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Geschrieben von: LN Beitrag Samstag, den 30. Januar 2010 um 00:00 Uhr

16.flintenbreite141009Nach dem Hochschulstadtteil plant Lübeck weitere Wohngebiete. Wohnen in der Stadt – das liegt im Trend. Die Umlandgemeinden geben sich dennoch gelassen. Mit neuen Projekten wie dem geplanten Wohngebiet am Stadtgraben (die LN berichteten) will Lübeck Bewohner halten – und neue locken. „Es ist wichtig, dass die Menschen in der Stadt bleiben und der Speckgürtel nicht weiter wächst",
argumentiert Bürgermeister Bernd Saxe (SPD). Die Hansestadt stehe im Wettbewerb mit den umliegenden Gemeinden. Schließlich gingen die Einwohnerzahlen insgesamt zurück. „Da versuchen alle Städte, gut wegzukommen", so Saxe, der verstärkt Wohnflächen für junge Familien schaffen will. Im Hochschulstadtteil könne man sehen, dass das Konzept aufgegangen sei. Die Flächen seien weitgehend belegt, sagt er.

Tatsächlich gibt es bei jungen Familien ein großes Interesse, stadtnah zu wohnen. Das bestätigt Mario Drews, Niederlassungsleiter der Otto Stöben Immobilien GmbH in Lübeck. Mit dem Anstieg der Spritpreise suchten viele Familien ihren Wohnort mit Anbindung an das Busnetz aus. „So können sie mindestens auf das zweite Auto verzichten", meint Drews. Auch die Betreuungsangebote für Kinder, die Auswahl an Schulen und nahe gelegenen Einkaufsmöglichkeiten spielten eine große Rolle bei der Wahl des Wohnortes.

Jochen von Allwörden, Geschäftsführer des Städteverbandes Schleswig-Holstein, begrüßt die Pläne Lübecks. Es sei wichtig, die Einwohnerzahl zu halten, um die Infrastruktur in den Städten zu sichern. Kindergärten, Schulen, Abfallentsorgung, Stadtverkehr – alles ist ausgelegt auf eine Stadt mit 200 000 bis 250 000 Einwohnern.

Die Hansestadt Rostock beispielsweise musste die Zahl der Schulen um die Hälfte reduzieren, nachdem sie in den Jahren nach der Wende rund fünf Prozent ihrer Einwohner verloren hatte. „Außerdem sind uns durch den Einwohnerschwund zwölf Prozent des kommunalen Steueraufkommens weggebrochen", berichtet Ulrich Kunze, Sprecher der Stadt Rostock.

Für die Stadt Lübeck bedeutet der Zuzug von Menschen denn auch bares Geld: Durch den Kommunalen Finanzausgleich gibt es pro Einwohner einen Zuschuss von rund 1000 Euro. Dazu kommt ein höheres Grundsteuer-Aufkommen und ein größerer Gemeindeanteil an der Einkommenssteuer. „Das ist auch eine Motivation", so Verwaltungschef Saxe.

Noch 2004 war die Zahl der aus Lübeck Fortgezogenen mit 11 743 höher als die der Neuzugänge (11 676). Dann erst hat sich der Trend umgekehrt. Um künftig noch besser auf Wünsche der Bürger reagieren zu können, will die Stadtverwaltung in diesem Jahr erstmals ein umfangreiches Wohnungsmarktkonzept in Auftrag geben. „Es soll Aufschluss geben über Bestand und Bedarfe in den verschiedenen Segmenten", erklärt Stadtplaner Herbert Schnabel. Das Konzept soll als Leitfaden für die weitere Stadtentwicklung dienen.

Ostholsteins Landrat Reinhard Sager (CDU) gibt sich gelassen: „Lübeck hat einen gewissen Nachholbedarf." Die Stadt habe den Entwicklungsprozess über viele Jahre verschlafen. Davon haben vor allem die Umlandgemeinden profitiert – Sereetz, Ratekau, Stockelsdorf und Bad Schwartau konnten wachsen. Saxe: „In dem Konzert wollen wir mitspielen."

Von Julia Paulat
ln-online/lokales vom 30.01.2010 00:00:08
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