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Geschrieben von: LN Beitrag Freitag, den 19. März 2010 um 00:00 Uhr

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008.enttaeuschtKein Ausbau der Paul-Brümmer- Straße, keine Markthalle auf der Tornado- wiese, Stillstand beim Aqua Top: Das sorgt für Unmut im Seebad. Über die Lübecker schütteln sie nur den Kopf. „Das ist ein Skandal", wettert Jochum Aichholzer, Chef der Travemünder Wirtschaftsgemeinschaft (TWG). „Mit einem Handstreich wischen die das einfach vom Tisch", ringt Christian Lohff vom TWG-Vorstand mit den Worten. 70 Jahre hätten die Travemünder für die Verlängerung der Paul-Brümmer-Straße gekämpft – jetzt sei die Umgehungsstraße am Kalvarienberg wieder passé. „Mir fehlen die Worte." Aus Sicht Lohffs ist die geplante Trasse die einzige Verbindung zwischen Alt- und Neu-Travemünde – und unbedingt notwendig. Denn wenn das Leuchtenfeld zum Landschaftspark wird, „dann braucht man diese Straße". Ansonsten sei das Seebad „zweigeteilt". Außerdem würden an dieser Baumaßnahme auch der Zob und der Bahnhofsvorplatz hängen. „Wozu sollen die denn dann neu gemacht werden?", fragt Lohff verärgert.
Die SPD hatte mit Grünen und Linken im letzten Bauausschuss unter anderem die Verlängerung der Paul-Brümmer-Straße überraschend wieder gekippt – und damit den Masterplan völlig auf den Kopf gestellt. „Da sitzen doch alles Leute, die nicht im Thema sind", ärgert er sich.

Auch dass die Gosch-Markthalle jetzt auf rot-rot-grünes Bestreben an den Fischereihafen soll und nicht auf die Tornadowiese, löst bei der TWG nur Kopfschütteln aus. „Die dort ansässige ,Backskiste' war zuerst da", stimmt Lohff zwar zu. Aber man dürfe einen Investor doch nicht so vergraulen. Dann müsse er seine Außengastronomie eben etwas verkleinern. „Was mischt sich da die Politik eigentlich ein? Die soll nur die Rahmenbedingungen schaffen." Aichholzer kann so viel Unentschiedenheit in den politischen Gremien nicht verstehen. „Die Stadt muss doch Einnahmen reinbekommen. Wie kann man denn da so herumeiern?"

Lohff nennt das Ganze „das Investitionsverhinderungsprogramm zwei" – und ärgert sich, dass es im Seebad nicht vorangeht. Nicht nur die Markthalle, sondern auch die Ferienanlage auf dem Priwall liege auf Eis, der Abriss des Aqua Top werde immer wieder versprochen – aber passieren würde nichts. „Das ist eine mittlere Katastrophe", so Aichholzer. „Die Gäste bleiben aus." Viele seiner Kunden, die der Strandkorbvermieter im Sommer begrüßt, würden mittlerweile in Timmendorfer Strand nächtigen. Auch am Tage sei immer weniger los im lübschen Seebad. Angesichts der immer maroder werdenen Aqua-Top-Ruine für Aichholzer nachvollziehbar. Und: „Wir brauchen Betten – das sagen alle Studien." Aber die Investoren, die Hotels bauen wollten, könnten nicht anfangen, weil es mit Lübeck ständig so schwierig ist.

Dass das Leuchtenfeld künftig zum Landschaftspark werden soll, finden Aichholzer und Lohff gut. „Aber es passiert nichts", wettern beide. Denn Masterpläne gebe es schon viele für Travemünde, nur würde es mit dem Bauen nicht losgehen.

Ob es bei dem Votum des Bauausschusses vom Montag bleibt, ist noch fraglich. Denn der Kurbetriebsausschuss hat im Gegensatz dazu den Masterplan mehrheitlich mit den Stimmen von SPD beschlossen. Außerdem hat sich das Gremium – anders als der Jugendhilfeausschuss – gegen das „Aqua Top als Spray-Objekt" ausgesprochen. Die Bürgerschaft entscheidet dann endgültig.

Von Josephine v. Zastrow
Ln-online/lokales vom 19.03.2010 00:00:08
Foto: Jochum Aichholzer ist sauer, weil es nicht vorangeht im lübschen Seebad. Foto: PREY
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