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Aktuelles - HanseBeltRegion und die FehmarnBeltbrücke

Geschrieben von: LN Beitrag Donnerstag, den 14. Mai 2009 um 00:00 Uhr

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98_0_4246569_4_bs14schranke1_420Beltquerung: Zugverkehr im Sechs-Minuten-Takt – ein solches Szenario im Zusammenhang mit der festen Beltquerung alarmiert die politischen Gremien in Bad Schwartau. Die Sorge: Wenn es tatsächlich zu weit über 200 Zügen täglich käme, wäre Kaltenhof praktisch vom Ortskern abgeschnitten.
Ungeduldig warten Christel Korff aus Kaltenhof und Rosemarie Oelker aus Sereetz vor der geschlossenen Bahnschranke am Geibelwald. Erst fährt gemächlich ein Regionalzug durch, dann rauscht mit hohem Tempo ein ICE Richtung Norden vorbei. Den Frauen ist das Warten nicht fremd. Doch ihnen schwant noch mehr Ungemach. „Es wäre schrecklich, wenn tatsächlich so viele Züge wie geplant hier durchfahren würden“, klagen sie, „dann wäre es mit Warten nicht getan. Dann ginge hier doch gar nichts mehr.“
Nichts Genaues weiß man nicht zum Thema Beltquerung. Doch gerade das schürt schlimmste Befürchtungen, nicht nur in Bad Schwartau. Stark betroffen von der von dänischer Seite forcierten und inzwischen beschlossenen riesigen Brücke über den Wasserweg nördlich Fehmarns sehen sich vor allem die Ostseebäder.


Hoffnungen ruhen nun auf der von der Landesregierung bei Bundesverkehrsminister Tiefensee angemahnten Prüfung dreier Varianten für die Schienentrasse (die LN berichteten gestern). Doch ob sie tatsächlich erfolgt und dann im Sinne der Betroffenen realisiert wird? Es herrscht große Skepsis, die jetzt auch die Stadtvertretung zum Handeln veranlasst hat.

Es war denn auch ein Selbstgänger, den die CDU-Fraktion Dienstagabend präsentierte. Einstimmig stellen sich alle Parteien hinter einen Auftrag an die Verwaltung. Sie soll die Interessen der Bürger der Stadt nachdrücklich in Kiel wie in Berlin vertreten. „Dabei soll vorrangig eine alternative Trassenplanung für den Güterverkehr auf der Schiene unter Umgehung des Stadtgebietes gefordert werden“, verlangt
die Stadtverordnetenversammlung. „Zwingend“, betonte Ellen Brümmer, die Unionsfraktionsvorsitzende, „muss dabei auch eine weiträumige Umgehung Bad Schwartaus berücksichtigt werden“. Sollte dies nicht gelingen wird hilfsweise umfassender aktiver Lärmschutz für die Solbadstadt gefordert. Denn: Dauerlärm von Schiene und Autobahn 1 belasteten Bürger und Kurgäste massiv.

Doch Knackpunkt bleibt die Schranke an der Geibelstraße. Brümmer: „Eine hohe Zugfrequenz, wie sie von vielen befürchtet wird, würde die faktische Abtrennung des Stadtteils Kaltenhof vom übrigen Stadtgebiet bedeuten.“ Deshalb wird zudem eine Über- oder Unterführung der Bahnlinie für den Auto- und Personenverkehr gefordert, die den höhengleichen Bahnübergang ersetzt. Und: Die Kosten für einen Tunnel oder eine Brücke müsste allein die Bahn AG tragen. Allerdings: Diese beruft sich auf das Eisenbahnkreuzungsgesetz – und das würde der Stadt ein Drittel der Baukosten aufbürden.

Und auch darin stimmten die Stadtvertreter überein: „Eine Investition von mehr als 760 Millionen Euro an Steuermitteln in die Infrastruktur der Bahn kann nicht einseitig zu Gunsten des Transports von Menschen und Gütern erfolgen, sondern muss die Interessen der Menschen, die vor Ort leben, in gleichem Maße berücksichtigen“.

Bestandteil des Auftrags an die Verwaltung ist es auch, dass von den Entscheidungsträgern fortlaufende Informationen über den Fortgang des Projektes feste Querung über den Fehmarnbelt verlangt wird. Doch dabei hapert es schon jetzt. So ist es vor allem die Öffentlichkeitsarbeit der Bahn AG, die bei der Stadtverwaltung Verärgerung hervorruft. „Uns Bürgermeistern wurden zwar bei einer Vorstellung der Bahn Trassenplänegezeigt. Aber mitnehmen durften wir sie nicht, um sie in unseren Gremien zu diskutieren“, empört sich Bürgermeister Gerd Schuberth über das Gebaren des Unternehmens: „So geht man nicht mit betroffen Bürger um, das ist nicht die Offenheit, wie wir sie uns wünschen und wie sie uns zugesichert war.“

Von Lothar Braun
LN vom 14/05/09

Wird Kaltenhof abgeschnitten? Bisher sind es täglich bis zu 90 Züge, meist Personen- und kaum Güterzüge, die den Bahnübergang am
Geibelwald passieren. Foto: Braun

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