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Geschrieben von: LN Beitrag Mittwoch, den 06. Januar 2010 um 00:00 Uhr

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03.treffenAltstadt - Auf dem Kongress der Puppenspieler wird nicht nur gefachsimpelt: Beim 1. Figurentheater- Festival in Lübeck zeigen Künstler aus ganz Deutschland die Bandbreite ihrer Kunst. Eltern und Kinder drängten sich gestern Nachmittag an der Kasse des Lübecker Figurentheaters. Der Saal war ausverkauft, die Warteliste lang. Grund dafür waren Detlef Heinichen und seine Puppen: der kleine König
und sein Pferd „Grete". Der 54-jährige Bremer ist nur einer von Dutzenden Puppenspielern aus ganz Deutschland, die in diesen Tagen beim ersten Figurentheater-Festival ein Gastspiel geben.
Ein Ereignis, dass sich das Figurentheater am Kolk unter normalen Umständen nicht leisten könnte. „Wir können keine festen Gagen zahlen", sagt Stephan Schlafke, künstlerischer Leiter des Theaters. Auftretende Puppenspieler erhalten 70 Prozent der Einnahmen aus den verkauften Karten. Durch den parallel stattfindenden Bundeskongress des Verbandes der Puppenspieler (VdP) werden die Gastspiele erst möglich. Für die am Freitag beginnende Tagung reisen knapp 40 Bühnen aus ganz Deutschland nach Lübeck. Und wenn sie schon einmal vor Ort sind, geben einige auch gern ein Gastspiel auf dem bereits laufenden Festival.
Für den Bremer Detlef Heinichen war es gestern der erste Auftritt in Lübeck seit über zehn Jahren. Am Abend stand der 54-Jährige vom Theatrium Bremen noch ein zweites Mal auf der Bühne, spielte den „Amadeus", ein Puppenspiel für Erwachsene – längst kein Nischengenre mehr im Puppentheater. Das Festival bringt die bundesweite Bandbreite des Puppentheaters auf die Lübecker Bühne: Kabarett, Kindermusical, Märchen, Operetten oder Filmadaptionen.
„Der Vorteil des Figurentheaters für Lübeck ist, dass so renommierte Aufführungen in die Stadt kommen", sagt Schlafke vom Kobalt Figurentheater Lübeck, eine von vier Bühnen Schleswig-Holsteins, die den Kongress organisieren. Nicht nur ein Gewinn für die Theatergänger, sondern auch die Kongressteilnehmer. „Kollegen spielen hier auch für Kollegen", so Schlafke: „Man sieht Trends, andere Spieltechniken und verschiedene Konzepte zu Bühnenbildern", begründet Maren Winter ihre Teilnahme am Kongress. Zusammen mit ihrem Mann Willi ist sie das Figurentheater Winter aus Cronskamp in Mecklenburg-Vorpommern. Sie werden am Sonntag in der Briefkapelle der Marienkirche ihr Kinderstück „Das Geheimnis der Orgel" aufführen. Eine Mischform des Puppentheaters. Sie verbinden Puppenspiel mit Musik, und während Maren Winter im Hintergrund die Katze „Piccicato" bedient, interagiert Willi Winter mit ihr auf der Bühne.
Hinter der Bühne werden dann Erfahrungen ausgetauscht und Sorgen – über gestrichene Förderungen zum Beispiel. Man fachsimpelt unter Experten – und das genießen die Puppenspieler. Heinichen: „In der Runde kommt man nur einmal im Jahr zusammen."
Von Nadine Materne
ln-online/lokales vom 06.01.2010 00:00:08
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