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Geschrieben von: LN Beitrag Donnerstag, den 21. Januar 2010 um 00:00 Uhr

03.seemannsschuleKeine Zusagen von Carstensen. Schon beim Übersetzen mit der Fähre gestern Morgen auf den Priwall machte sich Ministerpräsident Peter Harry Carstensen mit einem Problem der Seemannsschule bekannt. „4,40 Euro für eine Fahrt!", staunte er. Genau das richtige Stichwort. Sofort erfuhr Carstensen über die geplante Erhöhung der Jahreskarte auf 1050 Euro.
Er schlug sich auf die Seite der Seemannsschule und ihrer Mitarbeiter: „Sogar Sylt und Föhr haben Inseltarife. Das geht alles."
03.seemannsschuleDie an ihn adressierten Anliegen konnte Carstensen zunächst aufschieben. „Mein großer Berufswunsch war es, zur See zu fahren", begründet Carstensen sein besonderes Interesse an der Schule. Gern wäre er zur Bundes- und anschließend zur Handelsmarine gegangen. Aber eine Knieverletzung hätte das verhindert. Der Smalltalk ging anlässlich der aktuellen Schiffsmechaniker-Prüfungen in der Schule auf das eigentliche Tagesthema: Die Qualität der inhaltlichen Ausbildung droht die Nachteile der räumlichen Situation nicht mehr ausgleichen zu können. Beengte Werkstätten, veraltete Vierbettzimmer, sanierungsbedürftige Klassenräume – insbesondere in energetischer Hinsicht. Die neue Berufsgenossenschaft Verkehr, in der die Seeberufsgenossenschaft aufgegangen ist, schicke ihre Ingenieure zur Ausbildung nach Dresden, gibt Schulleiter Holger Garbelmann ein Beispiel. Die seefahrtsspezifischen Ausbildung der BG Verkehr möchte man nach Travemünde holen. Doch es sei Kritik am Standard der Ausstattung geäußert worden. Es gelte aufzuholen mit den Seemannsschulen in Rostock und Elsfleth. Die Probleme waren keine neuen: Schon die ehemaligen Wirtschaftsminister Werner Marnette und Jörn Biel haben sich die Sorgen der Schule angehört. Passiert ist nichts, und auch Carstensen machte wenig Hoffnung. Zwar zeigte er Verständnis, lobte die gute Ausbildung in der traditionellen Schule. Angesichts der jährlichen Ausgaben der Schule über 100 000 Euro an die Berufsbildungsstätte nebenan wegen fehlender Kapazitäten sprach Carstensen sogar von einer Million Euro, die er am liebsten investieren würde. Doch die letzten Sätze vor Carstensens Abreise wurden inhaltlich dominiert von geringen Einsparpotenzialen im Haushalt und einer Milliarde Ausgaben nur zur Schuldentilgung. Da machte auch der „deutliche Vermerk", den er in dieser Sache auf seinem Schreibtisch haben möchte, wohl wenig Mut auf baldige Besserung.
Von Nadine Materne
ln-online/lokales vom 21.01.2010 00:00:08
Ministerpräsident Peter Harry Carstensen (l.) zu Besuch auf dem Priwall in der Seemannsschule: Leiter Holger Garbelmann berichtet von Problemen. Foto: TIM JELONNEK
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