Diese Website empfehlen:

letzte Kommentare

RSS

Wer ist Online?

Wir haben 55 Gäste online
The next version of Ubuntu is coming soon
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner
Banner

Geschrieben von: LN Beitrag Donnerstag, den 30. April 2009 um 00:00 Uhr

Benutzerbewertung: / 6
SchwachPerfekt 

lmg_02LMG will eine neue Werft in Lübeck. Viel Arbeit statt Stillstand: Zwei Jahre nach ihrer Neugründung will die LMG im Stahlbau der Wirtschaftskrise trotzen. Noch sind  die Auftragsbücher voll – trotz schwieriger Lage in der Branche.Hammerschläge dröhnen durch die Hallen, Schweißgeräte verbreiten ihr gleißendes Licht, Kräne transportieren

tonnenschwere Schiffswinden zu ihrem Aufleger, drei Bordkräne für Schiffe warten auf die Verladung nach Hamburg, und der Rumpf einer 65 Meter langen Luxusyacht nimmt Gestalt an: Bei der LMG Anlagenbau GmbH herrscht gelassene Betriebsamkeit. Die 133 Mitarbeiter des Spezialisten im Maschinen-, Anlagen- und Stahlbau haben gut zu tun.
Geschäftsführer Jan-Hinrich Gottwald, der die Lübecker LMG nach ihrer Insolvenz im Jahr 2007 als Anlagenbau GmbH neu gründete, spricht von einer „noch guten Auftragslage“.

 

Doch die Lage im exportabhängigen Maschinenbau will er nicht schönreden: „Die Preise sind extrem unter Druck geraten. Und sie werden dauerhaft unter Druck bleiben.“ Ab Herbst brauche die LMG deutlich mehr Aufträge. Gottwald: „Doch wir sind guter Dinge und kämpfen um mehrere Großaufträge.“

 


Die LMG profitiert nach eigener Aussage davon, dass sie sich nicht nur dem Stahlschiffbau und der Herstellung von Kranen, Schiffswinden und Rampen verschrieben hat, sondern auch Ausrüster für Stahlwerke und Windkraftanlagen ist und neueste Hafentechnik entwickelt. „In der Zukunft werden wir die Schiffsreparaturen deutlich forcieren“, hebt der LMG-Chef hervor, was zur Folge hat, dass intensiv nach einem neuen Werftgelände in Lübeck Ausschau gehalten wird. Der Ausbau auf dem LMG-Gelände an der Einsiedelstraße stößt nämlich an Grenzen. Gottwald:
„Die Hafencity-Pläne der Stadt verhindern den Werftenausbau.“ Die LMG führt Gespräche mit der Lübecker Hafen-Gesellschaft und hofft, „jenseits der Nordtangenten-Brücke“ ein neues Dock bauen zu können.

Der Wirtschaftskrise setzt der LMG-Chef entgegen: „Man muss jetzt in Know-how investieren.“ Deshalb hat er seit Jahresbeginn ein neues Führungsteam installiert. Ihm zur Seite steht seit April als neuer Geschäftsführer für den kaufmännischen Bereich Geert Smeilus. Neuer Fertigungsleiter ist der Hamburger Diplom-Ingenieur Heinz Holger Biehl, und Falk Ohlig wechselte von der Lübecker Hafen-Gesellschaft zur LMG und übernahm dort Marketing und Vertrieb für die maritimen Geschäftsfelder. Außerdem gibt es seit April eine neue Konstruktionsabteilung.


Geert Smeilus hält es für unerlässlich, dass die LMG neue Geschäftsfelder entwickelt: „Wir brauchen mehrere Standbeine, um durch die Krise durchzusegeln.“ Und Gottwald hebt hervor, dass die Auftragsfertigung für andere Unternehmen die Hälfte des LMG-Umsatzes ausmacht. Der lag im vergangenen Jahr bei 16 Millionen Euro. Dieses Ergebnis will Gottwald trotz angespannter Marktlage nicht nur halten, sondern in diesem Jahr möglichst noch „eine Schippe drauflegen“. Die LMG strebt einen Umsatz von 17 bis 18 Millionen Euro an. Gottwald: „Wir sind ein Unternehmen, in dem noch Wachstum drin ist.“

Die Anlagenbauer wollen sich deshalb künftig auch verstärkt an von der EU geförderten Zukunftsprojekten beteiligen. „Rail-Tug“ heißt so ein Projekt für innovative Hafentechnologie. Mit diesem von der LMG entwickelten System können die Zugmaschinen im Hafen (Tagmaster) Lastwagen-Trailer seitlich auf einen Zug schieben. Dieses System erspart Häfen den Bau teurer und platzraubender Krananlagen. Und es beseitigt eine große logistische Schwachstelle. Nach Aussage von Falk Ohlig sind „90 Prozent aller Trailer nicht kranfähig, weil sie auseinanderbrechen würden“. Das neue Verladesystem biete deshalb die Chance, die Gütertransporte in großem Stil von der Straße auf die Schiene zu verlagern.

Von Torsten Teichmann
LN vom 30/04/09

Foto: WOLFGANG MAXWITAT

Banner