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Geschrieben von: LN Beitrag Samstag, den 25. Juli 2009 um 00:00 Uhr

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combispeedHamburg gibt Lübecker Terminal auf. Die Wirtschaftskrise versetzt dem Lübecker Hafen einen neuen Schlag: Der erst 2003 in Betrieb genommene Container-Terminal Lübeck (CTL) stellt Ende August die Arbeit ein, auch der Containerverkehr auf Schienen von und nach Hamburg wird aufgegeben.

 


Das kündigte gestern die Hamburger Hafen- und Logistik AG (HHLA) an. Sie will ihr Lübecker Tochterunternehmen verkaufen. Zurzeit betreiben sechs Mitarbeiter der Spedition Combisped, einer weiteren HHLA-Tochter, den Terminal in Lübeck-Siems.

Auf der hochmodernen, für 50 Millionen Euro gebauten Anlage werden Container mit Kränen von der Schiene auf sogenannte Feederschiffe geladen, die sie in finnische Häfen und ins russische St. Petersburg bringen – und umgekehrt. „Das Aufkommen ist so stark zusammengebrochen, dass wir uns zu diesem Schritt
entschlossen haben. Das Angebot für Containerverkehr auf der schnellen Landbrücke zwischen Hamburg und Lübeck wird heute so nicht angenommen“, sagte HHLA-Sprecher Florian Marten. In den ersten fünf Monaten sei der Umschlag um 70 Prozent gegenüber dem Vorjahr auf nur noch 8000 Standardcontainer
eingebrochen. Genaue Zahlen zu den Verlusten wolle die mehrheitlich der Stadt Hamburg gehörende HHLA am 13. August vorlegen, sagte Marten.

Das Container-Terminal wurde bei seiner Eröffnung als Symbol für die wachsende Zusammenarbeit von Hamburg und Lübeck gefeiert. Ursprünglich sollten 120 Arbeitsplätze entstehen. Lange Zeit blieben aber die Umsätze weit hinter den Erwartungen zurück. Jetzt ist das Vorzeigeprojekt vorerst gescheitert.

Combisped wird an dessen Geschäftsführer Thomas Dreyer verkauft. Er bedauert das Aus für den Terminal. Um die 40 Arbeitsplätze von Combisped zu retten, habe er sich entschlossen, die Anteile von der HHLA zurückzukaufen. Dreyer wird alleiniger Gesellschafter. „Es wird in der jetzigen Zeit sehr schwer werden,
sich am Markt zu behaupten“, sagt er. „Ich möchte so viele Arbeitsplätze wie möglich erhalten, kann aber keine Garantien abgeben.“

Combisped war 1976 von Klaus Dreyer, dem Vater von Thomas Dreyer, gegründet worden. Im September 1998 erwarb die HHLA 74,9 Prozent an Combisped, später die restlichen Anteile.

„Das Aus für den Container-Terminal ist natürlich eine Enttäuschung, zumal das Land große Erwartungen in das private Hafenprojekt gesetzt hatte“, sagte Schleswig- Holsteins Wirtschaftsminister Jörn Biel. Er sei aber überzeugt, dass die Anlage auf längere Frist eine gute Perspektive habe. Lübecks Bürgermeister
Bernd Saxe (SPD) nannte die Entwicklung ebenso „sehr bedauerlich“ wie auch der Hauptgeschäftsführer der IHK zu Lübeck, Bernd Rohwer.

Die HHLA will in Zukunft verstärkt mit der Lübecker Hafen-Gesellschaft (LHG) kooperieren und mit ihr untersuchen, wie man gemeinsam „maritime Warenströme bündeln kann, um so die Attraktivität der „Drehscheibe Lübeck nachhaltig zu erhöhen“. Man sei bereits in konkreten Gesprächen. Die Frage, ob die LHG am
Kauf des Container-Terminals interessiert ist, wollte gestern keines der beiden Unternehmen kommentieren.

Von Christian Risch und Gerhard Krüger
LN, 25.07.09

 

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