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Aktuelles - HanseBeltRegion und die FehmarnBeltbrücke

Geschrieben von: LN-Interview Samstag, den 18. April 2009 um 00:00 Uhr

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0102062997600IHK-Präses Bernd Jorkisch im LN-Interview: „Die Beltbrücke ist unsere Chance“. Die Fehmarnbeltbrücke wird Lübecks Hafen beleben. Davon ist IHK-Präses Bernd Jorkisch überzeugt, der Anfang 2010 aus dem Amt scheidet. Lübecker Nachrichten:

Herr Jorkisch, die Industrie- und Handelskammer zu Lübeck braucht Anfang kommenden Jahres einen neuen Repräsentanten an ihrer Spitze. Ist es richtig, dass sie nach nur sechs Jahren satzungsgemäß nicht mehr zur Wiederwahl als IHK-Präses antreten dürfen? Bernd Jorkisch: Ja, das ist korrekt. Ich bin sportlich gesagt in der Endrunde meines Präses-Langstreckenlaufs. Ich werde dieses Amt im Januar 2010 abgeben.

LN: Eine Satzungsänderung ist nicht möglich, um Kontinuität zu wahren?
Jorkisch: Das ist ausgeschlossen.

LN: Man sagt von Ihnen, Sie hätten Ruhe und Kontinuität in die IHK gebracht. Ihnen gelang der Coup, den früheren Wirtschaftsminister Bernd Rohwer als IHK-Hauptgeschäftsführer nach Lübeck zu holen. Warum wird diese Erfolgsgeschichte jetzt gestoppt?
Jorkisch: Die wird nicht gestoppt. Das befürchte ich nicht. Wir sind in der IHK, was das Ehrenamt und das Hauptamt angeht, sehr gut
aufgestellt. Das, was wir in den vergangenen Jahren erfolgreich gemeinsam aufgebaut haben, wird fortgesetzt und weiterentwickelt.


LN: Bleiben Sie weiter in der IHK tätig?
Jorkisch: Ich werde der IHK verbunden bleiben. Ich bin Überzeugungstäter, was die Selbstverwaltung der Wirtschaft anbelangt. Ich werde mich
wieder um einen Platz in der IHK-Vollversammlung im November bewerben. In diesem Zusammenhang richte ich einen Appell an alle Unternehmen
unserer Region, sich an der Wahl zu beteiligen oder sogar sich um einen der 64 Plätze in der Vollversammlung zu bewerben.

LN: Wie ist ihre Bilanz? Wie hat sich die Wirtschaftsregion entwickelt? Glauben Sie, dass die Region Lübeck einigermaßen unverletzt aus der
Wirtschaftskrise herauskommt?
Jorkisch: Über meine Bilanz müssen andere befinden, unsere Wirtschaftsregion wird wachsen, davon bin ich überzeugt. Die Achse Hamburg–Lübeck
hat ganz große Möglichkeiten. Und diese Zukunftschancen verbinde ich nicht nur mit der Fehmarnbeltquerung. Diese Chancen liegen auch in den
Häfen Hamburg und Lübeck, ergänzend mit der sich gut entwickelnden Infrastruktur im Lande. Wir haben in der Region starke
Wirtschaftsschwerpunkte mit hoher Leistungskraft: Logistik, Ernährungswirtschaft, Tourismus, Gesundheitswirtschaft und Medizintechnik sind
alles Säulen, die heute schon Stärke ausstrahlen.

LN: Sie beschwören eine starke Region Hamburg–Lübeck, die mit einer Stimme spricht. Sind die alten Ländergrenzen überhaupt noch zeitgemäß?
Brauchen wir nicht längst eine Handelskammer Hamburg/Lübeck?
Jorkisch: Ob diese spezifische Handelskammer die Richtige wäre, vermag ich so nicht zu bestätigen. Aber eines ist klar: Wir müssen über
die Landesgrenzen hinausdenken. Hamburg und Schleswig-Holstein müssen sich als eine Region begreifen. Ich spreche hier von einer
Wachstumsregion Nord. Selbstverständlich ist es das Ziel der IHK zu Lübeck, unterstützt von den Hamburger Partnern, als Wirtschaftsregion
Nord gemeinsam zu handeln. Hamburg und Schleswig-Holstein können nur in der Aufstellung eines gemeinsamen Wirtschaftsraumes erfolgreich sein.
Somit verfolgen wir das Ziel eines ganz engen Kooperationsverbundes der vier IHKs im Norden. Die IHK zu Lübeck hat einen Initiativkreis zur
Förderung des HanseBelt, die Region zwischen Hamburg und Fehmarn, auf den Weg gebracht – bedeutende Unternehmerpersönlichkeiten engagieren
sich für einen Regionsbildungsprozess.

LN: Was sind die wichtigsten Zukunftsziele der Region?
Jorkisch: Wir müssen Prioritäten setzen; zum Beispiel bei den Hinterlandanbindungen der Häfen. Die Häfen sind große Impulsgeber unserer
Region. Wir sind hier in Norddeutschland die Logistikdrehscheibe Europas, vor allem für den prosperierenden Ostseeraum und besitzen mit
Hamburg das Tor zur Welt. Das bietet große Chancen. Schließlich werden mehr als 90 Prozent des Welthandels auf dem Seeweg abgewickelt.

LN: Die von Ihnen ersehnte Fehmarnbeltquerung führt aber nicht zu den Häfen, sondern an ihnen vorbei.
Jorkisch: Die Fehmarnbeltquerung verbindet die Wirtschaftsregionen Hamburg/Lübeck und Kopenhagen/Malmö als europäische Kraftzentren. Die so
entstehende Magistrale wird zu deren Hauptschlagader. Diese Aorta muss in die Region hinein vernetzt werden.

LN: Aber es gibt in Lübeck die Sorge, dass dann wichtige Verkehre am Hafen vorbeifließen.
Jorkisch: Der Hafen wird nicht geschwächt. Er wird vielleicht ein etwas geringeres Wachstum haben, als ursprünglich prognostiziert.

LN: Vor allem auf den Schweden-Routen. Liegt die Zukunft des Lübecker Hafens künftig im Osten?
Jorkisch: Haargenau. Der Lübecker Hafen wird nicht geschwächt. Es werden sich mit großer Sicherheit zusätzliche Verkehre entwickeln,
zum Beispiel in Richtung Russland und Finnland. Die Region St. Petersburg hatte in den vergangenen Jahren Wachstumsraten von fünf bis
zehn Prozent und mehr. Da intensivieren sich die Handelswege für den Lübecker Hafen.

LN: Lübecks Furcht vor der Beltquerung ist also unbegründet?
Jorkisch: Ja. Ich denke sogar, dass die Fehmarnbeltbrücke für Lübeck Chancen bietet. Die Brücke wird letztlich durch
Unternehmensansiedlungen zusätzlich Geschäfte für den Lübecker Hafen generieren.


LN: Wie soll denn das gehen?
Jorkisch: An der neuen Magistrale zwischen den beiden Kraftzentren Hamburg/Lübeck und Kopenhagen/Malmö werden sich international
aufgestellte Unternehmen ansiedeln. Es wird logistisch ausgerichtete Betriebe geben, die Verkehre nach Dänemark und Schweden abwickeln.
Sie werden dann klugerweise die Fehmarnbeltbrücke nutzen. Diese Unternehmen interessieren sich aber auch stark für Märkte in Finnland und
Russland. Und deshalb werden sie diese Transporte über den Lübecker Hafen leiten. Der Lübecker Hafen wird weiter wachsen.
Interview: Torsten Teichmann

18/04/09

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