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Geschrieben von: LN Beitrag Mittwoch, den 10. März 2010 um 00:00 Uhr

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009.aus_fuer_stenaSchlag für Lübecks Hafen: Stena zieht die Fähren ab. Lübeck/Kiel – Die Stena Line kehrt Lübeck den Rücken, schon im September wird sie ihre Fährverbindung Travemünde-Göteborg nach 29 Jahren einstellen. Das hat die Reederei gestern in Kiel bekannt gegeben. Der Skandinavienkai droht damit bis zu 15 Prozent seines Fracht-Umschlags zu verlieren, darunter alleine 10 000 Container pro Jahr. „Das ist ein fürchterlicher Schlag für den Lübecker Hafen",
urteilt Jürgen Grascht, Geschäftsführer der Vereinigung Lübecker Schiffsmakler und Schiffsagenten. Das gelte umso mehr, als kein Ersatz für Stena in Sicht sei. „Das trifft den Hafen in einer schwierigen Phase", sagt auch Lübecks Bürgermeister Bernd Saxe düster. Bitter: Mit der Entscheidung der schwedischen Reederei werden auch alle 14 Stena-Arbeitsplätze in Travemünde verloren gehen. In der Stena-Chefetage macht man die Wirtschaftskrise dafür verantwortlich. Um 40 Prozent sei das Frachtaufkommen auf der mit zwei Schiffen bedienten Route 2009 zusammengebrochen; vor allem, weil Volvo die Autoproduktion um die Hälfte drosselte. „Wir haben zweistellige Millionenverluste eingefahren", sagt Stena-Fracht-Manager Ulrich Kock. Dazu komme die Konkurrenz durch private Bahn-Anbieter, die die Kunden mit günstigen Passagen über die neuen Brücken nach Skandinavien abspenstig machten. Die feste Fehmarnbeltquerung werde ein Übriges tun. Daher habe die Zentrale in Göteborg die Notbremse ziehen müssen. Die Reederei will sich jetzt ganz auf die Kieler Route konzentrieren und dort modernisierte Schiffe einsetzen.

Olaf Werner, Betriebsrat bei Stena in Travemünde, erfuhr am Montagabend gegen 22 Uhr von der Entscheidung – per E-Mail. Heute erst wollen Kock und sein Routendirektor Claes Berglund nach Lübeck kommen, um die Belegschaft zu informieren. Gegenüber den LN versuchte Kock gestern schon mal zu beruhigen: „Wir werden einen Sozialplan auflegen, den rentennahen Jahrgängen Vorruhestands-Angebote machen und können vielleicht auch Kollegen in Kiel weiterbeschäftigen." Allerdings: Auch dort will Stena die Zahl der Stellen von über 110 auf nur noch „an die 90" reduzieren, so Stena-Manager Christian Totzeck.

Die Lübecker Hafengesellschaft (LHG) will um die von Stena transportierte Fracht kämpfen. „Wir werden alles daran setzen, die bisher über unseren Hafen umgeschlagene Ladung in Lübeck zu halten", so LHG-Sprecher Rolf Klein. „Der Lübecker Hafen bietet alternative Fährlinien an", betont auch LHG-Geschäftsführer Heinrich Beckmann. Dennoch ist die Sorge derzeit groß. Die Stena Line sei schließlich eine für den Hafenstandort Lübeck bedeutende Linie, erklärt Beckmann im gleichen Atemzug. „Es trifft uns zudem in einer Zeit, in der wir mit einem Umschlagsrückgang fertig werden müssen und unsere Anlagen nicht ausgelastet sind."Seiten 2 und 7

Von Wolfram Hammer und Gerhard Krüger
Ln-online/lokales vom 10.03.2010 00:00:08
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