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Geschrieben von: LN Beitrag Dienstag, den 05. Januar 2010 um 00:00 Uhr

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01.hansemuseum_180Zehn Millionen aus Kiel? Lübeck - Beim Land liegt ein Antrag auf zehn Millionen Euro für das Hansemuseum. Lübecks Macher sind guten Mutes. Die Stadt Kiel hat Angst um ihr Science Center.
Im Juni schien die Messe gelesen. Die fest eingeplanten Millionen aus dem Berliner Welterbetopf für das 25 bis 27 Millionen Euro teure Hansemuseum blieben aus. Im Rathaus herrschte Ratlosigkeit:
Woher die fehlenden Millionen nehmen? Denn die Possehl-Stiftung hat 14 Millionen Euro zugesagt. Mehr werde es nicht geben, erklärt Stiftungsvorsitzende Renate Menken.
„Die Bürgerschaft hat uns losgeschickt, das Geld zu besorgen", sagt Kultursenatorin Annette Borns (SPD). Und das Land kam zur Hilfe. Beim dortigen Wirtschaftsministerium hatte Lübeck bereits einen Antrag auf 1,3 Millionen Euro Förderung gestellt – parallel zum Welterbetopf. Als klar war, dass es aus dem Welterbetopf keinen Cent für das Hansemuseum gibt, forderte das Land die Hansestadt auf, ihren Antrag beim Wirtschaftsministerium zu erneuern. Gesagt, getan: Am 19. Oktober reichten Kulturstiftung und die Projektgesellschaft der Possehl-Stiftung den Antrag über zehn Millionen Euro ein. Das Geld soll aus dem „Zukunftsprogramm Wirtschaft" fließen.
Prof. Hans Wißkirchen, Chef der Kulturstiftung, rechnet frühestens im Frühjahr mit einem Beschluss des Wirtschaftsministeriums. Zunächst werde das Land ein Gutachten einholen, wie tragfähig und zukunftsfähig das Lübecker Konzept ist. Aus der Stadt Kiel gibt es jetzt Störfeuer. Der dortige Oberbürgermeister Torsten Albig (SPD) hat einen Brief an den Ministerpräsidenten Peter Harry Carstensen (CDU) geschrieben, in dem er Klarheit über die Fördermillionen fordert. „Zuletzt habe ich gehört, dass die vom Land ursprünglich für das Science Center angekündigte Förderung nunmehr für andere Projekte im Land zur Verfügung gestellt werden soll", wird Albig in den „Kieler Nachrichten" zitiert, „dabei war insbesondere von einem Museumsprojekt in Lübeck die Rede." Das Kieler Presseamt bestätigt den Brief. Eine Antwort des Landesvaters stehe noch aus. Richtig sei, dass das Science Center genauso von den Landesmitteln abhänge wie das Hansemuseum, so ein Sprecher.
In Lübeck ist man jedenfalls zuversichtlich, dass das Wirtschaftsministerium grünes Licht gibt. „Ich glaube, dass unser Projekt das Land überzeugt", sagt Kultursenatorin Borns. „Unsere Chancen stehen nicht schlecht", erklärt Prof. Wißkirchen. Sollte die Ampel auf Rot springen, sieht es aber schlecht aus für die neue Gedenkstätte. „Dann ist das Hansemuseum für mich nicht vorstellbar", erklärt die Chefin der Possehl-Stiftung, Renate Menken. Im Februar werde man das Projekt dem Kieler Wirtschaftsminister Jost de Jager (CDU) präsentieren, so Menken. Bei einem positiven Beschluss werde es dann eine Vorlage für die Bürgerschaft geben, die das neue Museum absegnen muss.
Denn ein Teil der Betriebskosten wird über den städtischen Haushalt finanziert. Die Kulturstiftung der Hansestadt überträgt Mittel aus dem Burgkloster ins Hansemuseum. Denn das neue Haus wird in großen Teilen das Burgkloster übernehmen. Lübecks Museumschef Wißkirchen: „Die Summe ist aber geringer als die jetzige städtische Förderung."
Von Kai Dordowsky
Ln-online/lokales vom 05.01.2010 00:00:08
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