagiere standen frierend am Bahngleis: Allein in Pansdorf (Kreis Ostholstein) saßen 300 Fahrgäste fest. Viele wollten über die Festtage per Bahn zu Verwandten reisen, verpassten Anschlusszüge. In Lübeck hing ein ICE nach Hamburg fest. An Bord: zahlreiche Geschäftsreisende. Mehrere Schulklassen mussten in der Kälte ausharren, die zuvor das Weihnachtsmärchen im Theater Lübeck besucht hatten.
Besonders bitter: Der Versuch der Bahn, kurzfristig einen Schienenersatzverkehr zu organisieren, schlug fehl: Man habe keine Chance gehabt, bei Busunternehmen in der Region Fahrzeuge zu ordern, sagt Meyer-Lovis. Vor allem in Ostholstein lehnten die Unternehmen ab: Hier hatten die Busse den ganzen Tag über mit extremer Straßenglätte zu kämpfen. Der Winterdienst kam selbst auf den Bundesstraßen 206 und 76 nicht mit dem Räumen und Abstreuen der Fahrbahnen hinterher. Entsprechend groß war der Ärger der Bahnkunden. So hing auch LN-Online-User Thorsten Stratmann über eineinhalb Stunden auf dem Timmendorfer Bahnhof fest: „Es gab null Informationen für die Reisenden. Vom Zugführer gab es nur lapidare Auskünfte, dass der Bus gleich komme."
Erst am Donnerstag hatte es massive Behinderungen im Zugverkehr im Norden gegeben. In Hannover hatte ein Softwarefehler den Zentralrechner der DB lahmgelegt. Einen Zusammenhang gebe es aber nicht, so die Bahn.
Von Bastian Modrow
ln-online/lokales vom 19.12.2009 00:00
Nichts ging mehr auf dem Lübecker Hauptbahnhof: Die Reisende mussten sich in Geduld üben – von Ausfällen und Verspätungen waren alle wichtigen Strecken betroffen.Fotos: MAXWITAT
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